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Greifswald Müll auf dem Weg zum Greifswalder Weihnachtsmarkt
Vorpommern Greifswald Müll auf dem Weg zum Greifswalder Weihnachtsmarkt
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18:22 18.12.2018
Übervolle Mülleimer nach dem Weihnachtsmarkt Quelle: privat
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Greifswald

Sonntagabend in der Innenstadt. Auf dem Weg vom Markt zur Europakreuzung sind die Papierkörbe voll. Daneben liegen Servietten, Einwegbecher, Pappen und anderes mehr, berichten Bürger. „Ich schäme mich für meine Stadt“, sagt die Greifswalderin Elisabeth Kromme am OZ-Telefon. In der Langen Straße und in der Knopfstraße biete sich das gleiche Bild. Auch hier quellen Papierkörbe über, liegt Dreck neben den Behältern. Zigarettenstummel verunzieren den Boden. „Was sollen Besucher von uns denken", fragt sich die Greifswalderin.

Wie unschwer zu erkennen ist, stammt viel neben und auf den Papierkörben liegender Unrat vom Weihnachtsmarkt. Der Weihnachtsmarkt selbst sehe dagegen sauber aus, meint Peter Schmittke, der sich ebenfalls am Telefon meldete. Aber die Bummelmeile sei schone eine echte Katastrophe. Unterstützung kommt aus der Politik. CDU-Fraktionschef Axel Hochschild zeigt sich ebenfalls verärgert. „Die Weihnachtsmarkthändler und auch die Stadt müssen hier einschreiten und für Ordnung und Sauberkeit sorgen“, schreibt er der OZ. „Wenn sie es nicht selber können, müssen sie halt einen Dritten beauftragen!“

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Müll in der Stadt ist immer eine schlechte Visitenkarte", stellt Maik Wittenbecher, der Leiter der Greifswald Stadtmarketing GmbH fest. Darum müsse dieser möglichst schnell beseitigt werden. In der Pflicht sei dabei der Veranstalter. Die Stadtmarketing GmbH veranstalte auch viele Events wie das Caspar-David-Friedrich-Fest, so Wittenbecher. „Unsere Mitarbeiter gehen danach durch die Stadt und leeren Papierkörbe“.

Veranstalter des Weihnachtsmarktes ist seit vielen Jahren die Großmarkt Rostock GmbH. „Wir haben ein bestätigtes Müllkonzept", sagt Uwe Buschbeck, Teamleiter des Weihnachtsmarktes Greifswald. Zuständig sei die GmbH für Markt, Fischmarkt und einen kleinen Teil der Langen Straße. Ein Bestandteil des mit der Stadt abgestimmten Konzeptes sei die Orientierung auf Mehrweggeschirr, soweit das irgend möglich sei. Das soll Besucher animieren, an den Ständen zu essen.

Bauhof leert städtische Papierkörbe nur in der Woche

Um die Unratflut zu bewältigen, wurden zusätzlich 14 Großbehälter aufgestellt. Buschbeck meint allerdings, dass die Papierkörbe an der Fußgängermeile vom Schuhhagen bis zum Westend der Langen Straße in der Greifswalder Innenstadt zu klein sind, um den Müll aufzunehmen. „Sie waren auch an dem Wochenende voll, als wir erst aufgebaut haben“, erzählt er. Ursache dafür sei wahrscheinlich der Müll, der beim üblichen Fast-Food-Verzehr anfällt. „Wir haben für unsere Flächen einen Vertrag mit der Greifswalder Entsorgungsgesellschaft“, informiert Buschbeck. Täglich werde hier anders als auf den städtischen Flächen wie Schuhhagen oder Lange Straße gereinigt.

In der Innenstadt putzt der Greifswalder Bauhof, aber nicht am Wochenende, sondern am Freitag und dann wieder am Montag, informiert Stadtsprecherin Andrea Reimann. Die Stadt sei sich des Müllproblems bewusst und habe deshalb rund um den Weihnachtsmarkt zusätzlich 18 Tonnen mit einem Fassungsvermögen von 120 Liter aufgestellt. „Zum Mitternachtsshopping waren es noch einmal 14 Tonnen.“

Stadt appelliert für Nutzung der großen Behälter

Leider würden diese zusätzlichen Möglichkeiten nur unzureichend genutzt. „Es kommt tatsächlich vor, dass Pyramiden auf den Papierkörben gebaut werden, obwohl gleich daneben eine der 120-Liter-Tonnen sogar geöffnet steht“, berichtet die Stadtsprecherin. Reimann appelliert an die Bürger, auch mal ein paar Schritte weiterzugehen. Auf dem Weihnachtsmarkt selbst funktioniere die Müllentsorgung, bestätigt sie. Alle Händler hätten sich verpflichtet, Mülltonnen an ihren Ständen bereitzustellen.

Nicht alle finden den Zustand 2018 so kritikwürdig. „Vor einigen Jahren war es schon mal viel schlimmer“, sagt Sebastian Gall. Auf dem Weihnachtsmarkt selbst gebe es genug Mülltonnen. Und dass es durch den Weihnachtsmarkt allgemein dreckiger am Markt geworden sei, ist der Studentin Beverly Afful nicht aufgefallen. Das Müllproblem sei aber da.

Eckhard Oberdörfer

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