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Greifswald „Hartz 4 hemmt Menschen und macht sie kleiner“
Vorpommern Greifswald „Hartz 4 hemmt Menschen und macht sie kleiner“
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21:59 25.03.2019
Katja Wolter (FDP). Quelle: Peter Binder
Greifswald

Katja Wolter ist Spitzenkandidatin der Freien Demokraten in Greifswald für Kommunalwahl im Mai und will Mitglied der Greifswalder Bürgerschaft bleiben. Die Diplom-Betriebswirtin ist Leiterin des Instituts für Ressourcen-Entwicklung des Steinbeis-Forschungszentrum und arbeitet als Coach und Supervisorin.

Frau Wolter, was halten Sie von Hartz 4?

Katja Wolter: „Ich finde, Hartz 4 stigmatisiert und hemmt die Menschen. Es macht sie kleiner. Ich habe viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in meinem Coachings und Karriereberatungen. Es ist im wissenschaftlichen System oft üblich, dass promovierende Wissenschaftler, ihre Doktorarbeit erst nach ihrem Arbeitsvertrag an der Uni in der Arbeitslosigkeit und dann mit Hartz 4 schreiben. Ich persönlich ärgere mich über diesen Umgang der Wissenschaft mit ihrem eigenen Nachwuchs. Es sind hier hochgradig intelligente Leute, die richtig viel drauf haben. Experten, die wir dringend brauchen. Ich beobachte, dass sie dadurch Selbstwertgefühl verlieren und sich danach weniger zutrauen. Das Selbstbewusstsein bekommt einen richtigen Dämpfer und das ist nicht gut. Nicht gut für die Personen mit einem solchen Potenzial und auch nicht gut gegen den Fachkräftemangel.“

Wenn Sie etwas an Hartz 4 ändern könnten, was wäre das?

„Momentan ist das System schwer durchschaubar. Hartz 4 sollte mit den anderen Sozialleistungen an einer staatlichen Stelle zusammengebracht werden: beispielsweise die Regelleistung und die Unterkunftskosten des Arbeitslosengelds II, die Grundsicherung im Alter, die Sozialhilfe zum Lebensunterhalt, der Kinderzuschlag und das Wohngeld. Alles zusammen in einer Leistung. Man könnte es Bürgergeld nennen. Das macht es für alle Menschen, die auf die Hilfe der Gesellschaft angewiesen sind, einfacher und lässt sie nicht länger von Amt zu Amt rennen. So wie das Hartz-4-System aktuell ist, bestraft es sogar teilweise die Arbeitsaufnahme. Beispielweise, wenn durch den Wegfall einer ergänzenden Sozialleistung am Ende trotz Arbeit weniger Geld übrig bleibt. Selbstverdientes Einkommen sollte nur prozentual und geringer als heute angerechnet werden. Die Menschen sollten unterstützt werden, sich die finanzielle Eigenständigkeit aufzubauen. Ziel ist, dass es sich wieder lohnt, Schritt für Schritt voranzukommen und irgendwann finanziell ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Die eigene Anstrengung muss sich lohnen. Daher sollte ein solches Bürgergeld auch nicht bedingungslos sein.“

Haben Sie persönlich schon Erfahrungen mit Hartz 4 gehabt?

„Ich war zwar schon mal arbeitslos, weil ich gekündigt hatte und auf Reisen gegangen bin, aber ich habe nichts beantragt, weil ich in diesen Zeiten dann zum Minimalisten werden konnte und mich von fast allen Kosten getrennt habe.“

Christin und Kai Lachmann

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