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Greifswald EWN setzt weiter auf Deichrückbau
Vorpommern Greifswald EWN setzt weiter auf Deichrückbau
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15:19 21.01.2013
Peenemünde

Kein Wort von der seit vier Jahren im Inselnorden umstrittenen Maßnahme „Kompensationsflächenpool Cämmerer See“.

Und doch sorgt das von der Energiewerke Nord GmbH (EWN) forcierte Vorhaben jetzt für Frust bei der Bürgerinitiative „Gegen Deichrückbau im Inselnorden“. Denn das Projekt, das den Rückbau des Deiches zwischen Karlshagen und Peenemünde beinhaltet, ist Bestandteil der Antragsunterlagen zum Bau eines Gas- und Dampfkraftwerkes am Standort Lubmin. Für dessen Bau — geplant sind drei Blöcke mit einer elektrischen Leistung von 1800 Megawatt — zeigt der russische Energiekonzern Gazprom (OZ berichtete) Interesse. Im Landespflegerischen Begleitplan, der im Auftrag des Antragstellers EWN vom Ingenieurbüro Froehlich & Sporbeck erarbeitet wurde, taucht das Projekt als Ausgleichs- und Ersatzfläche auf. „Lediglich in einem Satz wird darauf verwiesen, dass sich diese Maßnahme noch in einer eigenen Genehmigungsphase befindet. Den Verfassern des Begleitplanes dürften die Widerstände im Inselnorden und die entsprechenden Beschlüsse von Gemeindevertretungen bekannt sein. Dennoch wird das Projekt mit keinem Wort angezweifelt“, ärgert sich der BI-Vorsitzende Rainer Höll. Der Karlshagener wertet diese Herangehensweise als „beispiellose Ignoranz“. „Hier wird versucht, dem Deichrückbau im Inselnorden auf kaltem Wege Tür und Tor zu öffnen“, sagt Höll.

„Wir wissen um die Proteste. Allerdings ist es unser gutes Recht, diese Ausgleichsmaßnahme in näherer Umgebung in den Begleitplan aufzunehmen“, entgegnet EWN- Sprecherin Marlies Philipp. Sie geht davon aus, dass die Anhörungen zu möglichen Einwendungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens im Februar beginnen.

Laut Höll ist heute Einsendeschluss für Einwendungen gegen die Benennung des Kompensationsflächenpools Cämmerer See als Ausgleichs- und Ersatzfläche für das Gaskraftwerk an das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern. Er kündigt weiter an, „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt des Peenestromdeiches einzutreten“.

Höll ist aber zuversichtlich, dass 2013 stattdessen mit dem Bau des Hochwasserschutzes begonnen wird. Der sogenannte Riegeldeich, der die Gemeinden Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz vor Hochwasser schützen soll, wird sich den Plänen des Landes zufolge vom Peenestrom bis zur Düne im Osten der Insel erstrecken. Er soll aus Spundwänden und Mauern im Hafen- und Ortsbereich Peenemünde sowie einem quer über die Insel führenden Riegeldeich bestehen. Das Planfeststellungsverfahren läuft noch. „Alle Träger öffentlicher Belange haben ihre Stellungnahmen abgegeben“, sagt Dr.

Harald Stegemann, Direktor des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie.

Nach der Entkopplung vom Hochwasserschutz bedarf es nun auch für das Renaturierungsvorhaben „Cämmerer See“ eines Planfeststellungsverfahrens. Das ist aber längst noch nicht in Gang gekommen, so Stegemann. „Wir haben zwar alle Unterlagen im Haus, doch derzeit ist das Verfahren eingefroren.“

Kompensationsflächenpool „Cämmerer See“
Am Industriestandort Lubmin planen viele Unternehmen eine Ansiedlung. Anstatt für jedes einzelne Projekt Kompensationsmaßnahmen durchzuführen, beabsichtigen die Energiewerke Nord (EWN) im Bereich des Cämmerer Sees in Peenemünde die notwendigen Maßnahmenflächen in einem Kompensationsflächenpool zusammenzufassen. Deichanlagen sollen zurückgebaut werden, um die natürlichen Überflutungsverhältnisse wieder herzustellen. Gegen das Projekt läuft die Bürgerinitiative „Gegen Deichrückbau im Inselnorden“ seit Jahren Sturm. Die Mitstreiter haben inzwischen gegen die Maßnahme über 8000 Unterschriften gesammelt.

Henrik Nitzsche

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