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Greifswald Eigentümer blockiert Radweg von Greifswald Richtung Anklam
Vorpommern Greifswald Eigentümer blockiert Radweg von Greifswald Richtung Anklam
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17:38 07.11.2019
Fahrraddemo Griebenow-Greifswald vor fünf Jahren Quelle: Amler Reinhard
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Greifswald

Wer von der Kreisstadt entspannt ins Umland radeln will, hat momentan schlechte Karten. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Demonstrationen der Bürger an den Zufahrtsstraßen. Touristiker fordern gebetsmühlenhaft Verbesserungen. Für 2020 ist ein kleiner Bauboom angekündigt. Aber nicht alle Ankündigungen werden trotz vorhandener Mittel des Landes wahr. Probleme mit Eigentümern führten und führen zu Verzögerungen bis hin zu Jahren.

Möglichst noch 2019 soll der Bau des Radweges von Greifswald/Koitenhagen Richtung Kreuzung Moeckowberg beginnen. 4,2 Millionen Euro stehen dem Straßenbauamt Neustrelitz zur Verfügung. Abschnitt eins reicht bis zum Abzweig Hanshagen/Lubmin, dessen Bauleistungen jetzt ausgeschrieben werden. „Wir müssen ihn kürzen, er wird nur bis zum Dorf reichen“, informiert Andreas Herold, Dezernent Straßenbau in Neustrelitz.

Jahrelange Verzögerung wahrscheinlich

Denn der Eigentümer einer Fläche verkauft nicht. Das bedeutet voraussichtlich eine Verzögerung von Jahren. Um den Eigentümer enteignen zu können, muss zunächst ein Planfeststellungsverfahren mit Festlegung der genauen Route laufen, dagegen kann ebenso wie gegen die Enteignung geklagt werden. Das Problem gab und gibt es beim Ausbau der seit sieben Jahren (!) gesperrten Kreisstraße 2 von Neuenkirchen nach Leist.

„Wir brauchen das recht lange Grundstück unbedingt und werden den Verkehr hier nicht auf die Bundesstraße führen“, sagt Herold. „Die Sicherheit wäre nicht gewährleistet.“ Ursprünglich sollte an der B 109 ab Juni gebaut werden.

Für diese Radwege sind die Weichen gestellt Quelle: OZ-Grafik/Arno Zill

Auch Richtung Levenhagen fehlt noch Grundstück

Das Problem des Grunderwerbs belastet auch andere Vorhaben. Im Oktober sollte der Bau des Radweges Greifswald Levenhagen starten, der dann weiter nach Griebenow führt. Nach langem Hickhack mit der Universität Greifswald wurde ein erstes großes Problem durch Grundstückstausch mit den Anliegergemeinden in diesem Jahr gelöst. Es stehe aber noch ein Grunderwerb aus, so Herold. Ab Anfang nächsten Jahres sei aber der Radwegebau mit geplanten Kosten von 780 000 Euro möglich, schätzt der Dezernent ein.

Mehr als 100 Süderholzer waren beim ersten Spatenstich für den Radweg in Richtung Greifswald. Quelle: Carolin Riemer

Der Bau des Radweges ab Hinrichshagen Richtung Dersekow und später Richtung Groß Zastrow stand lange in den Sternen. Auch hier will ein Eigentümer nicht verkaufen. „Wir konnten das Problem lösen und eine Verzögerung von mehreren Jahren durch ein Planfeststellungsverfahren vermeiden“, informiert Herold. Der Radweg wird in diesem Abschnitt näher an die Landesstraße 261 geführt. Damit es nicht zu Baumschäden kommt, wird eine Wurzelbrücke gebaut. Für die Arbeiten an diesem Radweg stehen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, wenn es gut läuft, kann noch in diesem Jahr begonnen werden.

Beim Ostseeküstenradweg geht es endlich los

In diesem Monat startet der Bau des Abzweigs des Ostseeküstenradwegs von der alten B 96 an der Kreisstraße 1 Richtung Gristow. Eigentumsprobleme gibt es auf der Route von der Kreisgrenze Vorpommern-Rügen nach Greifswald nicht. Denn hier wird eine Autostraße zum Radweg.

An der Kreisstraße 5 wird ein Radweg gebaut, aus der Ampelkreuzung wird ein Kreisverkehr Quelle: eob

Um den Jahreswechsel werden die Bauarbeiten für den kurzen, aber aufwendigen Abschnitt des Ostseeküstenradwegs von der Stadtgrenze Neuenkirchen an der Kreisstraße 5 bis zum Kreisel Richtung Stralsund mit der Fällung der großen Kastanien an der Chausseestraße beginnen, um deren Erhalt lange gerungen wurde. Die Kreuzung Richtung Marktkauf wird zu einem Kreisverkehr umgebaut. Rund zwei Millionen Euro wird dieser Abschnitt kosten. Richtung Greifswald gibt es bereits den allerdings sanierungsbedürftigen Weg neben der Straße Richtung Museumshafen.

Für den Folgeabschnitt auf dem Territorium der Gemeinden Neuenkirchen, Wackerow und Mesekenhagen hat das Land über drei Millionen Euro bewilligt und trägt insgesamt 99 Prozent der Kosten. „Wir werden Anfang nächsten Jahres Einwohnerversammlungen durchführen“, kündigt Mesekenhagens Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein an. Mit Ausnahme der Ortsdurchfahrt und den Abfahrten dürfen keine Kraftfahrzeuge mehr auf der alten B 96 fahren. Allerdings ist wegen der nötigen europaweiten Ausschreibungen nicht mit einem Baubeginn für 2020 zu rechnen.

Stadt möchte Fuß- und Radweg nach Wampen

In der Bürgerschaft machen sich die Bündnisgrünen für mehr und attraktivere Radwege stark. Auf ihre Initiative beschloss die Bürgerschaft im April, dass der Fuß- und Radweg von der Ladebower Chaussee nach Wampen möglichst wiederhergestellt werden soll. Dieser Weg könnte ein kleines Wegenetz zwischen Ladebower Moor und dem kleinen Wald vor Wampen erschließen. Dazu laufen Gespräche mit der Gemeinde Neuenkirchen, die auf dem zweiten Abschnitt verantwortlich ist. Im Masterplan für die Ortsteile an der Dänischen Wiek spielen Radwege ebenfalls eine wichtige Rolle.

Von Eckhard Oberdörfer

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