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Greifswald Ein Dönerladen ist Serkan Selçuk aus Greifswald nicht genug
Vorpommern Greifswald Ein Dönerladen ist Serkan Selçuk aus Greifswald nicht genug
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10:19 13.09.2019
Das „Alex Bistro“, von Serkan Selçuk (38) betrieben, bietet Döner, Pizza und Hamburger an. Der Laden mit mehreren Filialen in Greifswald gehört zu den Teilnehmern des großen OZ-Dönerladen-Tests. Quelle: Christopher Gottschalk
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Greifswald

Glühend heiß steht die Luft um Serkan Selçuk. Das armlange Messer gleitet fast von allein in den glänzenden Spieß aus Kalbfleisch. Ein paar Handgriffe noch und schon liegt das Fleisch im knusprigen Fladenbrot mit Salat und selbst gemachten Soßen. Serkan Selçuk hat sich mit seiner Kette „Alex Bistro“ in Greifswald und Grimmen eine Existenz in Deutschland aufgebaut. „Ich habe mir nie vorgestellt, Dönerverkäufer zu sein. Aber etwas anders als Gastronomie hätte ich nicht machen können. Heute bin ich mit meiner Position sehr zufrieden“, sagt der 38-Jährige.

2002 den ersten Laden eröffnet

Selçuk stehe heute nur noch selten selbst hinter der Theke, weil Wareneinkauf und Kontrolle seiner Geschäfte die meiste Zeit fressen würden. In Greifswald verkauft „Alex Bistro“ in der Grimmer Straße und am Möwencenter Döner zum Mitnehmen, am Hauptbahnhof und in der Gützkower Landstraße befinden sich zwei Lokale. Seinen ersten Laden hat der in der Türkei geborene Kurde 2002 in Grimmen eröffnet. Auch in Grimmen gibt es heute noch einen „Alex Bistro“.

Familienmitglieder in der Türkei hätten von den guten Erfahrungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern berichtet, so auch Selçuks Vater. Also wollte auch der Sohn nach Europa. „Die Anfangszeit 2001 war schwer. Ich habe bei meinem Onkel im Keller geschlafen und stand täglich 18 Stunden in seinem Laden. Zwei bis drei Monate dauert es, bis man das Fleisch so gut schneiden kann.“ Mit dem Messer geschnittenes Fleisch schmecke auch besser, findet er.

Der Salat in „Alex Bistro“ muss frisch sein

Er lernte, den Laden zu schmeißen, und machte sich nach kurzer Zeit mit einer Finanzspritze seiner damaligen Schwiegereltern selbstständig. Mit Erfolg. Das Rezept? Er nennt die Schlagworte „frisch“, „vital“ und „sauber“. „Wenn einer meiner Mitarbeiter versuchen würde, den Salat vom Vortag am nächsten Tag wieder zu nehmen, dann mache ich Stress. Das geht nicht“, sagt Selçuk, ein stattlicher Mann mit Dreitagebart.

In der Theke liegen klein geschnittene Tomaten und Gurken, Eisbergsalat, Rot- und Weißkohl, Zwiebeln, Mais und Bohnen. Die klassische Palette eines Dönerladens, ergänzt durch Falafel und Schafskäse. Nudeln, Hamburger, Aufläufe, das türkische Joghurtgetränk Ayran und Kaffee sind zu haben. „Am besten verkaufen sich der Döner und unsere Pizza. Aber auch Vegetarisches verkaufen wir immer mehr. Wichtig ist, dass ich nur verkaufe, was ich auch selbst probiert habe und mir schmeckt.“

Alle Soßen sind selbst gemacht

Doch auch Selçuk befällt der Gewohnheitseffekt: Privat esse er kaum noch Döner, dafür hätte er im Beruf zu viel damit zu tun. Im Brot landen Kalb- oder Hähnchenfleisch. Bewusst setze Selçuk auf die teure Variante seines Lieferanten aus Berlin, sagt er. Alle seine Soßen seien entweder von ihm selbst oder einem erfahrenen Mitarbeiter in Greifswald und Grimmen gemacht. Das Rezept für die Kräuter-, Knoblauch- und Chilisauce behält er für sich.

Jeder seiner Läden, die er nach seinem Lieblingsfußballspieler aus der Türkei benannt hat, solle gleich aussehen. Das McDonalds-Prinzip im Dönerformat. Die Sitzmöbel sind derzeit hellgrün, die Wände in derselben Farbe gestrichen. Die Verkäufer tragen schwarze Polohemden, auf Brusthöhe prangt das Alex-Logo. Das Aussehen soll einheitlich sein. Rund 20 Mitarbeiter hat Selçuk derzeit in Greifswald.

Kein Bier und Glücksspiel im Dönerladen

„Nächstes Jahr soll die Inneneinrichtung komplett umgebaut werden. Die Pläne habe ich schon fertig. Außerdem wollen wir ab Oktober am Bahnhof auch nachts aufhaben. Die Genehmigung dafür haben wir“, kündigt er an.

Entgegen der Gewohnheit, dass in manchem Dönerladen Glücksspielautomaten stehen, verbannt Selçuk sie bewusst. Auch Bier verkauft er nicht. Ausnahme ist der Bahnhof. „Wenn ich Bier verkaufe, dann kommen vielleicht Leute, die sich ein oder zwei Flaschen kaufen und dann den ganzen Tag im Laden sitzen. Das möchte ich nicht. Das stört andere Gäste dann nur.“ Er schaut fröhlich in die Zukunft: Fachkräftemangel kenne er nicht und mit Döner lasse sich immer noch gutes Geld verdienen.

Der große OZ-Dönerladen-Test

Finden Sie, dass „Alex Bistro“ den besten Döner in Greifswald macht? Oder haben Sie einen anderen Favoriten? Die OZ sucht den besten Dönerladen in MV. In der ersten Runde werden die lokalen Sieger ermittelt, die dann gegeneinander antreten. Die große Abstimmung startet innerhalb der nächsten Tage. Unter allen Teilnehmern verlost die OZ drei Gutscheine im Wert von je 50 Euro.

Hier geht’s zur Abstimmung beim OZ-Dönerladen-Test

Hier können Sie entscheiden, welcher Dönerimbiss aus Ihrer Region ins Rennen um den Titel „Beliebtester Dönerladen von MV“ gehen darf. Zuvor haben wir Hunderte Vorschläge der OZ-Leser eingesammelt. Am Ende treten die Regionalgewinner gegeneinander an. Unter allen Teilnehmern der Umfragen verlosen wird drei Döner-Gutscheine im Wert von jeweils 50 Euro.

Abstimmung über Dönerläden in der Region Rostock

Abstimmung über Dönerläden in der Region Bad Doberan

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Abstimmung über Dönerläden in der Region Ribnitz-Damgarten

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Von Christopher Gottschalk

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