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Greifswald Ein „Fliegerheld“ des Ersten Weltkriegs aus Greifswald
Vorpommern Greifswald Ein „Fliegerheld“ des Ersten Weltkriegs aus Greifswald
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00:00 31.07.2015
Kurt Wolff, (3. von rechts) mit seinem Talisman, einer Zipfelmütze, Mantel und Fliegerschal, nach seinem 30. Luftsieg. Quelle: Sammlung R. Kastner
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Greifswald

Mit 33 Luftsiegen gehörte ein Greifswalder zu den erfolgreichsten deutschen Jagdfliegern des Ersten Weltkrieges und erlangte vor allem in der Jagdstaffel (Jasta) 11 große Bekanntheit.

Kurt Robert Wilhelm Wolff kam am 6. Februar 1895 als drittes Kind des Regierungsbaumeisters Rudolf Wolff und dessen Frau Emma zur Welt. Die Wolffs wohnten in der Domstraße 27. Wolffs Vater starb bereits 1901 in Dortmund. Die Mutter zog mit den Kindern nach Memel (heute Litauen), wo sie 1907 starb. Wolff wurde von Verwandten in Memel aufgezogen und verbrachte dort seine Schulzeit.

Nach dem Abitur trat er im März 1912 als Fahnenjunker (Offiziersanwärter) in das Eisenbahn-Regiment Nr. 4 in Berlin-Schöneberg ein. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges diente er bei dieser Einheit und kam sogleich ins Feld, wo er Mitte April 1915 seine Beförderung zum Leutnant erhielt.

Im Juni 1915 meldete er sich zur Fliegertruppe. Was genau ihn dazu motivierte, ist nicht belegt. Allerdings zog es damals viele junge Männer zu der noch neuen Waffe, die mit Tollkühnheit und Draufgängertum verbunden wurde.

Nach erfolgreicher Absolvierung der Prüfungen zum Flugzeugführer kam Wolff im Oktober 1915 an die Westfront. Dort flog er zunächst als „Bombenflieger“ bis Ende Oktober 1916 zahlreiche Einsätze.

Vermutlich hatte er den Wunsch geäußert, Jagdflieger zu werden, sodass er im November 1916 zur Jasta 11 kam. Hier konnte Kurt Wolff Anfang März 1917 seinen ersten Gegner besiegen. In nur zwei Monaten steigert er seine Bilanz auf 29 Luftsiege. Am 4. März 1917 wurde ihm der damals höchste deutsche Orden „Pour le mérite“ verliehen. Wolff stieg kometenhaft zum „Fliegerhelden“ auf.

Jene Männer erfreuten sich in der Bevölkerung größter Beliebtheit. Ihre Verehrung nahm teilweise moderne Züge an (Fanpost, Autogrammwünsche etc.). Kurt Wolff verkörperte für manche Betrachter allerdings nicht den idealen „Kampffliegertypen“, wie spätere Aussagen verdeutlichen: „Zu ihm konnte man auf den ersten Blick nur ,zartes Blümlein‘ sagen. Ein schmales, dünnes Figürchen, ein blutjunges Gesicht, die ganze Haltung Schüchternheit und nochmals Schüchternheit.“ Er selbst schien im Kampf, wohl durch seine jugendliche Unbekümmertheit, eine Herausforderung zu sehen. So schrieb er einmal nach Hause: „Hoffentlich kommen nun bald die Amerikaner an unsere Front, das soll dann ein Fest geben mit diesen traurigen Anfängern.“

Mitte Juli 1917 übernahm Wolff die Führung der Jasta 11, mittlerweile hatte er seinen 33. Luftsieg errungen. Außer der Reihe wurde er als 22-Jähriger zum Oberleutnant befördert, erreichte damit den Höhepunkt seiner Karriere.

Nur wenige Tage später, am 15. September 1917, unterlag Kurt Wolff in einem Luftkampf gegen fünf Gegner und starb den „Heldentod fürs Vaterland“. Seine sterblichen Überreste brachte man nach Memel, wo er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung begraben wurde. Immanuel Voigt



OZ

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