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Greifswald Ein neuer Pavillon für das Greifswalder Frauenhaus
Vorpommern Greifswald Ein neuer Pavillon für das Greifswalder Frauenhaus
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18:30 20.05.2019
Im Greifswalder Frauenhaus laufen die Bauarbeiten. Dank der Spendenaktion "Helfen bringt Freude" der OSTSEE-ZEITUNG ist der Bau eines Pavillons im Garten möglich. Auch eine neue Küche und der Umbau der Zimmer in der 2. Etage ist angedacht. Frauenhausleiterin Steffi Oppermann auf der Baustelle im Garten. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald

Im Flur des Frauenhauses in Greifswald riecht es streng nach frischer Farbe, die Leiterin des Frauenhauses bittet um Entschuldigung. „Wir stecken gerade mitten in den Bauarbeiten“, sagt Steffi Oppermann, „die Küche wird in den kommenden Tagen eingebaut, der Flur und die Türen sind bereits frisch gestrichen.“ Auch im Garten tut sich etwas: Das Fundament für einen neuen Gartenpavillon ist ausgehoben, überall liegt in großen Säcken verpacktes Baumaterial.

OZ-Leser spenden 39 000 Euro für Frauenhaus

Die Baumaßnahmen sind erst durch die großartige Spendenbereitschaft der Greifswalder und Greifswalderinnen im vergangenen Jahr möglich geworden. Die OSTSEE-ZEITUNG hatte in ihrer Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ rund 39 000 Euro für das Frauenhaus gesammelt, denn die Institution steckte in großen Schwierigkeiten. Nicht nur ein Wasserschaden hatte den Betreibern, dem Verein Frauen helfen Frauen, schwer zu schaffen gemacht, auch die Personalsituation spitzte sich zu. „Mit den damaligen finanziellen Unterstützungen von Kreis und Stadt konnten wir keine Bezahlung ermöglichen, die in irgendeiner Weise konkurrenzfähig gewesen wäre“, erinnert sich Oppermann. Weil eine Mitarbeiterin im Herbst 2019 in Rente geht, stand sogar die Existenz des Frauenhauses auf dem Spiel. Mittlerweile haben sich die dunklen Wolken aber verzogen, Kreis und Stadt haben ihre Mittel deutlich erhöht (jetzt je 48 000 Euro pro Jahr), neue Arbeitsverträge für die drei Mitarbeiterinnen sind erstellt, auch eine neue Kraft ist bereits gefunden.

Große Umbaupläne: Zweite Etage wird rundumerneuert

Mit dem gespendeten Geld, auch bei der Gala des Theaters Vorpommern wurde für das Frauenhaus gesammelt, steht jetzt im wahrsten Sinne des Wortes ein Tapetenwechsel im Frauenhaus an. „Im Büro entsteht ein zweiter Arbeitsplatz für die Mitarbeiterinnen. Bisher haben wir uns einen Rechner geteilt“, sagt die Leiterin des Hauses. „Paralleles Arbeiten an mehreren Vorgängen war für uns nicht möglich.“ Nun soll aber nicht nur das Anstehen für eine email ein Ende haben. Auch in der zweiten Etage des Gebäudes soll alles ansprechender werden.

Handwerker müssen diskret sein

„Ich weiß nicht wie lange auf der zweiten Etage nichts Grundlegendes mehr erneuert wurde“, beschreibt Oppermann. „Der Fußboden wellt sich bereits. Mindestens zwei Zimmer werden wir generalüberholen, mit neuem Fußboden und allem drum und dran.“ Doch leicht sei es nicht, im Frauenhaus Renovierungsarbeiten zu koordinieren. „Wir müssen ja auch immer schauen, wie die aktuelle Belegung ist, wir können ja nicht Mütter mit Kindern beliebig umquartieren“, erzählt Oppermann. „Auch die Suche nach Handwerkern, insbesondere für den Gartenbereich gestaltete sich nicht ganz einfach.“ Weil der Standort des Hauses geheim bleiben muss, sei es für das Frauenhaus-Team wichtig, dass die Aufträge möglichst in einer Hand bleiben. Größere Unternehmen, die dann Aufträge auslagern kämen eher nicht in Frage. „Jetzt haben wir ein kleines Unternehmen gefunden, was uns unsere Gartenwünsche erfüllt. Da stimmt auch die Chemie.“ Noch stapelt sich der Aushub und bis auf das Fundament ist noch nicht viel zu erkennen, im Frühsommer soll aber eine große Grillparty zur Eröffnung für alle Bewohnerinnen des Hauses steigen.

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