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Greifswald Eine Kupferspitze für den „Kleinen Jacob“
Vorpommern Greifswald Eine Kupferspitze für den „Kleinen Jacob“
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16:57 18.06.2018
Ziegel oder Kupfer? Die Jacobikirche soll eine neue Spitze bekommen.
Ziegel oder Kupfer? Die Jacobikirche soll eine neue Spitze bekommen. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Seit mehr als 50 Jahren „wartet“ der Turm der Greifswalder St.-Jacobi-Kirche auf sein Kupferdach. Nun soll er es erhalten. Dank der Zusage von Fördermitteln des Bundes in Höhe von 350 000 Euro kann die Kirchengemeinde im kommenden Jahr mit der Sanierung des Kirchturms beginnen. Weitere Mittel kommen vom Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, von Stiftungen, aus Spenden und von der Kirchengemeinde. Rund 700 000 Euro wird die Instandsetzung kosten. „Dach und Mauerwerk des Turms weisen erhebliche Schäden auf“, sagt Pastor Michael Mahlburg. So zeigten sich am Portal der Westseite deutliche Risse.

Kupfer war rar - also bevorzugte man zunächst Ziegel

Die Turmspitze des „Kleinen Jacob“, wie die kleinste der drei Greifswalder Hauptkirchen genannt wird, besaß ursprünglich noch einen kleinen Fachwerkaufsatz, der 1955 einem Brand zum Opfer fiel. Zehn Jahre später, 1965, erhielt sie die heutige pyramidenförmige Spitze. Sie besteht aus Beton und ist mit Dachziegeln verkleidet. „Eigentlich war für die Turmspitze eine Kupferverkleidung vorgesehen“, weiß Mahlburg. In der DDR aber war Kupfer Mangelware. Da es seinerzeit noch alte Dachziegel in den Beständen der Kirche gab, sei diese Lösung für die Eindeckung gewählt worden. Sie blieb bis heute bestehen. Der Kirchengemeinderat hat entschieden, bei der die Turmspitze wie ursprünglich vorgesehen mit Kupfer einzudecken. „Natürlich haben wir auch geprüft, ob eine neue Ziegeleindeckung möglich ist“, so Pastor Michael Mahlburg. Es gebe ein Gutachten, aus dem hervorgehe, dass es zwar theoretisch machbar sei, wieder Dachziegel zu verwenden, dass dafür jedoch ein Befestigungssystem zur Anwendung kommen müsste, das bislang nicht in allen Teilen getestet und geprüft werden konnte. Erfahrungen oder Referenzobjekte für dieses System gibt es nicht.

Auch Stabilität spricht für Kupferdach-Lösung

Hinzu komme, dass aufgrund der bestehenden geschlossenen Betonkonstruktion eine Kontrolle oder Wartung des Ziegeldachs von innen nicht möglich ist. „Eine Vermörtelung auf der ganzen Fläche, wie es 1965 gemacht wurde, kommt vor allem deshalb nicht infrage, weil sich in der Vergangenheit die Unzulänglichkeit dieser Methode gezeigt hat, da sich bei jedem schweren Sturm Dachziegel lösten und herabfielen“, so Michael Mahlburg.  Planer gehen davon aus, dass die Kupferdeckung bis zu 50 000 Euro günstiger ist als die mit vielen Fragezeichen versehene Ziegelvariante. Der Kirchengemeinderat meint, dass die Kupferspitze rein optisch für die Kirche und das Stadtbild ein Gewinn ist. Das Kupferdach, heißt es, werde ein Blickfang werden und gut zum Dach des benachbarten Doms passen.

oz

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