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Greifswald Aufstieg der Greifswalder Medizinforschung
Vorpommern Greifswald Aufstieg der Greifswalder Medizinforschung
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12:10 28.02.2019
Augenuntersuchung im Rahmen der SHIP-Studie Quelle: Manuela Jahnke
Greifswald

Die Greifswalder Wissenschaftler Prof. Henry Völzke, Dr. Alexander Teumer und Dr. Georg Homuth gehören zu den weltweit einflussreichsten Forschern. Sie haben es in das Ranking „Highly Cited Researchers“ der in wissenschaftlichen Publikationen meistzitierten Forscher von „Clarivate Anlaytics“ geschafft. In diesem sind über 6000 Frauen und Männer, darunter 356 aus Deutschland, vertreten. Wie die Uni Greifswald mitteilt, ist in dem Ranking nur das oberste eine Prozent der weltweit einflussreichsten Forscher vertreten. Völzke, Teumer und Homuth stehen in der interdisziplinären Kategorie Cross-Field“ (fachübergreifend).

„Dass gleich drei Greifswalder Wissenschaftler auf dieser Liste vertreten sind, ist wirklich eine hohe Auszeichnung für so einen kleinen Uni-Standort“, freut sich Henry Völzke. Er ist seit 2008 Lehrstuhlinhaber für Klinische Epidemiologie am Institut für Community Medicine und leitet in dieser Funktion die SHIP-Studie zu Gesundheit in (Vor)pommern (Study of Health in Pomerania). Völzke ist ferner wissenschaftlicher Direktor der bundesweiten NAKO-Gesundheitsstudie.

Die SHIP-Studie ist eine entscheidende Grundlage des Erfolgs. Teumer nutzt sie am Institut für Community Medicine für seine Untersuchungen zu genetischen Ursachen von Volkskrankheiten, mit den Schwerpunkten Schilddrüsenfunktion und Nierenkrankheiten. Homuth arbeitet am Interfakultären Institut für Genetik und funktionelle Genomforschung und ist Spezialist für genetische Assoziationsuntersuchungen, die ebenfalls auf der SHIP-Studie beruhen.

Prof. Henry Völzke leitet die SHIP-Studie Quelle: Peter Binder

Der Greifswalder Mikrobiologieprofessor Michael Hecker, selbst einer der erfolgreichsten Greifswalder Forscher und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften, führt den Erfolg auf richtige Weichenstellung in der Vergangenheit zurück. „Sie sind das Ergebnis einer visionären Forschungspolitik“, sagt er. Erstens habe sich der Wissenschaftsrat gegen die Anfang der 1990er Jahre drohende Schließung ausgesprochen und zugleich zu einer wenig kostenintensiven Versorgungsforschung geraten, zu der die SHIP-Studie gehört. Die zweite Säule war die Entscheidung, über ein Zentrum für Innvoationskompetenz (ZIK-FunGene) gemeinsame Strukturen der Mathematisch-naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät aufzubauen. „So konnte die moderne Genomforschung in die Medizin übertragen werden.“ Uwe Völker wurde zum Professor für funktionelle Gemomforschung berufen. An diesen Weichenstellungen war neben Hecker der damalige Medizinerdekan und künftige Chef der Berliner Charité, der Pharmakologieprofessor Heyo Kroemer, führend beteiligt. Der langjährige Rektor Prof. Rainer Westermann und Heinz-Peter Hiepe vom Bundesforschungsministerium hätten diesen Kurs immer unterstützt. Homuth und Teumer haben im ZIK-FunGene die notwendigen experimentellen Erfahrungen gesammelt..

Forschung bleibe ganz wichtig und dürfe bei allem Druck auf schwarze Zahlen in der Krankenversorgung und nur zu verständlichen Interesse der Öffentlichkeit am Patientenwohl nicht vergessen werden, mahnt Hecker. Denn die Unimedizin Greifswald schrieb in der jüngeren Vergangenheit rote Zahlen, der Spardruck ist da. „Es sind Politiker mit Weitsicht und Visionen gefragt, die bei den drängenden Tagesaufgaben die dienende Rolle einer Universitätsmedizin in Forschung, Lehre und Versorgung als Ganzes nicht aus den Augen verlieren“, so Hecker. Die aktuelle Leitung der Unimedizin Greifswald müsse dafür sorgen, dass die Erfolgsgeschichte in der Forschung fortgesetzt wird. Die Einwerbung großer, international sichtbarer Forschungsverbünde sei dafür unbedingt erforderlich.

Eine Zitierung sei noch kein Ausweis für Qualität, wohl aber für Sichtbarkeit der Arbeit von Wissenschaftlern. Die Erfolge der Greifswalder Medizinforschung lassen sich auch in den seit über 20 Jahren bestehenden Rankings des Laborjournals nachweisen. In den frühen Rankings gab es keine Greifswalder Mediziner und auch keine Rostocker unter den 50 meistzitierten Wissenschaftlern des deutschsprachigen Raumes. Seit 2005 änderte sich das. In den aktuellsten Rankings, für die solche Bewertungen vorliegen, sind es insgesamt elf.

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