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Greifswald Erlebnisweg ersetzt Trampelpfad in Lubmin
Vorpommern Greifswald Erlebnisweg ersetzt Trampelpfad in Lubmin
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15:02 21.06.2019
Ein neuer Weg verbindet das Wohngebiet "Am Teufelsstein" mit dem Parkplatz am Strandabgang 1 in Lubmin. Bürgermeister Axel Vogt (CDU) mit der Kurdirektorin Denise Johannßon und dem zuständigen Planungsingenieur Jörg Denecke (v.r.). Quelle: Anne Ziebarth
Lubmin

Wer künftig den Lubminer Strandzugang Nummer 1 an der verlängerten Gartenstraße nutzt, wird sich vermutlich erstaunt die Augen reiben. Statt des bisherigen kleinen Trampelpfades, der das Wohngebiet „Am Teufelstein“ mit dem Parkplatz verbindet, präsentiert sich jetzt eine gepflasterte Promenade mit Kinderspielplatz, überdachter Picknickgelegenheit, Barfußparcours, Mülleimern, einem WC und drei großen Infotafeln.

Möglich wurde der nach Angaben des Planers Jörg Denecke rund 365.000 Euro teure Bau durch europäische Fördermittel und die Zusammenarbeit der Gemeinde mit ihren lokalen Partnern, der Heimvolkshochschule, dem Nabu und der Schule Am Teufelstein. „Ich bin sehr stolz auf das, was wir hier gemeinsam geschaffen haben“, sagte der gut gelaunte Bürgermeister des Seebades. „Wir wollten schon lange unser Westend besser erschließen, jetzt haben wir nicht nur einen simplen Weg bauen können, sondern einen richtigen Erlebnispfad.“

Besonders die bunt bestückten Infotafeln über Vögel, Fische und Säugetiere der Region fallen dem Spaziergänger auf. Für die Inhalte der Schaufenster sind sechzehn Schüler der Regionalen Schule verantwortlich. Gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Anke Müller, Lena Haeberlein (Nabu) und Manja Graf (Straze) fertigten sie bei einer Projektwoche Tiersteckbriefe an. Auch praktische Erfahrungen konnten die Schüler sammeln. „Sogar einen Ausflug auf die Greifswalder Oie haben wir gemacht und Garnelen gekeschert“, erzählt der 16-jährige Leon Sommerfeld. „Und sie nach der Beobachtung wieder freigelassen.“

Hanna Schulz (13) kannte die meisten der Tierarten der Ostsee schon. „Na, man wohnt ja hier und beschäftigt sich ja dann auch damit“, sagt sie. „Und man lernt ja auch einiges über die Natur von den Eltern.“ Mareike Tonn hatte vor allem viel Freude am speziellen Druckverfahren, mit dem die Schüler Zeichnungen von Garnele und Co. aufs Papier brachten. „Wir haben Tetrapaks dafür verwendet, die Umrisse in die silberfarbene Seite eingeritzt und dann mit Farbe bestrichen aufs Papier gedruckt“, erinnert sich die 13-Jährige.

Hanna Schultz und Mareike Tonn vor einer der neuen Schautafeln, die Wissenswertes über die Natur der Region vermitteln. Quelle: Anne Ziebarth

Nur die brennende Sonne der vergangenen Tage hat den Bildern der Schüler nicht gut getan, schon beginnen die Farben zu verblassen. Doch dafür hat Kurdirektorin Denise Johannßon eine Lösung parat. „Wir haben eine weitere Zusammenarbeit verabredet“, sagt sie. „Dann können wir die Inhalte auch mal austauschen und mit neuen Bildern oder Tiersteckbriefen füllen.“

Ein wichtiger Pluspunkt des Projektes ist ganz ohne Frage auch die neue öffentliche Toilette am Parkplatz. „Die nächsten Toiletten sind mit den Standorten Hafenstraße und Kurpark einfach zu weit weg“, sagt Jörg Denecke. „Die Menschen, die den Strandabgang 1 nutzen, wissen nicht wohin. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass die Strandbesucher hier einfach in die Büsche gegangen sind.“ Bei der Umsetzung des Baus zeigt sich Denecke ideenreich. „Das ist kein fertiges Toilettenhaus, sondern von Werk her eigentlich ein Trafo-Häuschen“, erzählt er. „Zunächst hat sich der Hersteller gewehrt, aber schließlich haben wir es doch mit der Sonderausstattung Fliesen und Toiletten sowie Leitungen bekommen können.“ Diese Lösung sei deutlich günstiger als ein vergleichbares Toilettenhäuschen, bereits am Hafen Vierow habe man mit diesen Modulbauten gute Erfahrungen sammeln können.

Die „Gelegenheit“ der aktuellen Baumaßnahmen am Wohngebiet wurde von der Gemeinde auch genutzt, um parallel ein anderes Projekt voranzutreiben: Die Ausstattung des Seebades mit unterirdischen Wasserspeichern, sogenannten Zisternen, die den Brandschutz in der Gemeinde sicherstellen. „Insgesamt sollen es mal acht auf dem Gemeindegebiet werden, jetzt fehlen uns nur noch zwei“, freut sich Lubmins Bürgermeister.

Anne Ziebarth

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