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Greifswald Ernst Moritz Arndt als Lehrer an der Uni Greifswald
Vorpommern Greifswald Ernst Moritz Arndt als Lehrer an der Uni Greifswald
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09:10 27.08.2019
Porträt von König Gustav III. von Schweden in der Aula, die zu Arndts Zeit Bibliothek war. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Vorpommern

Ende dieses Jahres wäre Ernst Moritz Arndt 250 Jahre alt geworden. Das Vineta-Museum plant aus diesem Anlass eine Ausstellung, die im Dezember eröffnen soll. OZ blättert schon mal in dem von Gert-Helge Vogel erarbeiteten Katalog.

Arndt wollte festes Einkommen

Ernst Moritz Arndt hatte sich nach der Habilitation in Greifswald niedergelassen, über deren Uni er als Student gelästert hatte. Laut Vogel trieb ihn dazu die Notwendigkeit, ein festes Einkommen für die 1801 stattfindende Hochzeit mit seiner Charlotte zu finden.

Nach einem Semester beantragte er bei Hans Henrik Freiherr von Essen (1755 bis 1824), der gerade erst zum schwedischen Generalgouverneur und Kanzler der Uni berufen worden war, eine Adjunktur. Arndt drückte sich dabei ganz zeitgemäß aus, wir würden heute wahrscheinlich von unterwürfig sprechen. Er wandte sich an von Essen mit dem „verschämten und schüchternen Wunsche“, die mit einem Einkommen versehene Stelle zu bekommen.

Bild des Generalgouverneurs und Unikanzlers Hans Henrik von Essens in der Uniaula Quelle: Eckhard Oberdörfer

Schriften widmete er dem Generalgouverneur

Er wolle seine Studien fortsetzen, um seinem Vaterlande nützlich zu sein, schrieb Arndt. Seine 1800 erschienene Schrift „Ein menschliches Wort über Freiheit der alten Republiken“, hatte er absichtsvoll dem Generalgouverneur gewidmet, genau wie später zwei weitere. Von Essen zeigte sich huldvoll. Arndt bekam seine Stelle. Von Essens Porträt kann in der Greifswalder Uni-Aula bewundert werden.

Arndt entwickelte sich zum „kämpferischen Demokraten für freiheitliche Rechte“

Ab Mai 1800 hielt Arndt Vorlesungen für die seinerzeit 80 bis 90 Studenten. Nicht alle Angebote fanden Interesse. Dabei war die Fakultät mit seinen Leistungen sehr zufrieden. Vogel ist sicher zuzustimmen, wenn er die sieben Hörer seiner Vorlesungen über europäische Revolutionen als echten Erfolg des Neulings bezeichnet. 1801 bekam Arndt eine planmäßige Dozentur mit Gehalt. Inklusive waren 20 Taler für die Miete, sowie Holz und Torf zum Heizen.

Vogel meint, dass sich in den damals von Arndt verfassten Schriften sein politischer Standpunkt als „kämpferischer Demokrat für freiheitliche Rechte“ zeige. Auch als Poet profilierte sich Arndt. Vogel ist überzeugt, dass die ersten seiner insgesamt elf Greifswalder Jahre ihn stark prägten. Der königstreue Arndt wurde zum politisch schreibenden und handelnden Menschen.

Die wirkmächtige „Geschichte der Leibeigenschaft“

1803 erschien in Berlin seine Schrift „Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen. Nebst einer Einleitung in die alte teutsche Leibeigenschaft.“ Vogel geht wie viele andere davon aus, dass diese Schrift zur Aufhebung der Leibeigenschaft in Schwedisch-Pommern 1806 durch den schwedischen König beitrug.

Sabbatical in Schweden

Ebenfalls 1803 beantragte er Urlaub für eine Reise in den Norden. Auch dieses Gesuch um ein, wie wir heute sagen würden, Sabbatical wurde bewilligt. Der nunmehr 35-Jährige veröffentlichte nach der einjährigen Reise eine vierbändige Reiseschilderung. Arndt war und blieb ein Vielschreiber auch mit dieser „idyllischen Reiseschilderung im politischen Kampf“ (Uno Willers). Während der Reise verfasste Arndt sein einziges Drama „Der Storch und seine Familie“, das er dreien seiner Stralsunder Lehrer widmete.

Kampfschrift gegen französischen Machtanspruch

1804 kehrte Arndt zurück. Und auch sein drittes Gesuch hatte Erfolg. Er wurde 1806 Professor. Großer Zulauf bei den Vorlesungen war keine Voraussetzung. Die „Geschichte der politischen und privaten Erziehungsmethoden unseres Zeitalters“ interessierte die Greifswalder Studenten nicht. Das Manuskript fand aber Verleger. Großes Interesse bei den Zeitgenossen fand ebenso sein Buch „Geist der Zeit“. Eine „Kampfschrift gegen den französischen Machtanspruch auf ganz Europa“ nach der Niederlage der Österreicher und Russen gegen Napoleon, wie Vogel schreibt (wird fortgesetzt).

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