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Greifswald Eröffnungskonzert – tabulos und grandios
Vorpommern Greifswald Eröffnungskonzert – tabulos und grandios
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14:18 22.09.2019
Kristjan Järvi dirigiert das Eröffnungskonzert des 26. Usedomer Musikfestivals mit dem Baltic Sea Philharmonic. Quelle: Geert Maciejewski
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Peenemünde

Das Orchester ein Abenteuer, der Dirigent ein Kraftwerk und beide zusammen ein Ereignis! Damit hätte man das Baltic Sea Philharmonic und seinen Dirigenten Kristjan Järvi richtig charakterisiert.

Am Sonnabend eröffneten sie traditionsgemäß im Kraftwerk des Historisch-Technischen Museums Peenemünde das diesjährige Usedomer Musikfestival – Überraschungen inbegriffen! Järvi ließ erneut im Stehen (!) und auswendig (!!) musizieren und präsentierte ein Programm, in dem er Barockes mit amerikanischer Moderne kombinierte. Also Bachs Chaconne (arrangiert von Arman Tigranyan) und eigene, so raffiniert wie gekonnt effektvoll instrumentierte, Händel-Arrangements unter dem Motto „Too Hot to Handel“ (zu heiß zum Anfassen oder auch zu heiß für Händel) mit dem 3. Klavierkonzert von Philip Glass und der Music for Ensemble and Orchestra von Steve Reich. Das Ganze in pausenlos aufeinander folgende, die Werke vermischende Einzelsätze zerlegt und filmisch mit wandernden Sternenbildern und geometrischen Figuren begleitet. Gesamtmotto: Divine Geometry – Göttliche Harmonie!

Und der Gesamteindruck? Ein grandioses jugendliches Orchester, tatsächlich „ein lebendes, atmendes Wesen mit grenzenloser Energie und Enthusiasmus für das Neue, ein beispielloses Abenteuer“ (Kristjan Järvi), eine Simone Dinnerstein (USA) als perfekte Solistin und mit Werken von Reich und Glass spannende, möglicherweise nicht jedem liegende Vertreter eines singulär anderen, neue Hörgewohnheiten und erweitertes Verständnis fordernden Komponierens (minimal music).

Järvis Konzept – nichts weniger als tabulos – besticht durch Kompromisslosigkeit und ein buchstäblich alle Sinne fesselndes Musizieren. Das Orchester kann einfach alles, und Järvi auch! Seine Händel-Attacken sind weniger Händel denn enormen Klangsinn verratende Arrangements. Und sein sportliches Dirigat hat eben auch jene Faszination, die das schlicht Tonliche, besonders bei Meistern wie Reich und Glass, zum Ereignis werden lassen.

Recht hat er: Sein Orchester ist mehr als ein Orchester! Zu hochgeschraubt? Wer dabei gewesen ist oder auch schon frühere Konzerte mit Järvi und dem Baltic Sea Philharmonic erlebt hat, weiß damit etwas anzufangen!

Von Ekkehard Ochs

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