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Greifswald Erste Demokratiekonferenz in Greifswald: Mitmachen statt Zuschauen
Vorpommern Greifswald Erste Demokratiekonferenz in Greifswald: Mitmachen statt Zuschauen
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19:30 31.03.2019
Moderatorin Sophie Hirschelmann bei der Präsentation der Ideensammlung. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Was bedeutet Demokratie? Mitbestimmen, Teilhaben, Mitmachen vielleicht?Hört sich leicht an, ist aber nicht immer einfach umzusetzen. Darüber, wie man das große Wort und das schnöde Alltagsleben besser miteinander verknüpfen kann, haben etwa 50 Teilnehmer der ersten Demokratiekonferenz in Greifswald beraten. Im Jugendzentrum Schwalbe trafen sich Akteure von Vereinen und Initiativen mit Politikern und Mitarbeitern der Verwaltung, um herauszufinden, wo es noch hakt mit der Demokratie in Greifswald.

Homophobie und Abgrenzung sind Probleme Greifswalds

Einige Problem-Schwerpunkte kristallisierten sich schnell heraus. Die Abgrenzung von Stadtteilen zum Beispiel. „Man kann schon eine Abgrenzung feststellen, gerade von eher wohlhabenderen Stadtteilen gegenüber den Plattenbauvierteln“, meint Hans Heuer vom Theater Vorpommern. Gemeinsame Theaterstücke und -Projekte könnten nach seiner Erfahrung eine Möglichkeit darstellen, diese Gräben zu überwinden. „Wir haben in der vergangenen Saison das Projekt Heimat hoch 3 in Schönwalde realisiert, in diesem Jahr gibt es das Theaterstück Heimat hoch 4.“ Zu einer demokratischen Gesellschaft gehört für den Theaterpädagogen selbstverständlich auch der gleichberechtigte Umgang mit schwulen oder lesbischen, bi- oder transsexuellen Personen. „Ich weiß von Fällen in Greifswald, in denen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht in Bars gelassen wurden“, sagt er. „Das ist klare Homophobie.“ Mehr Veranstaltungen, wie zum Beispiel Aktionstage und Feste der LBGT-Gemeinschaft könnten helfen, Vorurteile abzubauen.

Umweltschutz und Sportverein

Für Björn Pasemann von der Greifswalder Umweltschutzorganisation Finc besteht beim Thema „Agrarflächen“ noch viel Verbesserungsbedarf. „Nur wenige Menschen wissen, dass die Stadt Greifswald rund 4500 Quadratmeter Land besitzt“, so Björn Pasemann. „Darüber, was mit diesen Flächen geschieht und wie sie bewirtschaftet werden, möchten wir gerne aktiv mitbestimmen.“ Die Gründung eines Vereins aus der Institut Agrarinitiative sei eine Chance, meint er. „Aber es muss auch für Umweltorganisationen die Möglichkeit geben, mitzuentscheiden “ „Wir denken, dass Sport ein gutes Mittel ist, um Kinder und Jugendliche an Demokratie heranzuführen“, sagen Max Surke und Paul Rosenthal vom Handballverein HC Vorpommern-Greifswald.“Vielleicht nicht im politischen Sinne, aber man lernt ja zum Beispiel auch Rücksichtnahme und Gruppendynamik kennen.“

Erste Projektideen sind eingegangen

„Wir freuen uns, dass so viele Leute gekommen sind“, sagt Laura Freitag. „Die Zeit war knapp.“Gemeinsam mit Anita Vollmer ist sie eine der externen Koordinatoren des Projektes, bei der Stadt ist das Vorhaben bei der Familien- und Präventionsbeauftragten Ines Gömer angesiedelt. Den Zuschlag für das Projekt hatte Greifswald erst im Januar bekommen. Aus all den gesammelten Vorschlägen und Anregungen soll nun eine Art Leitfaden entwickelt werden, zwei mal im Jahr wird zur Demokratiekonferenz geladen, bei der die Ziele immer wieder aktualisiert und angepasst werden. Erste Projektideen sind auch bereits vom Begleitausschuss begutachtet worden, die Verwaltung prüft derzeit die Anträge. Unter den Vorhaben sind beispielsweise ein Antrag der Nähwerkstatt Kabutze für eine Veranstaltung im Rahmen der geplanten Aktionswoche "Fashion Revolution Week" oder ein Antrag auf Unterstützung der AG Kinder- und Jugendbeirat für die Vorbereitung und Durchführung der Wahl des Kinder- und Jugendbeirats. Auch das Bildungsprojekt qube möchte Unterstützung für eine Veranstaltung im Rahmen der Aktionswochen gegen Homo-, Inter*-und Transfeindlichkeit.

Anne Ziebarth

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