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Greifswald Erster Spatenstich für Breitbandausbau in Gützkow
Vorpommern Greifswald Erster Spatenstich für Breitbandausbau in Gützkow
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18:43 27.06.2019
Symbolischer Startschuss für den Breitbandausbau in Gützkow mit Frank Schmetzke, Geschäftsführer der Landwerke MV Breitband GmbH, Stephanie Holter von Atene Kom, dem Projektträger des Bundesverkehrsminsteriums, Frank Mecklenburg, Referatsleiter Digitalisierung in der Wirtschaft im Infrastrukturministerium MV, sowie Landrat Michael Sack. Quelle: HGW
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Gützkow

Großer Bahnhof im kleinen Gützkow: Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am Donnerstag der Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet gestartet. Die knapp 3000 Einwohner zählende Stadt gehört wie neun weitere Gemeinden der Amtsbereiche Züssow und Anklam-Land zum sogenannten Projektgebiet VG 22-12. Dieses sowie das benachbarte Fördergebiet VG 22-14 mit weiteren neun Gemeinden „soll bis 31. Dezember 2020 mit einem modernen Glasfasernetz versorgt werden“, verspricht Frank Schmetzke, Geschäftsführer der vom Landkreis Vorpommern-Greifswald beauftragten Landwerke MV Breitband GmbH Neustrelitz.

Rund 5700 Haushalte sowie 542 Unternehmen sollen damit in die Lage versetzt werden, spätestens in 18 Monaten um ein Vielfaches schneller als jetzt durch das weltweite Netz surfen zu können. Die Kosten sind mit etwa 28 Millionen Euro erheblich. Wobei sich der Bund „mit rund 70 Prozent beteiligt, das Land mit 20 und unser Landkreis mit zehn Prozent“, sagt Landrat Michael Sack (CDU) vor zahlreichen Gästen. „Baustart in Gützkow ist der 15. Juli“, informiert Projektleiter Tom Buxeder. Im anderen Projektgebiet gehe es bereits eine Woche früher los. Die Tiefbaufirmen stünden in den Startlöchern. „Die europaweiten Ausschreibungen haben wir bereits vor Monaten auf den Weg gebracht. Mit einem großen Pool an Firmen aus Deutschland, Polen und der Ukraine können wir in den nächsten Monaten die Ressourcen gut abdecken“, versichert Geschäftsführer Schmetzke. Immerhin müssen bis Projektende um die 340 Kilometer Graben gebuddelt, 600 Kilometer Leerrohre verlegt und 1400 Kilometer Glasfaser eingeführt werden. „Das ist in anderthalb Jahren eine große Herausforderung“, so Schmetzke.

Gützkows Bürgermeisterin Jutta Dinse freut sich, dass den langwierigen Versprechungen der vergangenen Jahre „nun endlich Taten folgen“. Allerdings musste sie sich in jüngster Zeit auch viel Unmut von Bürgern anhören, deren Haushalte zwar offiziell gefördert wurden, die jedoch unfreiwillig vom Breitbandausbau Abstand nahmen. Der Grund: Sie sollten dafür tief in die Tasche greifen, zum Teil Tausende Euro zahlen, weil die Entfernung zwischen Straße und ihrem Haus die förderfähigen 20 Meter überschreitet. Bei einem tiefen Grundstück wären da locker mal drei- oder viertausend Euro zu zahlen gewesen. „Das ist jetzt vom Tisch“, sagt Dinse und freut sich, dass ihr Veto in dieser Sache offenbar Früchte trug. Tom Buxeder bestätigt den Fakt: „Wir wollen, dass alle Haushalte in den Fördergebieten auch tatsächlich vom Breitbandnetz profitieren, egal wie tief ihr Grundstück ist.“

Mathias Bartoszewski, frisch gewählter Bürgermeister von Karlsburg und Gast in Gützkow, hört so etwas gern. Allein – für seine Gemeinde gilt das leider noch nicht. Bundesweit erregte Karlsburg im März damit Aufmerksamkeit, dass zwar die unbewohnte Friedhofskapelle in Steinfurth schnelles Internet erhalten soll, aber nicht die Masse der Bevölkerung.

Schnelles Internet? Fehlanzeige!

Breitbandausbau in Vorpommern-Greifswald: Provinzposse oder Skandal?

Dieser Schildbürgerstreich lockte am Donnerstag sogar ein Team von „RTL Explosiv“ in vorpommersche Gefilde. Indes: „Eine Lösung gibt es noch immer nicht“, ärgert sich Bartoszewski. Bleibt seine Gemeinde etwa abgehängt? „Ich kann die Ängste der Bürger dort verstehen“, sagt Landrat Sack, der am Montag nochmal ein Gespräch mit dem Bürgermeister hat. Was das bringen soll, ist unklar. Denn eigentlich ist alles gesagt. Was fehlt, ist die konkrete Zusage, dass die Grundstücke doch ans Breitbandnetz angeschlossen werden. Der Landrat scheut sich jedoch vor einem Versprechen. Nur so viel: „Wir sind in Gesprächen, müssen sehen, wie wir eine Lösung fördertechnisch hinbekommen.“ Wann? Völlig offen.

Um diese Gemeinden geht es

Im Projektgebiet
VG 22-12 sind neben der Stadt Gützkow folgende Gemeinden des Amtes Züssow enthalten: Bandelin, Gribow, Groß Polzin und Ziethen sowie aus dem Amt Anklam-Land die Gemeinden Krien, Krusenfelde, Medow, Neetzow-Liepen und Stolpe an der Peene.

Das Projektgebiet VG 22-14 betrifft im Amt Peenestrom neben der Stadt Lassan die Gemeinde Buggenhagen. Zudem gehören aus dem Amt Züssow die Gemeinden Karlsburg, Klein Bünzow, Rubkow, Schmatzin, Wrangelsburg und Züssow dazu. Und aus dem Amt Lubmin wird Neu Boltenhagen erschlossen.

Petra Hase

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