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Greifswald Ethische Entscheidungen am Lebensende
Vorpommern Greifswald Ethische Entscheidungen am Lebensende
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07:23 29.05.2019
Prof. Sabine Salloch (l.) und Anna-Henrikje Seidlein (r.) vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin zusammen mit den beiden Nachwuchswissenschaftlern aus Großbritannien, Natalia Kyrtata und Bradley Lonergan (Mitte). Quelle: Christin Lachmann
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Greifswald

Am Ende eines Lebens stellen sich nicht nur für Angehörige der Betroffenen viele Fragen. Auch für die behandelnde Ärzte, Psychologen oder Physiotherapeuten geht es auf Antwortsuche: Wer sollte für die Entscheidung von Organspenden zuständig sein? Wie mit Suizidwünschen umgehen? Ist eine Physiotherapie bei einem todkranken Menschen weiterhin notwendig?

13 Nachwuchsforscher aus Europa und Südamerika gehen diesen und weiteren Fragen in Greifswald nach. Zum ersten Mal veranstaltet Prof. Sabine Salloch vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin eine Klausurwoche.

Im Fokus dabei stehen Ärzte, Seelsorger, Physiotherapeuten oder Psychologen sowie Angehörige und die Frage, welche medizinischen Entscheidungen am Lebensende getroffen werden sollten, erklärt die Professorin. Die Teilnehmer kommen aus Frankreich, Großbritannien oder Malta. Ein Nachwuchsforscher ist aus Brasilien angereist. Sie alle sprechen über das Gesundheitssystem in ihrem Land.

Denn in jedem gibt es unterschiedliche Standards. So werden in der Schweiz beispielsweise pflegende Angehörige in einigen Kantonen fest angestellt. „Damit geraten sie in eine professionelle Rolle. Sie sind dann nicht nur Angehörige, sondern auch Angestellte, die für die Pflegeleistung bezahlt werden“, so Salloch.

Bradley Lonergan aus Lancaster (Großbritannien) beschäftigt sind in seinem Vortag mit der Frage, wann eine Behandlung an einem Patienten, der sich am Lebensende befindet, durchgeführt oder gestoppt werden sollte. Der 26-jährige Medizin-Promotionsstudium war einer von insgesamt 18 Bewerbern der Klausurwoche, der schlussendlich ausgewählt wurde.

Während in Deutschland Ausbildungen im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege ausreichen, gehört dies in anderen Ländern nicht mehr zum Standard. „Seit Langem studieren Krankenschwestern in vielen anderen Ländern“, erklärt Salloch. Eine Option für Deutschland? „Die Frage wäre, ob Menschen, die hier Pflege studieren, zurück ans Krankenbett kommen, was für den Patienten gut wäre. Zum anderen fehlt es letztlich an Entgeltgruppen. Wer hier Pflege studiert hat, bekommt nicht mehr Geld als die, die eine Berufsausbildung haben.“

Die Ziele der Klausurwoche: Die verschiedenen Strukturen der internationalen Gesundheitssysteme besser kennenzulernen, „aber auch voneinander zu lernen und über Ländergrenzen hinweg zusammen zu arbeiten“, erklärt Salloch. Geplant sei außerdem eine Publikation über die Ergebnisse in einem Buch.

Gefördert wird die Klausurwoche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Sowohl die Reisekosten als auch die Unterbringung im Maritimem Jugenddorf Wieck (Majuwi) ist in der Förderung mit inbegriffen. Um die Hansestadt zu erkunden, geht es für die Teilnehmer in dieser Woche zu zwei Stadtführungen.

Am 29. Mai gibt es einen öffentlichen Abendvotrag von Professor Eric Vogelstein von der Duquesne University (Pittsburgh/USA) zum Thema: „Ethische Entscheidungen am Ende des Lebens –internationale Vergleiche“. Der Vortrag ist auf Englisch und beginnt um 18 Uhr im Alfried-Krupp-Kolleg (Martin-Luther-Straße 14).

Christin Lachmann

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