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Greifswald Burgenvereinigung für Herrenhauszentrum
Vorpommern Greifswald Burgenvereinigung für Herrenhauszentrum
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10:58 07.03.2019
Schloss Ludwigsburg bei Greifswald Quelle: Stefan Sauer
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Ludwigsburg

Schloss und Gutshof Ludwigsburg könnten ein „Europäisches Herrenhauszentrum. Museum und Forschungsinstitut im Ostseeraum“ werden. Das schlägt Prof. Sabine Bock im Namen des Präsidiums der Deutschen Burgenvereinigung vor. Zu der 1899 gegründeten Denkmalschutzorganisation gehört das Europäische Burgeninstitut, dessen für Herrenhäuser zuständige Abteilung dann in Ludwigsburg ansässig sein könnte. Mit Partnern könnten in der historischen Schlossanlage eine „Dauerausstellung zu Ludwigsburg und den pommerschen Schlössern und Herrenhäusern sowie denen des Ostseeraumes, einschlägige Sonderausstellungen und eine Forschungsstelle zu den Herrenhäusern und Gutsanlagen Norddeutschlands“ sein heißt es in der Ideenskizze. „Das Europäische Herrenhauszentrum hat das Potenzial, zu einem ,Leuchtturm’ der Kultur und des Tourismus im Ostseeraum zu werden.“

Die Architekturhistorikerin Sabine Bock, eine anerkannte Expertin für Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern, verweist darauf, dass in anderen Ländern vergleichbare Einrichtungen Publikumsmagneten sind, so im dänischen Gammel-Estrup und im estnischen Palmse. Ludwigsburg als Schloss und Gut der pommerschen Herzöge aus dem Greifengeschlecht sei als Europäisches Herrenhauszentrum sehr geeignet. So blieb hier ein breites Spektrum der Baulichkeiten und Anlagen des 16. bis 19. Jahrhunderts erhalten. Auch die Lage bei Greifswald mit vielen möglichen Kooperationspartner wie Instituten der Uni und dem Pommerschen Landesmuseum und nicht weit von Usedom sei ideal.

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Sabine Bock hat im Auftrag der Stiftung Mecklenburg bereits eine geplante Dauerausstellung zu mecklenburgischen Herrenhäusern konzipiert. Darum sollte der Schwerpunkt in Ludwigsburg zunächst auf dem pommerschen Landesteil liegen. „Allerdings ist es von ebenso großer Bedeutung, die gesamte Kulturlandschaft der Herrenhäuser des Ostseeraums zu thematisieren.“

Noch ist Ludwigsburg in des in einem recht desolaten Zustand. Aber die Zeichen stehen auf Veränderung, Bund und Land stellen die nötigen Mittel für die Sanierung bereit (die OZ berichtete). „Wir sind für alles offen“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins für Schloss und Park Ludwigsburg, Sascha Ott. Platz sei ja in dem Gebäudeensemble vorhanden. Über Konkreteres müsse man reden. „Uns ist ein Anziehungspunkt für den Tourismus wichtig“, sagt Ott. Er erwartet eine umfangreiche Unterstützung durch das Land, der vorpommersche Landesteil sei „dran“. Otts Ziel: In diesem Jahr müssen die Bauarbeiten beginnen, um den Verfall zu stoppen.

Roland Wenk, der Leiter des Amtes für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern, begrüßt die Idee. Schließlich knüpfe sie an Bemühungen des Planungsverbandes an, „die Gutshäuser bzw. Schlösser wieder zu lebendigen Mittelpunkten im ländlichen Raum zu entwickeln. Ludwigsburg spielt da natürlich eine ganz besondere Rolle.“ Ob die Idee der Deutschen Burgenvereinigung tragfähig sei oder wie weit sie tragen könne, müsste erst im Planungsverband diskutiert werden.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow engagiert sich seit etwa zehn Jahren für das Schloss der pommerschen Herzöge in Ludwigsburg. „Wir müssen uns jetzt erst mal auf den Kauf durch das Land konzentrieren“, betont er. „Dadurch wird Klarheit geschaffen, die die weiteren Schritte erleichtert. Er sei mit dem Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) im Gespräch, um kurzfristig einen Kabinettsbeschluss herbeizuführen. Sabine Bocks Idee sei interessant, bestätigt Liskow. Das Schloss selbst müsse aber der Geschichte der Pommernherzöge vorbehalten bleiben. Eines bleibt für Liskow klar: Das Pommersche Landesmuseum muss sich am Projekt Ludwigsburg beteiligen. „Dafür werde ich kämpfen“, sagt er.

„Wir suchen noch eine Nutzung, gute Ideen sind immer willkommen“, meint der Greifswalder SPD-Landtagsabgeordnete und Infrastrukturminister Christian Pegel. Es sei aber wichtig, dass eine Nutzung wenigstens zum Teil auch die Kosten decke. Man müsse sehen, ob das Herrenhauszentrum dazu passt. Auch Pegel sieht das Pommersche Landesmuseum als Partner an. Vorpommernstaatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) sicherte zu, sich mit dem Anliegen zu befassen und sich später zu äußern.

Eckhard Oberdörfer

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