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Greifswald In diesen Restaurants essen Kinder gerne
Vorpommern Greifswald In diesen Restaurants essen Kinder gerne
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Marta (l.) und Fiete spielen in der Minibäckerei der Mecklenburger Backstuben in Greifswald. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

 Zu einem gelungenen Tag mit der Familie gehört für Eltern und Kinder häufig ein gutes Essen. Das kann schnell anstrengend werden, wenn die Kleinen still am Tisch sitzen und warten sollen. Greifswalder Gastronomen verschaffen Abhilfe mit Spielecken, Malstiften oder einem Sandkasten.

Stillen in der Brasserie: kein Problem

„Ich komme mit meiner Kleinen selbst sehr gerne her“, sagt Jeanette Meinecke, Servicefachkraft in der Brasserie „Hermann“, in der Kinder eine Spielecke mit Verkehrsteppich finden und sich auch kulinarisch wohlfühlen. „Stampfkartoffeln gehen immer“, sagt Meinecke und verrät einen Geheimtipp: Rühr- oder Spiegelei stünden zwar nicht auf der Karte, werden aber auf Wunsch für den Nachwuchs zubereitet. Der isst ansonsten gerne das Kinderschnitzel, Nudeln mit Tomatensoße, Kroketten, Pommes, aber auch Salate und Suppen – Klassiker, die in vielen Restaurants beliebt sind. Hochstühle stehen bereit, auf dem Damen-WC ist ein Wickeltisch zu finden und im separaten „roten Salon“ können Mütter in Ruhe stillen. „Stillen ist kein Problem, hier wird niemand deswegen komisch angeguckt. Schließlich haben wir viele Familien als Gäste“, sagt Meinecke.

Sandkasten und viel Platz für den Kinderwagen in der Innenstadt

Ähnlich gut aufgestellt ist das „Restaurant und Cocktailbar Poro“ mit Wickeltisch, Kinder- und Hochstühlen und einer Spielecke mit Stiften und Malblöcken mit „beliebten Motiven wie Biene Maja“, sagt Geschäftsführer Thomas Schmidt. Die Kleinen können dann die Kinderkarte ausmalen, während die Eltern ein gutes Essen oder ihren Cocktail genießen. „Für Gäste ohne Kinder ist immer genug Platz, um auch einen ruhigen Platz zu finden“ – entweder im Erdgeschoss oder in der mit Couchen ausgestatten Lounge im zweiten Stock. „Mit den ersten Sonnenstrahlen bauen wir im April oder Mai auch unseren Sandkasten vor der Terrasse auf“, sagt Schmidt. So können die Kinder dort toben oder im Flachbrunnen vor dem Pommerschen Landesmuseum planschen und trotzdem im Blick der Eltern bleiben. Eine Kinderkarte mit Motiv zum Ausmalen und Stiften gibt es auch im Braugasthaus „Alter Fritz“ am Markt. Ein Wickeltisch auf der Damentoilette und Kinderstühle sind ebenfalls vorhanden.

Logenhaus bietet Kinderfrühstück, Spielzeug und Wickeltisch

Diesen Standard weist auch das „Greifswalder Logenhaus“ (ehemals Humboldt) auf, hinzukommen Malbücher, Stifte und Spielzeug. „Eltern haben ja nie wirklich Wochenende“, sagt Barchef Lars Schwertfeger. Falls auch die Kleinen gestresst sind, gibt es manchmal ein Schokoladenbonbon gratis. Zum Kinderfrühstück gehören Milch, Cornflakes, Brötchen, Marmelade und ein Überraschungei. Rollstuhlfahrer finden eine behindertengerechte Toilette, die sie über einen kurzen Umweg um das Gebäude des Logenhauses erreichen. „Kinder sind natürlich unsere Zielgruppe. Wie wichtig Familienfreundlichkeit ist, weiß ich als Vater auch“, sagt Schwertfeger. Ohne Spielecke, Platz für den Kinderwagen oder Verständnis der Angestellten – dann auch ohne Vlada Wilms. „Es muss kinderfreundlich sein. Hier ist Platz für den Wagen und sie haben Hochstühle. Ich bin begeistert“, sagt die Mutter, die in Greifswald studierte und heute in Frankfurt am Main lebt.

Vlada Wilms sitzt mit Tochter Ida in der Spielecke im „Greifswalder Logenhaus“. Quelle: Christopher Gottschalk

Eine Ecke nur für Kinder mit Malzeug, Kinderstühlen und Koordinationsspielen etwas abseits vom Publikumsverkehr hat die Filiale von „Bäckerei Junge“ im Schuhhagen. „Vor allem am Sonntagnachmittag zum Kaffee trinken kommen viele Eltern her“, sagt Verkäuferin Anke Krohn. Wer im Café und Restaurant „Lichtblick“ am Markt essen geht, findet für die Kleinen Bücher und Malstifte. So auch im italienischen Restaurant „Il Ponte“ in Wieck.

Familienfreundlichkeit durch Entscheidungen vor Ort

Lob bekommt die Kinderspielecke in den „Mecklenburger Backstuben“ in der die Kinder selbst zu Minibäckern werden. In einer Küche mit Spielbroten, Backofen und Brezeln wuseln sie umher, Spiel- und Malzeug in den Händen. „Ich gehe hier hin, weil es funktioniert, die Minibäckerei total gut ist und man auch in Ruhe einen Kaffee trinken kann“, sagt Madeleine Piper. Auf Kinderfreundlichkeit setzt auch Wolfgang Jochens, seit 38 Jahren Inhaber der „Klosterschenke“ in Eldena. „Wir treffen vor Ort schnelle Entscheidungen: Man stellt für Familien einen Extratisch dazu oder empfiehlt, sich an einen bestimmten Platz zu setzen, an dem der Kinderwagen Platz hat und die Kinder eine Ecke für sich haben“. Stifte, Mal- und Kinderbücher wie „Fix und Foxi“ verkürzen die Wartezeit auf das Essen, draußen wartet im Sommer ein Sandkasten zum Toben auf die Kleinsten.

In diesem Jahr hatte ein Lokal in Binz auf Rügen für Schlagzeilen gesorgt, weil es Kinder in seinen Räumen explizit ausgeschlossen hatte. Diese Entscheidung stieß bei den Gästen auf große Empörung.

Spielecke in der „Stadtbäckerei Junge“ im Schuhhagen. Quelle: Christopher Gottschalk

Christopher Gottschalk

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