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Greifswald Feldsteinscheune braucht neues Dach
Vorpommern Greifswald Feldsteinscheune braucht neues Dach
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17:00 27.02.2019
Das Schloss in Wrangelsburg ist wieder ein echter Hingucker, darüber freuen sich Einheimische wie Touristen. Der Eigentümer Gerd von Problotzki hat viel in das Bauwerk investiert. Quelle: Petra Hase
Wrangelsburg

Neues Jahr – neues Glück. Die Gemeinde Wrangelsburg will 2019 einen weiteren Versuch wagen, Fördermittel zur Sanierung der über 400 Jahre alten Feldsteinscheune zu bekommen. Nachdem die Denkmalpflege im vorigen Jahr einen Antrag über 565 000 Euro abgelehnt hatte, „wollen wir es jetzt noch einmal versuchen“, sagt Bauausschussvorsitzender Herbert Kautz. Hoffnung gebe das von der Bundesregierung im Dezember 2018 neu aufgelegte Denkmalschutz-Sonderprogramm VIII. Damit soll der Erhalt von national bedeutsamen Kulturdenkmälern unterstützt werden. Für Kautz ist es unzweifelhaft, dass das 60 Meter lange Bauwerk diesem Anspruch genügt. Seit Jahren kämpft der 73-Jährige für die Sanierung des dorfprägenden Gebäudes. Mit Erfolg, auch wenn es nur in kleinen Schritten voran geht.

2016 bewilligte die Landesdenkmalpflege erstmals 80 000 Euro. Mit einem Notdach wurde die stark gefährdete Scheune vor dem Verfall gerettet. Im Jahr darauf reichte der Denkmalschutz weitere 240 000 Euro aus, um das marode Mauerwerk instand zu setzen. Der Bau wurde mit Muschelkalk verpresst. Zuganker in den Wänden sorgen seither für eine ausreichende Standfestigkeit des Bauwerks. „Die neu zu beantragenden Mittel sollen für ein neues Dach inklusive Ständerwerk verwendet werden“, erklärt Kautz. Gelinge dies, komme die Gemeinde ihrem Ziel ein ganzes Stück näher. Ihr Konzept sieht vor, die Scheune als Gemeindezentrum auszubauen – mit multifunktionalem Saal und kleiner Bühne, Gemeindebüro und Platz für Kommunaltechnik.

Bürgermeister Andreas Juds. Quelle: Petra Hase

„Daneben planen wir in diesem Jahr die Errichtung von zwei neuen Bushaltestellen für Gladrow an der B 109“, sagt Bürgermeister Andreas Juds. Die Ausgabe sei notwendig, da das eine Bushäuschen bereits dem Sturm zum Opfer fiel und das andere auch nicht mehr viel tauge. Rund 6000 Euro seien dafür in den kommunalen Haushalt eingestellt worden. Ein anderes Vorhaben betreffe die sanierungsbedürftige Tür der Friedhofskapelle. Da sie denkmalgeschützt sei, wolle die Gemeinde für die Restaurierung ebenfalls Fördermittel beantragen.

Den Etat, der das dritte Jahr in Folge nicht ausgeglichen werden konnte, „haben wir auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung einstimmig verabschiedet“, sagt Juds. Der Finanzhaushalt weise 2019 ein Minus von 108 000 Euro auf. „Wir hoffen, dass sich mit dem neuen Finanzausgleichsgesetz an der Landespolitik etwas ändert und wir künftig mit mehr Geld ausgestattet werden“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeindevertretung habe daher die Forderung nach einer Pro-Kopf-Investitionspauschale mit unterzeichnet, die der Städte- und Gemeindetag sowie der Landkreistag von MV auf den Weg brachten. Der Appell hat zum Inhalt, dass die vom Bund ausgereichten Mittel auch tatsächlich an die Kommunen weitergereicht werden (die OZ berichtete). „So lange müssen wir noch durchhalten“, sagt Juds, der trotz finanzieller Schieflage eine Fusion mit anderen Kommunen ablehnt. „Wir haben uns zwar mit dem Thema beschäftigt und auch an den Gesprächen im Amt teilgenommen, sahen aber keinen Sinn in einer Fusion“, sagt Juds. Darin sei sich die Gemeindevertretung einig. „Wenn sich mehrere Arme zusammentun, wird daraus noch lange kein Reicher“, unterstützt Herbert Kautz die Auffassung. Als kleine Gemeinde mit 205 Einwohnern habe es Wrangelsburg immerhin geschafft, im vergangenen Jahr mit Fördermitteln den Straßenbau von der B109 bis ins Dorf zu realisieren.

Eine neue Straße für den Ginsterweg wäre in Wrangelsburg wünschenswert, ist aber derzeit nicht finanzierbar. Quelle: Petra Hase

Andererseits gebe es viele Wünsche, die aufgrund fehlender Einnahmen nicht verwirklicht werden könnten. Eine vernünftige Straße für den Ginsterweg etwa wäre einer dieser großen Wünsche. Die Plattenstraße weist mittlerweile einige Brüche auf. Auch der Rotdornweg in Gladrow müsste dringend erneuert werden. Gäbe es genügend Einnahmen, „könnten wir auch den Bebauungsplan überarbeiten, um den Weg für weitere Ansiedlungen freizumachen“, sagt Herbert Kautz. Das Interesse sei vorhanden. Auch Bauplätze gebe es – zum Beispiel in Verlängerung der Lindenallee. Nur das Geld fehle derzeit für solche Projekte.

In anderen Dingen sehe die Gemeinde schon eher Licht am Horizont. „Der Breitbandausbau soll im Frühjahr endlich starten“, sagt Bürgermeister Juds. Die Leitungen sollen von Züssow über Moeckowberg bis nach Wrangelsburg und Gladrow verlegt werden.

Ein Vorhaben der Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH stoße ebenso auf positive Resonanz: Das Unternehmen plane, die Gemeinde ans Gasnetz anzuschließen. „Etwa 20 Haushalte haben bereits in den ersten Tagen Interesse angemeldet. 25 sind Voraussetzung für eine Investition“, sagt Herbert Kautz. Er und Juds zeigen sich optimistisch, dass diese Zahl erreicht werde, da das Heizen mit Gas für die Bewohner preiswerter sei als mit anderen Rohstoffen.

Petra Hase

Wissenschaftlich exakt, zuweilen frech und unbequem: Mit anschaulichen Karten zu trockenen Daten aus der Sozialwissenschaft hat das Magazin aus Greifswald den Zeitschriften-Markt aufgemischt.

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