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Greifswald Festsymposium ehrt königlichen Hofgartendirektor
Vorpommern Greifswald Festsymposium ehrt königlichen Hofgartendirektor
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05:32 03.09.2015
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Greifswald

Er war Naturmensch und Lehrer, Autor und Handelsgärtner. Aber vor allem war Ferdinand Jühlke (1815-1893) der Initiator der ersten Internationalen Gartenbauausstellung in Erfurt 1865 und wurde ein Jahr darauf von König Wilhelm I. zum Königlichen Hofgartendirektor und Leiter der Königlichen Landesbaumschule nach Potsdam berufen.

Sein 200. Geburtstag ist für die Stralsunder Akademie für Garten- und Landschaftskultur Anlass, ein dreitägiges Festsymposium zu veranstalten. Die Nachbarstadt hat auch allen Grund dazu: „Die Pläne zur gärtnerischen Gestaltung der früheren Festungsanlagen Stralsunds stammen aus der Hand des königlich-preußischen Hofgartendirektors“, sagt Gartenhistorikerin Angela Pfennig. Sie widmete ihre Doktorarbeit dem gewaltigen Lebenswerk Jühlkes.

Das nahm quasi in Greifswald seinen Anfang. Am 1. September 1815 in Barth geboren, erlernte Jühlke seit 1830 das Gärtnerhandwerk im Botanischen Garten der Universität Greifswald und wirkte ganze 24 Jahre als akademischer Gärtner und Gartenbaulehrer an der Königlichen Staats- und Landwirtschaftlichen Akademie Greifswald-Eldena. „Die erwarb sich nicht zuletzt auf Grund seiner wissenschaftlich und praktisch fundierten Arbeit große Verdienste bei der Ausbildung von Studenten im Gartenbau“, berichtet Angela Pfennig. Um daran zu erinnern, lädt die Stralsunder Akademie für Garten- und Landschaftskultur die Teilnehmer des Festsymposiums am 6. September nach Greifswald ein. Im Botanischen Garten der Universität und in Eldena werden sie auf den Spuren Jühlkes wandeln.

In Greifswald noch aktiv, habe Jühlke in den Jahren von 1845 bis 1858 als Sekretär des Gartenbauvereins für Neuvorpommern und Rügen sowie als Herausgeber von dessen Jahresberichten fungiert, so Pfennig. Zugleich habe er bereits erste Gartenbauausstellungen organisiert. Die Deutsche Gärtnerzeitung erinnerte anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums des späteren Hofgartendirektors 1884 mit Dankbarkeit an dessen Wirken in der Provinz Neuvorpommern: „Kaum ein Garten ist dort, dessen Einrichtung und Bewirtschaftung nicht nach Jühlkes Ratschlägen ausgeführt ist und dessen Besitzer nicht ihre ergiebigen Ernten an brauchbarem Obst, ihre schattigen Plätze seinen richtigen Anordnungen verdanken“, zitiert Pfennig.

Besondere Beachtung verdiene sein 1858 erschienenes Werk „Die Zustände des Gartenbaus vor 100 Jahren in Neuvorpommern und Rügen“. In dem habe er erstmalig Erkenntnisse über den Gartenbau in der Provinz Neuvorpommern niedergeschrieben und unter anderem auch die gartenkulturellen Leistungen Stralsunds gewürdigt. In der Hansestadt seien zahlreiche Verschönerungen von Anlagen und Promenaden auf Kosten der Stadt hergestellt worden, die der Erholung der Bürger dienten. Dadurch werde „der Schönheitssinn des Volkes geweckt und genährt“, hieß es damals. Wer heute zum Beispiel am Stralsunder Knieperteich promeniert, wandelt auf den Spuren des Königlichen Hofgartendirektors.



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