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Greifswald Greifswald bekommt riesiges neues Gerichtszentrum
Vorpommern Greifswald Greifswald bekommt riesiges neues Gerichtszentrum
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10:32 04.03.2019
So soll das neue Gerichtszentrum in der Greifswalder Domstraße aussehen Quelle: buttler architekten GmbH
Greifswald

Die Hansestadt Greifswald erhält ein riesiges neues Gerichtszentrum. Mit dem Landesverfassungsgericht, dem Oberverwaltungsgericht und dem Finanzgericht sollen hier künftig gleich drei höchste Gerichte des Landes angesiedelt sein. Hinzu kommen das Greifswalder Verwaltungsgericht und das Amtsgericht, für das der größte Teil des Neubaus errichtet wird. Entstehen soll das Gerichtszentrum im und neben dem früheren Schwurgericht an der Greifswalder Domstraße 6-7, einem preußischen Backsteinbau. Insgesamt wird das Land für Bau und Honorare des Greifswalder Justizzentrums voraussichtlich 18,5 Millionen Euro investieren – eine enorme Steigerung: 2017 war noch von maximal 14 Millionen Euro die Rede.

Die Bauarbeiten auf dem Gelände des früheren Gefängnisses haben gerade begonnen. „Wenn nichts dazwischen kommt, werden wir Juli 2022 fertig sein“, sagt Winfried Tasler, Leiter des zuständigen Geschäftsbereiches Neubrandenburg des Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL). Eine Verzögerung könnten die vorgelagerten Arbeiten der Archäologen des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege mit sich bringen. Der Bau entsteht in unmittelbarer Nähe zur Stadtmauer – wertvolle Funde sind damit nicht unwahrscheinlich. Der historische Wachturm des nach 1990 abgerissenen Gefängnisses soll stehen bleiben.

Etwa 18,50 Meter hoch werde das Gebäude sein – inklusive eines Staffelgeschosses für Büros und Archive. „Es wird die Silhouette der Stadt an dieser Stelle verändern“, räumt Tasler ein. Ursprünglich seien sogar zwei Staffelgeschosse geplant gewesen. „Unsere Planungen sind mit der Denkmalpflege und der Stadt abgestimmt“, informiert der Geschäftsstellenleiter. „Das Land hat einen hohen Qualitätsanspruch an seine Bauten“, sagt BBL-Pressesprecher Christian Hoffmann. Den wolle man auch hier halten. Mit seiner Fassade aus dem mit einer schützenden Rostschicht bedeckten Cortenstahl und anthrazitfarbenen Faserzementplatten präsentiert sich der Neubau so wie das 2015 seiner Bestimmung übergebene Grundbuchamt des Amtsgerichts, an das er sich unmittelbar anschließt. Alles in allem soll es acht Sitzungssäle geben. Durch das transparente Staffelgeschoss werde das Gebäude nicht so hoch wirken.

Die Bauarbeiten werden mit der Gründung von 213 zur Hälfte bewehrten Bohrpfählen beginnen, erläutert Projektleiterin Christiane Schult. „Dafür benötigen wir etwa 1000 Kubikmeter Beton und 37,5 Tonnen Stahl.“ 3100 Kubikmeter Boden werden ausgehoben. Die Bohrpfahlgründung kostet etwa 700 000 Euro. Der Keller liegt dann etwa drei Meter unter dem Gelände. Die Ausschreibungen für den Rohbau sind bereits heraus, die Submission erfolgt Mitte März. Mit einem Umfang von rund drei Millionen Euro sollte das ein lohnender Auftrag sein, meint Tasler. Bis Ende Januar nächsten Jahres soll der Rohbau stehen, anschließend wird das Dach gedeckt.

Karsten Ullmann (BBL-Projektmanagement), Christiane Schult (Projektleiterin) und der Leiter des BBL-Geschäftsbereiches Neubrandenburg Winfried Tasler (von links) auf der Baustelle Quelle: Eckhard Oberdörfer

Für die Mitarbeiter gibt es einen kleinen Wermutstropfen. Es entstehen nur 42 Parkplätze. Mehr seien auf dem zur Verfügung stehenden Gelände nicht möglich, verdeutlicht Tasler. „Wir müssen ja auch für einen Wendehammer sorgen, und Qualität für den Aufenthalt im Freien soll es auch geben.“ Eine Kantine gibt es nicht, die Bummelmeile mit ihren kulinarischen Angeboten ist sehr nah.

Das jetzt vom Greifswalder Amtsgericht genutzte alte Sol- und Moorbad an der Langen Straße ist nur gemietet. Der Vertrag läuft bis Ende 2021. Mit einer Miete von über 800 000 Euro im Jahr ist das für den Eigentümer noch ein gutes Geschäft.

Eckhard Oberdörfer

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