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Greifswald „Für alte Menschen ist es schwierig“
Vorpommern Greifswald „Für alte Menschen ist es schwierig“
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11:13 22.06.2019
Gribows Bürgermeister Thomas Peterson.
Gribows Bürgermeister Thomas Peterson. Quelle: Martina Rathke
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Gribow

Der 75-jährige Gerhard Metzler leidet an Krebs. Um von Gribow zur Behandlung nach Greifswald zu kommen, fuhr der schwerkranke Mann in den Schulferien mit seinem Fahrrad in das fünf Kilometer entfernte Gützkow und von dort mit dem Bus in die Kreisstadt. „In den Ferien fährt hier alltags kein Bus“, klagt der Rentner. „Für alte Menschen ist es schwierig. Früher gab es einen Konsum. Arzt und Friseur kamen einmal die Woche.“ Umziehen nach Greifswald wolle er dennoch nicht.

Bürgermeister Thomas Peterson (37) hält wie Rentner Metzler nichts von staatlichen gelenkten Umsiedlungen. „Dann hätten wir hier verwaiste Landstriche.“ Auch Peterson kritisiert, dass fast nur noch Schulbusse im Ort halten. Gerade für ältere Gribower sei das ein Problem. Den nach der Wende einsetzenden Bevölkerungsschwund in der 160 Einwohner-Gemeinde sieht er aber gestoppt. „Wenn Häuser leerstehen, dann nicht lange.“ Familien, die sich in Greifswald keine Grundstücke leisten können, ziehen ins Dorf. Der Grundstückspreis liegt bei 7 Euro pro Quadratmeter, die Kreisstadt ist nur 22 Autominuten entfernt. Der Breitband-Ausbau komme. „Wir sind in der Förderung drin.“ Damit werde Gribow für Menschen attraktiv, die im Home-Office arbeiten. „Unser Ort ist nicht am Sterben.“

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Martina Rathke