Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Parkplatz-Not: Greifswald verärgert Mitarbeiter des Biotechnikums
Vorpommern Greifswald Parkplatz-Not: Greifswald verärgert Mitarbeiter des Biotechnikums
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:26 03.09.2019
Freitagvormittag: Der Parkplatz Hansering an der Holzgasse ist bereits komplett belegt. Quelle: Eckhard Oberdörfer
Anzeige
Greifswald

Die Hansestadt hat ein Parkplatzproblem. Und das Problem ist keineswegs auf die Innenstadt begrenzt. Der Mangel an Stellplätzen schadet dem Wissenschaftsstandort, befürchtet der Vorsitzende der Fraktion Die Linke in der Greifswalder Bürgerschaft Jörn Kasbohm. Denn mit dem Bau des Life Science und Plasmatechnikums neben dem Biotechnikum fallen auf einen Schlag 100 Parkplätze weg. Gleichzeitig werden 140 Stellflächen zusätzlich gebraucht. Zwar sind neue Parkflächen geplant, aber deutlich wenig.

„Das behindert die Entwicklung des Zentrums und kann nach hinten losgehen“, so Kasbohm auf der Sitzung des Bauausschusses. Dieses Problem könne die Gewinnung von Mitarbeitern stark erschweren, weil viele potenzielle Bewerber ja nicht in Greifswald wohnen.

85 neue Plätze für einen Euro am Tag

Bisher waren die Parkplätze am Biotechnikum kostenfrei. Nach Informationen der Mitarbeiter hatte sich bei einer Umfrage eine Mehrheit gegen kostenpflichtige Stellflächen ab Baubeginn für das neue Zentrum ausgesprochen. Unter der Überschrift „Stadt weist weitere Parkplätze aus“, informierte die Stadt jetzt jedoch über die Installierung von je zwei Parkscheinautomaten in der Billrothstraße und Am Georgsfeld. Werktags von 8 bis 20 Uhr dürfen jetzt Nichtanwohner (für Anwohner bleibt es kostenlos) parken. Sechs Stunden kosten 50 Cent. So ist es künftig auch in der Jahnstraße. Alles in allem sind das 85 Stellflächen, so Stadtsprecherin Andrea Reimann.

Parkpalettenprojekt am Arboretum gescheitert

Freitagvormittag: Der Parkplatz Hansering an der Holzgasse ist besetzt. Quelle: eob

„Die Mitarbeiter des Technikums können in diesen Straßen für einen Euro am Tag parken“, betonte OB Stefan Fassbinder (Grüne) auf der Sitzung des Bauausschusses.

„So wie jetzt und dann auch nach Fertigstellung absehbar, ist die Lage nicht zufriedenstellend“, sagt Wolfgang Blank, Geschäftsführer der Witeno GmbH, zu der Biotechnikum und Technologiezentrum Vorpommern, gehören. „Wir können die Unzufriedenheit der Mitarbeiter am Standort gut nachvollziehen.“ Den Kollegen wäre die Variante Parken am Arboretum lieber gewesen.

„Wir haben der Stadt bereits 2016 die Mitnutzung des Behelfsparkplatzes neben dem Arboretum angeboten“, informiert Uni-Sprecher Jan Meßerschmidt. „Die Stadt wollte dort eine Parkpalette errichten, aber leider konnten wir uns nicht über die Bedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb verständigen“, sagt Andrea Reimann. Ihre Absage im Frühjahr habe Greifswald mit den Gebühren für Bau und Betrieb begründet, konkretisiert Meßerschmidt.

Bei Straßensanierungen fallen Parkplätze weg

Auch in der Innenstadt und der Fleischervorstadt verschärft sich in Zukunft das Parkproblem. So fallen für das geplante neue Hotel am Hansering ersatzlos Parkplätze weg. „Bei jedem Straßenbau im Sanierungsgebiet werden es etwas weniger Stellplätze, weil wir Platz für Grün, Fußgänger oder Bänke schaffen“, bestätigte Bausenatorin Jeannette von Busse (CDU) auf der Bauausschusssitzung. Das sei aktuell in der Lutherstraße so und auch bei der geplanten Sanierung der Arndtstraße fielen Stellflächen weg. „Wir können nicht aufhören, Straßen zu sanieren“, ergänzte Bauamtsleiter Thilo Kaiser. „Die Stadt ist dazu im Sanierungsgebiet gesetzlich verpflichtet.“

Die CDU will den OB per Bürgerschaftsbeschluss verpflichten, neue Stellflächen in der Nähe der wegfallenden zu schaffen. Darüber wurde im Bauausschuss rege diskutiert, zum Beispiel über zumutbare Entfernung und Sanktionen bis zur Nichtgenehmigung von Bauvorhaben ohne Parkplätze. Schon jetzt kommen auf einen Bewohnerparkplatz in der Innenstadt zwei Anwohnerparkausweise.

GPG-Chef: Land schafft zu wenig Parkplätze

Laut Parkraumbewirtschaftungskonzept sollen die Stellflächen auf den Straßen der Innenstadt künftig ausschließlich den Anwohnern vorbehalten sein. Besuchern stehen nur noch die großen Stellplatzanlagen am Rande der Innenstadt und die Parkhäuser zur Verfügung. Der neue Parkplatz am Bahnhof hat schon jetzt die Kapazitätsgrenze erreicht. „Durch das neue Gerichtszentrum in der Domstraße wird das Problem verschärft“, schätzt Detlef Borchert, Geschäftsführer der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft (GPG), ein. Das Land baue hier genau wie beim Loefflercampus der Uni zu wenig Parkplätze.

Doch ein Parkhaus am Hansering?

Entlastung soll das neue Parkhaus auf dem Nexöplatz bringen. Nach sieben Jahren Planung gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan. In zwei Bauabschnitten soll in naher Zukunft gebaut werden. Das bedeutet zunächst 200 und später 330 Stellplätze mehr. Es sei vorstellbar, gleich über 300 Plätze zu schaffen, zumal das wirtschaftlich günstiger und ohne erneute Sperrungen während des Baus erfolgen würde, so Borchert. Er geht davon aus, dass wegen des gestiegenen Bedarfs in fünf oder zehn Jahren erneut über ein Parkhaus – in der Stadtpolitik heißt das Parkpalette – an der Holzgasse (Hansering) nachgedacht werden muss. Greifswalds Innenstadt sei nun einmal ein gefragter Arbeitsplatz.

Mehr zum Thema:100 neue Parkplätze im Zentrum Greifswalds

6500 Pendler strömen nach Greifswald

Von Eckhard Oberdörfer

Auf frischer Tat hat die Polizei am Freitag drei Männer erwischt, die im großen Stil Drogen aus den Niederlanden nach Mecklenburg-Vorpommern geschmuggelt haben. Bei Durchsuchungen in Stralsund und Lubmin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wurden die Ermittler fündig.

02.09.2019

Arbeiten beendet: Kameraden der Feuerwehren und Mitarbeiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes waren mehrere Stunden seit Montagvormittag im Einsatz. Straße war zeitweise einspurig gesperrt.

02.09.2019

Mehrere Menschen haben sich in diesem Sommer an der Ostseeküste mit Vibrionen infiziert, eine Frau starb. Im IMD-Labor in Greifswald fahnden Mediziner nach dem Erreger. Innerhalb von 24 Stunden liegt der Nachweis vor.

02.09.2019