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Greifswald Gefällte Hainbuche soll auf Betonfundament
Vorpommern Greifswald Gefällte Hainbuche soll auf Betonfundament
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16:11 24.05.2019
Die nach einem Brand abgeholzte Hainbuche am Flemmingberg in Wackerow Quelle: Martina Rathke
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Wackerow

Die wegen eines Brandes von der Feuerwehr gefällte Hainbuche in Wackerow soll als Mahnmal auf ein Betonfundament. Wackerows Bürgermeister Manfred Hering (CDU) hat eigenen Angaben zufolge beim zuständigen Amt Landhagen eine entsprechende Bauvoranfrage gestellt. Vorstellbar sei, dass zwei Punktfundamente errichtet werden, auf denen der etwa 15 Meter hohe Baum abgelegt werden kann, sagte der Gemeindechef. Die Anregung für ein Mahnmal kam von Naturschützer Michael Succow, der die offensichtliche Brandstiftung und anschließende Fällung des als Naturdenkmal geschützten Baumes massiv kritisiert hatte.

„Wir wissen noch nicht, ob wir grünes Licht bekommen“, sagte Hering. Hintergrund: Der Flemmingberg, auf der die Hainbuche stand, ist als Bodendenkmal eingetragen. Demnach darf im Umkreis von 90 Meter um den Flemmingberg nicht gebaut werden. Hering geht davon aus, dass ein Betonpodest nicht in das Bodendenkmal eingreift. Mit der Bauvoranfrage soll geprüft werden, was rechtlich möglich ist.

Die etwa rund 300 Jahre alte mächtige Buche war Ende April in Brand geraten und für die Löscharbeiten von der Feuerwehr gefällt worden. Anwohner berichteten, dass sie zwei Tage zuvor drei Knallgeräusche gehört hatten und vermuteten, dass Kinder im hohlen Baumstamm Böller gezündet haben, die dann einen Schwelbrand auslösten.

Die Polizei, die den Verdacht einer Brandstiftung prüft, hält sich aus “ermittlungstaktischen Gründen“ mit Informationen zurück. Derzeit würden mögliche Zeugen aufgesucht. Auch würden die Feuerwehr-Einsatzkräfte befragt. „Wir prüfen alles ab, was unmittelbar und mittelbar zur Aufklärung des Brandes beiträgt“, sagte Polizeisprecher Jörg-Peter Käding.

Hering liegt inzwischen der Brandbericht vor. Aus seiner Sicht haben die Feuerwehrleute das einzig Richtige getan, indem sie den brennenden Baum fällten. „Ich kann nur sagen: Dankeschön Feuerwehr“, so der Gemeindechef. Der Baum habe kurz davor gestanden, eine in vollem Ausmaß brennende Fackel zu werden. „Das wäre grausam geworden und hätte die anderen vier Bäume gefährdet, die ebenfalls auf dem Flemmingberg stehen.“ Die vier Gruppenführer seien einstimmig zu der Entscheidung gekommen, den Baum zu fällen.

Sollte das Bauamt die Voranfrage positiv beantworten, müsste sich die neue Gemeindevertretung zusammen mit Hering oder seinem Nachfolger Torsten Maaß (Bürgergemeinschaft) mit dem Anliegen befassen. Die Kosten für den Betonsockel inklusive der Umverlagerung des Baumes auf den Sockel beziffert Hering auf etwa 2500 bis 3000 Euro. Finanziert werden soll das Mahnmal über Spenden.

Succow begrüßte, dass seine Idee eines über Spenden finanzierten Mahnmals aufgenommen wurde. Allerdings müssten die Punktfundamente „reduziert, unauffällig und bescheiden“ ausfallen, so seine Forderung. Ein Holzfundament hält der Biologe wegen des Gewichts der Buche nicht für geeignet. Entscheidend dürfte auch sein, ob die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises den Bau der Punktfundamente als Eingriff in das Bodendenkmal bewertet.

 

Martina Rathke

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