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Greifswald Gegen „Identitäre Bewegung“: Mahnwache vor Burschenschaft in Greifswald
Vorpommern Greifswald Gegen „Identitäre Bewegung“: Mahnwache vor Burschenschaft in Greifswald
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12:30 24.02.2019
Zu einer Mahnwache gegen eine Veranstaltung mit einem Vertreter der Identitären Bewegung kamen rund 150 Menschen am Karl-Marx-Platz zusammen. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

 Rund 150 Menschen kamen am Samstagabend am Karl-Marx-Platz in Greifswald zusammen, um in einer Mahnwache gegen Rechtsextremismus zu protestieren. Auslöser war ein Vortrag des Sprechers der Österreichischen „Identitären Bewegung“, Martin Sellner, in der Greifswalder Burschenschaft Markomannia Aachen. Besucher des Vortrags wurden mit kritischen Sprechchören begrüßt, die Veranstaltung blieb friedlich.

„Identitäre in Greifswald nicht willkommen“

Die sogenannte Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) ist eine lose Gruppierung, die vor allem durch Aktionen versucht, Aufmerksamkeit zu erregen und aufgrund von rechtsextremen Positionen vom Verfassungsschutz beobachtet wird. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass die IBD hier nicht willkommen ist“, sagt Gregor Kochhahn vom Bündnis Greifswald für alle.

Man müsse dagegenhalten

„Wir beobachten zunehmend Engagement der IB im Bereich der Burschenschaften, wohl um Mitglieder zu rekrutieren.“ In der Vergangenheit hatte auch die Alternative für Deutschland ihre Präsenz bei der umstrittenen Burschenschaft Rugia verstärkt. Man müsse dagegenhalten, meint Kira Wisnewski, die an der Mahnwache teilnahm. „Die IBD versucht mit ihren Formaten für junge Menschen attraktiv zu sein“, sagt die 22-Jährige. „Dabei sind die Inhalte deutlich rassistisch, davon geht ein großes Gewaltpotenzial aus.“

Verstärkte Aktivitäten in Greifswald

Zuletzt störte eine Gruppe von angereisten Mitgliedern der IB im November eine Vorlesung des Demokratieforsches Eric Wallis an der Universität Greifswald. Ein Diskussionsangebot schlugen die Teilnehmer allerdings aus und verließen nach der Präsentation eines Spruchbandes fluchtartig den Hörsaal. Über Twitter veröffentlichte die IBD später gestellte Fotografien, die suggerierten, sie seien gewaltsam aus dem Hörsaal geführt worden. Die Polizei teilte mit, die Mahnwache sei friedlich zu Ende gegangen.

Hunderte Menschen demonstrierten im April im Rostocker Bahnhofsviertel gegen die sogenannte Identitäre Bewegung.

Anne Ziebarth