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Greifswald Müssower entdeckt alte Zeitung unter der Kellertreppe
Vorpommern Greifswald Müssower entdeckt alte Zeitung unter der Kellertreppe
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17:42 02.05.2019
Zeitungsfund unter der Kellertreppe in Müssow. Beim Umbau entdeckten Handwerker die Zeitung aus der Entstehungszeit des Hauses von 1951. Quelle: Martina Rathke
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Müssow

Als Hans-Joachim Kuhl und Kordula Nilsson ihrem Haus in Müssow in diesen Tagen eine Schönheitskur verpassten, stießen sie auf ein spannendes Stück Zeit-Geschichte. In einem Hohlraum unter dem Holzpodest der Kellertreppe fanden Handwerker eine alte Zeitung. „Ich war komplett überrascht“, sagt die 59-Jährige. Reste von Putz klebten noch an dem Zeitungspapier, das über die vielen Jahre vergilbt war. Ansonsten war die Seite aus einer Print-Ausgabe von 23. August 1951 in einem erstaunlich guten Zustand. Neugierig begann Nilsson die Seite auseinanderzufalten, bargen doch einige sichtbare Schlagworte auf dem brüchigen Papier wie „Behrenhoff“ und „300 000 Steine“ eine interessante Geschichte. Müssow gehört zur Gemeinde Behrenhoff.

Nach fast 70 Jahren musste die alte Kellertreppe in dem 1951/1952 erbauten Haus ausgetauscht werden. „Das Holz war nach den vielen Jahren marode“, berichtet Kuhl. Wie so viele Häuser, die unmittelbar nach dem Ende des Krieges erbaut wurden, haben sie keine durchgehende Fundamentplatte sondern nur einen Sandfußboden im Keller, was dazu führte, dass über die vielen Jahrzehnte Feuchtigkeit in das Holz stieg. Also organisierte sich das Paar einen Handwerker, der die alte Kellertreppe aus- und eine Metalltreppe einbaute. Kordula Nilsson, deren Eltern das Haus zu DDR-Zeiten gekauft hatten, glaubte ihren Augen nicht, als ihr der Handwerker das zusammengeknüllte Zeitungsseite übergab.

„Ich hab natürlich angenommen, dass es sich um die Ostsee-Zeitung handelt“, sagt Nilsson. Doch dem ist nicht so. Die erste Ausgabe der Ostsee-Zeitung erschien knapp ein Jahr später, am 15. August 1952. Zwischen 1946 bis 1952 erschien in Greifswald und Umgebung die Landeszeitung – Ausgabe Greifswald – als Organ der 1946 gegründeten SED.

Ob die Arbeiter Anfang der 1950-er Jahre die Zeitung absichtlich im Holzpodest lagerten oder damit nur einen Hohlraum ausstopften, lässt sich nicht mehr feststellen. Doch die Seite erzählt ein Stück Ortsgeschichte aus der Nachkriegszeit, als viele aus Ostpreußen oder Schlesien stammenden Flüchtlinge in Vorpommern und damit auch in Behrenhoff und Umgebung sesshaft wurden. Berichtet wird, dass für das dörfliche Wohnungsbau-Bauprogramm unter anderem 300 000 Steine und 400 Meter Festholz herangefahren wurden. Um Leerfahrten zu vermeiden, hätten sich vor allem die Müssower als besonders findig erwiesen. Die Getreidelaster, die nach Greifswald fuhren, um die Ernte abzuliefern, nahmen auf der Rückfahrt die Steine aus der Stadt mit.

Kordula Nilsson und Hans-Joachim Kuhl wollen den Kellertreppenfund nun am liebsten unter Glas bringen und an die Hausflurwand hängen. „Die Zeitungsseite hat doch einen Ehrenplatz verdient“, sagt Kuhl. Allerdings ist sich das Paar unsicher, ob die Zeitungsseite dabei zerstört wird. Die Buchrestauratorin der Greifswalder Universitätsbibliothek, Katrin Sachse, empfiehlt, die Zeitungsseite in einen säurefreien Karton einzubetten und möglichst nicht dem Licht auszusetzen. Um die Informationen auf der Seite zu sichern, empfiehlt sie eine Digitalisierung mit einem Scanner. Dass die Zeitungsseite in einem feuchten Keller so lange erhalten blieb, erklärt sie sich so: „Die Seite war nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt und offenbar war es in dem Hohlraum auch nicht so feucht.“

Martina Rathke

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