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Greifswald In Greifswald liegen nicht abgeholte Säcke
Vorpommern Greifswald In Greifswald liegen nicht abgeholte Säcke
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12:50 29.01.2019
Gelbe Säcke liegen tagelang in der Rudolf-Breitscheid-Straße Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Gelbe-Säcke-Chaos in Greifswald. Seit dem Jahreswechsel liegen sie überall in der Mühlenvorstadt herum, schimpft Anwohnerin Agnes Müller am Montag am OZ-Telefon. „Sie stapeln sich, weil sie nicht abgeholt werden“, schätzt die Greifswalderin ein.

„Ich wunderte mich, dass in der zweiten Kalenderwoche keine Abfuhr erfolgte, alle Säcke lagen und lagen“, beschreibt Viola Kühlali aus der Walther-Rathenau-Straße die Situation. „Viele Säcke wurden regelrecht zerpickt, und bei Wind fliegt der Inhalt durch die Gegend. In der Walther-Schlaak-Straße lagen halb gefüllte Säcke auf der Fahrbahn.“

Der Grund: Die Greifswalder Entsorgungsgesellschaft (GEG) holt seit dem Jahreswechsel die Wertstoffe in der Mühlenvorstadt nur noch alle 14 Tage und nicht wie in den Jahren zuvor mehr wöchentlich ab. Allerdings hat das kaum einer der Bewohner mitbekommen.

Ein Kollege der GEG habe ihr am 16. Januar die Auskunft gegeben, dass alle Vermieter über die Veränderung des Abholrythmus informiert worden seien, erzählt Viola Kühlali. Außerdem seien die Bürger selbst Schuld, wenn Säcke kaputt gingen und Plastiktüten durch die Gegend fliegen, erzählt Viola Kühlali über das Gespräch. Denn dies würden die Säcke immer viel zu früh an die Straße legen.

„Ich habe meiner Hausverwalterin bei der WVG daraufhin eine E-Mail geschrieben, weil es auf der Infowand in unserem Hausflur keinen Hinweis zu der veränderten Abholung gibt“, sagt Viola Kühlali. Trotz Nachhaken habe sie immer noch keine Antwort bekommen. „Auch in der letzten Woche lagen die Säcke wieder gestapelt am Müllplatz, weil kein Mieter Bescheid wusste.“ Auch bei Mietern von Eigentumswohnungen und der Wohnungsgenossenschaft Greifswald fehlten Informationen zu den Gelben Säcken, erzählt Kühlali aus ihrem Bekanntenkreis.

Jana Pohl, die Sprecherin der Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft, sieht kein Versäumnis bei der WVG. „Wir sind von der GEG nicht über Veränderungen der Abfuhr der Gelben Säcke informiert worden“, betont sie. Als die Gelben Säcke in einigen Straßen vermehrt herumlagen, habe die WVG bei der GEG nachgefragt und die erhaltenen Informationen in Aushängen in den Häusern veröffentlicht, sagt sie. „Da nur einige Straßenzüge betroffen sind, die wir uns selbst erarbeiten mussten, konnten wir unsere Mieter nicht vorher informieren.“ Auch die Wohnungsgenossenschaft Greifswald sei erst durch das Herumliegen der Säcke im Januar auf das Problem aufmerksam geworden, informiert WGG-Sprecherin Juliane Boutalha. „Wir haben gleich danach unsere Nutzer per Briefkasteneinwurf informiert.“

„Die Veränderung der Abfuhrzeiten für die Südliche und Nördliche Mühlenvorstadt steht im gedruckten Abfallkalender und auch online“, sagt GEG-Betriebsleiter Matthias Mögling. „Aber wir hätten mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben müssen.“ Das sei ein echtes Versäumnis, für das er sich entschuldigen möchte, sagt Mögling. „Wir geben auch gern am Telefon Auskunft zu den Abfuhrzeiten.“

Die GEG fährt als Subunternehmer in Greifswald und dem nördlichen Teil des Amtes Landhagen die Gelben Säcke ab. Nach der letzten Statistik von 2017 waren es im Jahr 3.113 Tonnen Leichtverpackungen. Außer in der Mühlenvorstadt und bei den Großwohnanlagen sei die 14-tägige Abholung schon vorher üblich gewesen, so Mögling. Im gesamten übrigen Stadtgebiet habe sich nichts geändert. Die Umstellung in der Mühlenvorstadt habe unter anderem wirtschaftliche Gründe.

„Es stimmt, dass die Säcke schnell reißen“, sagt Mögling. „Die Kollegen sollen alles, was herausfällt, mitzunehmen. Leider gibt es viele Fehlbefüllungen der Säcke bis hin zu Asbestplatten und Laminat. „Daher sind wir von unserem Auftraggeber angehalten, intensiver den Inhalt zu kontrollieren.“

Probleme gebe es immer wieder, weil die Säcke viel zu früh auf die Straße gelegt werden, bestätigt der zuständige GEG-Sachbearbeiter Tom Will. Ein Hygieneproblem durch die Verdopplung der Zeit zwischen den Abholungen sieht er nicht, wenn die Säcke ordnungsgemäß befüllt werden. „Wer einen halb vollen Joghurtbecher hineinlegt, der lockt natürlich Tiere an.“

Eckhard Oberdörfer

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