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Greifswald Geld für Kirche von Wusterhusen bei Greifswald
Vorpommern Greifswald Geld für Kirche von Wusterhusen bei Greifswald
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13:28 16.11.2018
Petra Kottke erläutert Philipp Amthor und Egbert Liskow (von links) das Vorhaben, rechts Pastorin Katrin Krüger. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Wusterhusen

Die meisten neuen Sterne strahlen schon von der blauen Decke im westlichen Teil der Johanneskirche. Ihre vom Zahn der Zeit angenagten Vorgänger stammten vom Ende des 19. Jahrhunderts. „Es gibt drei Befunde“, erläutert Restaurator Reinhard Labs, der die neuen Sterne gefertigt hat und nun an der Wand anbringt. Die erste stammt noch aus dem Mittelalter, die zweite aus der Renaissance. „Wir haben uns hier für die Jugendstilfassung entschieden“, sagt die zuständige Architektin Petra Kottke. Dabei hat der Sternenhimmel keine Ähnlichkeit mit dem, was nachts in Wusterhusen zu sehen ist, sondern wirkt recht chaotisch. „Ich bringe alle neuen Sterne an den Stellen angebracht, wo sich die alten befanden“, betont Labs.

Auf der Empore ist der Fortschritt der Restaurierung deutlich zu sehen. Risse im Mauerwerk wurden geschlossen, Malereien ergänzt. Die Fortschritte sind deutlich erkennbar, Aber auch nach der Vollendung dieses Bauabschnitts bleibt noch viel zu tun, um die Standfestigkeit des Gotteshauses zu sicher und alle Schäden im Innern zu beseitigen.

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Für einen weiteren Abschnitt wurde gestern der finanzielle Grundstock errichtet. Der Landtagsabgeordnete Egbert Liskow und der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor übergaben gestern Mitgliedern des Kirchengemeinderates ein Schreiben mit der Zusicherung für 300000 Euro aus dem Dorfkirchenfonds des Landes. Er wird aus einem Teil des Haushaltsüberschusses Mecklenburg-Vorpommerns gespeist. Mit den 300000 Euro sollen maximal 90 Prozent der Kosten des nächsten Abschnitts gedeckt werden. „Ich bin zum dritten Mal hier“, erzählte Liskow. „Schon von außen ist der Sanierungsbedarf sichtbar.“

Der Sternenhimmel in Wusterhusen. Quelle: EOB

Schon 37 Zusagen seien für Dorfkirchen aus dem Fonds gegeben worden, so Liskow. Die zugehörigen Anträge lägen jetzt beim auch für Kirchen zuständigen Justizministerium. Unter anderem können sich Jarmshagen, Ranzin und Züssow über Zusagen freuen.

15 weitere Anträge gäbe es bereits, weitere würden erwartet. Der Landtagsabgeordnete geht davon aus, dass bald die ersten Gelder durch das Justizministerium bewilligt werden, und riet, einen vorzeitigen Baubeginn zu beantragen. Damit möglichst viele Gemeinden profitieren, appellierte er, nicht immer von der Höchstförderung von 90 Prozent auszugehen. Liskow hofft, dass es wieder einen Haushaltsüberschuss gibt, von dem ein Teil in einen neuen Dorfkirchenfonds fließen sollte.

Konzept für nördliches Seitenschiff

Philipp Amthor begrüßte ausdrücklich die Schaffung des Kirchenbaufonds durch das Land. „Kirchen sind in ländlichen Gemeinden strukturbestimmend“, schätzt er ein. Amthor sieht auch weitere Möglichkeiten der Hilfe durch den Bund wie das bereits bei Greifswalder Kirchen oder dem Schloss Ludwigsburg der Fall sei.

Allerdings ist es derzeit gar nicht so einfach, Firmen für die Kirchensanierungen zu finden, weil relativ viel Geld zur Verfügung steht. „Der Markt der Baufirmen ist überlastet“, so Pastorin Katrin Krüger. Auf zehn Anfragen an Unternehmen in diesem Jahr habe sie nur eine Antwort bekommen.

Katrin Krüger kennt sich aus. Seit vielen Jahren laufen in Wusterhusen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten. So wurden unter anderem die Dachkonstruktion gesichert und ein Spannanker eingezogen. Schon 1996 wurde der landschaftsprägende Turm saniert.

Die Probleme, die derzeit behoben werden, sind auch darauf zurückzuführen, dass das nördlichen Seitenschiff nach dem Dreißigjährigen Krieg ohne Gewölbe und mit geringerer Breite wiederaufgebaut wurde. Das führte zu einer ungleichen Kräfteverteilung und schließlich zu Rissen. Das nördliche Seitenschiff selbst ist eines der zukünftigen Vorhaben. Es solle dafür nun ein Konzept entwickelt werden informierte Petra Kottke. Das solle auch dafür sorgen, dass diese Unsymmetrie nicht zu stark auffalle.

Die Johanneskirche verfügt über eine interessante Innenausstattung. Dazu gehört auch ein kostbarer mittelalterlicher Schnitzaltar, der im Barock umgestalte wurde.

Eckhard Oberdörfer

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