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Greifswald Gesperrte K 2: Bauer aus Neuenkirchen kämpft um Grund und Boden
Vorpommern Greifswald

Gesperrte K 2: Bauer aus Neuenkirchen kämpft um Grund und Boden

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08:00 21.01.2020
Die Kreisstraße 2 bei Neuenkirchen ist seit 2012 gesperrt. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Entscheidet letztlich ein Gericht, ob die Kreisstraße 2 zwischen Neuenkirchen und Leist saniert werden kann oder nicht? Der etwas über zwei Kilometer lange Verkehrsweg ist seit 2012 für alle Fahrzeuge gesperrt. Die Sanierung ist seit Langem erklärtes Ziel.

Aber die Universität Greifswald und der Neuenkirchener Bauer Hardmut Schoenke weigern sich bisher, das erforderliche Land für den geplanten Ausbau auf 5,50 Meter Breite plus Land für Grün und Bäume an den Landkreis zu verkaufen. Alternativ könnten sie Eigentümer bleiben, aber die Nutzung gestatten. Das jetzige Straßengrundstück ist zu schmal.

Landwirt will Grundstück tauschen

Nur mit der Landwirtschaftsgesellschaft Neuenkirchen gelang eine Einigung, nachdem das Verwaltungsgericht Greifswald das Planfeststellungsverfahren (Verlauf und Ausbau) für die K 2 für rechtmäßig befunden hatte. Mit dem Inkrafttreten des Urteils 2018 könnte ein Verfahren zur Enteignung der Uni und des Landwirts beim Innenminister beantragt werden. Gegen so einen Enteignungsbeschluss könnten Hochschule und Bauer dann aber wieder klagen, was das Verfahren weiter verzögern würde. Schoenke liegen dazu bisher keine Unterlagen vor.

Auf Bitten der OZ trafen sich jetzt Hardmut Schoenke und Bürgermeister Frank Weichbrodt sowie Gemeindevertreter Erich Peters, um Lösungsmöglichkeiten zu suchen. „Ich bin ein ganz kleiner Landwirt und kann nichts hergeben“, betonte Schoenke. In seinem Fall geht es um insgesamt 510 Quadratmeter, in Streifen an der Straße von zwei Grundstücken. Sie werden für den Grünstreifen mit Bäumen benötigt.

Gemeinde lehnte Anträge für besondere Fläche ab

Er sei nicht gegen die Sanierung der Straße und verstehe auch die Grundstücksproblematik. „Darum habe ich schon 2011 einen Grundstückstausch vorgeschlagen“, sagt Schoenke. Nur die beiden Streifen zu tauschen, nütze ihm nichts, der Rest sei dann wirtschaftlich wertlos. Darum will Schoenke sein Land mit einem Gemeindegrundstück im Dorf neben seinem Firmensitz tauschen.

Das erste Mal beantragte er 2012 den Tausch – noch in Zeiten von Weichbrodts Vorgänger Norbert Riechert. Das wurde, wie Weichbrodt anhand der Protokolle zeigte, abgelehnt. Nicht anders lief es beim zweiten Tauschantrag. „Die Gemeindevertretung war einstimmig dagegen“, so der Bürgermeister. Die Gemeinde müsse alle Interessen im Blick behalten und könne daher nicht auf alle innerörtlichen Grundstücke verzichten.

Weichbrodt ist aber an einer Übereinkunft interessiert und hat einen Kompromissvorschlag. Er will denkbaren Tauschgrundstücke suchen. „Sie müssten aber noch einmal einen Antrag stellen, aber nicht auf ein bestimmtes Grundstück“, sagte der Bürgermeister. So richtig glücklich ist Schoenke damit nicht, will das aber nun tun. Im Februar wird die Gemeindevertretung darüber beraten.

Uni: Kreis mit Ausbau beginnen

Für die K 2 stehen im Kreishaushalt 2020 rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Doch bislang ist unklar, ob der Ausbau beginnt. Da die für den Bau zu fällenden Bäume nur bis zum Februar beseitigt werden dürfen, hat das Landratsamt das bereits veranlasst. Schon im November hatte Kreissprecher Achim Froitzheim angekündigt, eine vorzeitige Besitzeinweisung zu beantragen, um mit dem Bau beginnen zu können.

Laut Universität gibt es da kein Problem. „Der Kreis ist berechtigt, über die für den Straßenausbau erforderlichen Flächen in Form einer vorzeitigen Besitzeinweisung zu verfügen“, stellt Unisprecher Jan Meßerschmidt mit Berufung auf vorliegende Unterlagen fest. Das gelte seit Anfang 2018. Unabhängig davon sei noch die Frage der Entschädigungen zu klären. Kreissprecher Froitzheim wollte sich aktuell nicht zu Details äußern.

Frank Weichbrodt kann dem Vorschlag des Kreistagsabgeordneten der Grünen, Waldemar Okon, immer mehr abgewinnen. Der schlägt seit Jahren eine schmalere Straße vor. Laut Kreis reichen die Grundstücke auch dann nicht und es müsste erneut ein langwieriges Planfeststellungsverfahren starten.

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Von Eckhard Oberdörfer

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