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Greifswald Wenn Reha doppelt gesund macht
Vorpommern Greifswald Wenn Reha doppelt gesund macht
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18:04 22.11.2018
Nutrition Day im Medigreif. Die Fachberater der Firma Transgourmet, Claudia Reichelt (Fleisch) und Brian Frank (Fisch) mit dem Medigreif-Koch Michael Gerth (v.li.). Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

 Essen in der Reha hat keinen guten Ruf. Zerkochtes Gemüse und wenig Abwechslung sind Alltag in vielen Einrichtungen. Das es auch anders geht, zeigt das Beispiel der Greifswalder Medigreif Kliniken. In der Kurzzeitpflegeklinik und der Parkklinik für Geriatrie und Orthopädie werden täglich bis zu 130 Patienten versorgt.

Mit einem Nutrition-Day rückte die Einrichtung das Thema Ggesunde Ernährung und Nachhaltigkeit kürzlich noch einmal extra in den Fokus. Essen spiele in der Reha für viele Menschen eine große Rolle, beschreibt Sybille Göckelmann-Karsunke, Referentin der Medigreif Geschäftsleitung. „Gerade ältere Patienten sind häufig noch mit dem Gedanken aufgewachsen, dass die Hauptsache ist, satt zu werden“, beschreibt sie. „Das ist der Gesundheit natürlich nicht sehr förderlich.“ Verschiedene Faktoren würden das noch verstärken. „Im Alter entwickeln manche Senioren eine zunehmende Appetitlosigkeit oder aber Heißhunger auf Süßes“, zählt Göckelmann-Karsunke auf. „Viele kochen für sich alleine nicht mehr, probieren nichts aufwendiges oder neues. Das führt dann zu einseitiger Ernährung, es fehlen Vitamine und Mineralstoffe.“

Sybille Göckelmann-Karsunke, Referentin Medigreif Gschäftsleitung Quelle: Anne Ziebarth

Wenn man den Älteren aber neue Gerichte anbiete, sei das Interesse da, habe sie festgestellt. „Es gibt Senioren, die noch nie eine Pizza gegessen haben. Ganz einfach, weil es die Gelegenheit nicht gab“, erzählt sie. „Auch das gemeinsame Essen hier bei uns macht vielen Menschen Spaß. Wir wollen die Lust auf gesundes Essen wecken.“

Doch was bedeutet das für die Patienten? Quark statt Pudding? Salat statt Braten? „Wir zwingen hier niemanden“, stellt Küchenchef Michael Gerth klar. „Aber wir versuchen, Anreize zu schaffen, da kann man ruhig ein paar Tricks anwenden. Zum Beispiel bieten wir Obst in mundgerechten Häppchen an, das kommt wesentlich besser an als eine Schale mit Äpfeln.“ Man achte in der Klinikküche auf leichte Kost und die entsprechenden Mengen. „Dann gibt es bei uns den Braten eben aufgeschnitten zum Abendbrot und nicht als üppiges Hauptgericht“, so der Koch. „Dazu gibt es jeden Tag ein frisch zubereitetes Salatangebot.“

Beim Nutrition-Day ging man sogar ein Stückchen weiter. „Das Thema Nachhaltigkeit und Tierwohl spielt hier eine große Rolle“, erklärt Göckelmann-Karsunke. Die Patienten hatten die Gelegenheit an Vorträgen teilzunehmen und auch bei der Vorbereitung des Abendessens zu helfen. „Ich bin überrascht, wie viel Interesse die Senioren hatten“, sagt Fisch-Sommelier Brian Frank. Er ist Fachberater für Fisch bei der Firma Transgourmet, welche die Medigreifgruppe mit Lebensmitteln beliefert. Für den Nutrition-Day hat er sich dem Thema Wels gewidmet. „Wir stellen hier afrikanischen Wels von der Firma Wels-Meister vor. Die Art hätte viele Vorteile. „Der Fisch ist sehr robust, kommt also ohne Antibiotika aus, wird in Mecklenburg-Vorpommern gezüchtet und wird zu 100 Prozent verwertet. Ein echtes Beispiel für Nachhaltigkeit“, so Frank. „Zudem schmeckt er ausgezeichnet, zum Beispiel in einer Senf-Speckkruste, wie wir ihn hier zubereiten.“ Den Verzehr von mindestens 200 Gramm Fisch in der Woche würde er empfehlen, vor allem wegen der reichlich enthaltenen Omega 3- Fettsäuren.

Auch Claudia Reichelt und Uwe Moennich, Fachberater für Fleisch bei Transgourmet, sind mit eine besonderen Produkt beim Nutrition-Day, welches sie den Senioren vorstellen wollen. „Wir haben Schweinefleisch vom Hof Roder bei Gnoien dabei“, erzählt Moennich. „Das besondere ist, das diese Tiere auf Stroh gehalten werden, was den Schweinen viel besser bekommt. Zudem werden hier die Ferkel nicht ohne Betäubung kastriert, auch ein kupieren (abschneiden) der Schwänze findet nicht statt.“ Neben dem besseren Gefühl, würde man die Unterschiede zu herkömmlicher Haltung auch in der Qualität des Fleisches sehen. „Das Fleisch ist besser marmoriert, verliert nicht soviel Saft beim Braten und hat einen intensiveren Fleischgeschmack“, berichtet Claudia Reichelt. „Die Senioren haben sich sehr für das Thema Tierhaltung interessiert, viele kennen Landwirtschaft noch aus ihrer Kindheit oder Jugend.“ Für die Medigreif Kliniken hat die gesunde Ernährung ihrer Patienten einen weiteren Vorteil: „Was wir nicht über die Ernährung der Senioren erreichen können, müssen wir später mit Medikamenten behandeln“, fasst Geschäftsführerin Katja Enderlein zusammen.

Anne Ziebarth

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