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Greifswald Mit der Greifswalder Berufsfeuerwehr hoch hinaus
Vorpommern Greifswald Mit der Greifswalder Berufsfeuerwehr hoch hinaus
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22:50 28.03.2019
Charlotte Segert, Johanna Stucka und Emily Schütze fuhren mit Feuerwehrmann Erik Driesner in 21 Metern Höhe. Quelle: Christin Lachmann
Greifswald

Für Emily Schütze ging es am Donnerstag hoch hinaus: Mit der Drehleiter der Greifswalder Berufsfeuerwehr erreichte sie zusammen mit Charlotte Segert und Johanna Stucka eine Höhe von 21 Metern. Für Emily steht schon jetzt eines fest: „Ich will Feuerwehrfrau werden.“

Zusammen mit sieben weiteren Schülerinnen verbrachten Emily, Charlotte und Johanna den Girls’ Day bei den Brandschützern. Norbert Stawinski und Erik Driesner führten insgesamt zehn junge Mädchen durch den Gebäudekomplex, zeigten ihnen Ausrüstung sowie Fahrzeuge und brachten ihnen den Beruf des Feuerwehrmannes näher.

Auch in diesem Jahr beteiligten sich zahlreiche Greifswalder Unternehmen und Institutionen am Girls’ Day. Darunter der Pommersche Diakonieverein, das Bürgerradio 98eins, das Leibnitz-Institut für Plasmaforschung und Technologie und die Stadtwerke. Ziel des einmal im Jahr stattfindenden Aktionstages: Mädchen zu motivieren, ihr Berufsspektrum auf naturwissenschaftliche und technische Jobs zu erweitern.

Derzeit keine Feuerwehrfrauen bei der Berufsfeuerwehr

Dass es derzeit keine Frau bei der Berufsfeuerwehr gibt, bedauert Feuerwehrmann Norbert Stawinski. Immerhin wurden bei der Berufsfeuerwehr getrennte Umkleidekabinen und Ruheräume für Männer und Frauen eingerichtet. „Im vergangenen Jahr hatten wir eine Bewerberin, die es leider nicht schaffte“, sagt er. Eine Herausforderung für weibliche Bewerberinnen sei der Sport-Aufnahmetest, so der 37-jährige Feuerwehrmann.

Anders als bei der Polizei, bei denen der Aufnahmetest für Männer und Frauen getrennt angepasst wurde, absolvieren bei der Feuerwehr beide Geschlechter die gleichen Übungen, bei der die gleichen Ergebnisse verlangt. Frauen würden so beispielsweise bei den Klimmzügen benachteiligt, erklärt Stawinski, der einen Fachkräftemangel fürchtet. Denn: „Eine weitere Voraussetzung für den Beruf ist eine handwerkliche Berufsausbildung für den mittleren Dienst. Für viele ist das schon ein Grund, nicht zur Feuerwehr zu gehen.“

Johanna Stucka fand den Einblick in den Beruf des Feuerwehrmannes sehr spannend. Eine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr kann sich die Elfjährige dennoch nicht vorstellen. „Entweder möchte ich Tänzerin oder Logopädin werden.“ Die Sechstklässlerin Jessline hingegen träumt von einer Karriere bei der Bundeswehr.

Beim Girls Day ging es für einige Mädchen hoch hinaus. Andere wiederum bekamen einen Einblick in die Chirurgie. Auch die Jungs kamen nicht zu kurz.

Nur 18 Prozent der Chirurgen weiblich

Dass es in bestimmten Berufen an Frauen mangelt, zeigt sich auch im Bereich der Chirurgie: Zwar sind etwa 65 Prozent der Medizinstudenten Frauen, allerdings sind nur 18 Prozent der Chirurgen weiblich. Die Greifswalder Unimedizin hat den Girls Day genutzt, um jungen Schülerinnen in einem ganztägigen Programm den Beruf der Chirurgin vorzustellen. 20 Mädchen konnten unter anderem gefüllte Wasserhandschuhe mit Ultraschall untersuchen, eine „Gewebeprobe“ an einem Apfel entnehmen, Überraschungseier röntgen oder den Umgang mit Operationsnadeln lernen.

Boys Day in der Stadtbibliothek

Das Gegenstück zum Girls’ Day bildet der Boys’ Day. Hier haben Jungs die Möglichkeit, in Berufe hineinzuschnuppern, die vorwiegend von Frauen ausgeübt werden. Die Bibliothekarin Antje Töppner führte am Donnerstag fünf Schüler der Caspar-David-Friedrich-Schule durch die Räume der Greifswalder Stadtbibliothek und brachte ihnen den Beruf des Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste und ihren Beruf näher. Während der Beruf des Bibliothekaren ein Studium voraussetzt, muss für den Fachangestellten eine dreijährige Ausbildung absolviert werden.

Warum dieser Bereich noch immer von Frauen dominiert erden, kann Töppner nicht genau sagen. Immerhin haben diese Berufe auch eine technische Note, wie Töppner den Jugendlichen erklärte. In einen anderen technischen Bereich will Gustav Wonigkeit später gehen. Der 15-Jährige möchte eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik machen. Sein Klassenkamerad Martin Wiemer (15) will Mediengestalter werden.

Christin Lachmann

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