Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Glasfaserausbau in Vorpommern: Pleiten, Pech und Pannen
Vorpommern Greifswald Glasfaserausbau in Vorpommern: Pleiten, Pech und Pannen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 21.10.2019
Der Breitbandausbau im Landkreis Vorpommern-Greifswald begann in der Nähe von Wusterhusen. Mittlerweile beklagt sich der Bürgermeister über unsachgemäße Bauarbeiten Quelle: Foto: Anne Ziebarth
Anzeige
Lubmin

Die Vorfreude war in den Gemeinden rund um Lubmin groß. Blitzschnelles Internet will schließlich jeder haben, dazu noch verlegt von einem Unternehmen aus der Region. Doch so richtig groß ist die Begeisterung derzeit nicht, denn offensichtlich kommt es bei den Ausbauarbeiten immer wieder zu Pannen. „Die Buddeln wie die Wildschweine“, fasst der Bürgermeister von Wusterhusen, Burkhardt Köpnick, seine Verärgerung zusammen. „Offengelassene Baugruben, ramponierte Auffahrten und aufgerissene Bürgersteige.“

In der Gemeinde habe man viel Geld in die Pflasterung von Gehwegen investiert, war auch bei Wettbewerben zum „schönsten Dorf“ ganz weit vorne. Jetzt befürchtet Bürgermeister Köpnick Schäden. „Wir werden uns das am Ende ganz genau ansehen.“ Auch beim Zweckverband Wasser/Abwasser Boddenküste (ZWAB) ist man nicht gut auf den Verlauf der Ausbauarbeiten zu sprechen. „Die Zustände sind haarsträubend“, sagt dessen Vorsteher Michael Harcks bei einem kurzen Telefonat. Der Auftragnehmer, das Unternehmen ATL Antennentechnik aus Lubmin will sich auf OZ Anfrage nicht zu den Vorfällen äußern.

Versorgungsausfälle während der Bauarbeiten

Der technische Leiter des ZWAB, Jens Steinfurth erklärt die Probleme. „Seit Beginn der Arbeiten hatten wir ungefähr acht bis zehn Einsätze, in denen eine Leitung getroffen wurde“, sagt er. „Das ist deutlich mehr als normal.“ In Stilow sei zum Beispiel eine Abwasserdruckleitung getroffen worden, in Gustebin sogar eine Hauptleitung der Trinkwasserversorgung. „Es kam zu Versorgungsausfällen“, beschreibt Steinfuth. „Für uns ist das ärgerlich und aufwendig.“

Um eine betroffene Leitung werde in der Regel zunächst eine Schnalle gelegt, um die provisorische Versorgung wiederherzustellen. Ein Austausch des beschädigten Leitungsstückes sei aber notwendig und teuer. „2000 bis 3000 Euro kann ein Austausch schon kosten“, so Steinfurth. Das Unternehmen habe sich um die Finanzierung der Arbeiten gekümmert, da könne man sich nicht beklagen. Allerdings sei bei Kontrollen noch etwas ganz anderes herausgekommen: „Normalerweise gibt es bei solchen Bauarbeiten eine Einweisung durch den ZWAB und eine Genehmigung für den Schachtplan – eben damit keine Leitung getroffen wird“, erklärt Steinfurth. „Das ist hier in vielen Fällen gar nicht erfolgt, zum Teil war überhaupt kein Leitungsplan vorhanden.“

Auch in der Gemeinde Lubmin stehen die Ausbauarbeiten an – noch in diesem Jahr soll begonnen werden. Dort hat man von den Problemen der anderen Gemeinden gehört und ist auf der Hut. Die Gemeindevertreter entscheiden einstimmig einen zeitweiligen Ausschuss „Breitbandausbau Lubmin“ einzurichten, der die Planungen und die Bauausführung prüfen, Alternativen diskutieren und das Bauunternehmen in der Arbeitsausführung überwachen soll.

„Im Hinblick auf die vielen qualitativ sehr guten Sanierungen von Straßen, Wegen und Plätzen in Lubmin in den letzten Jahren erwarten wir schonende Eingriffe in die Bausubstanz und unterirdische Medien sowie eine hohe Qualität beim Wiederverschluss geöffneter Straßen und Wege“, erklärt Bürgermeister Axel Vogt (CDU). „Auf einigen Objekten liegt teilweise noch Gewährleistungsrecht der bauausführenden Unternehmen.“

Unangemeldete Besuche vonBaustellen sind vorgesehen

Zudem hätten die Bürgerinnen und Bürger die Straßen und Wege über Straßenbaubeiträge oder Sanierungsausgleichbeträge mitbezahlt. „Auch daraus ergibt sich unser Qualitätsanspruch. Wir freuen uns auf den Breitbandausbau, wollen jedoch, dass dieser möglichst reibungslos klappt.“ Es sollen immer ein oder mehrere Mitglieder des Ausschusses bei den Bauberatungen dabei sein, auch unangemeldete Baustellenbesuche sind vorgesehen.

Über die Mängel hatte Jens Steinfurth auf der vergangenen Sitzung des ZWAB den Bürgermeistern berichtet, offensichtlich scheint diese Maßnahme Wirkung gezeigt zu haben. „Danach ist Ruhe eingekehrt, beschreibt er. „Uns sind keine neuen Schäden an Leitungen bekannt, aber die Bürgermeister sind sensibilisiert und schauen genau hin.“

Von Anne Ziebarth

18 Babys in Greifswald, neun in Anklam – das ist die Geburten-Bilanz der vergangenen Woche.

21.10.2019

Der Botschafter des Königreichs der Niederlande, Wepke Kingsma, wird am 24. Oktober Vorpommern besuchen. Dabei weilt er in den Städten Greifswald, Anklam und Torgelow.

21.10.2019

Ein Droh-Post bei Instagram hat am Montagmorgen für einen Polizeieinsatz an der Wolgaster Heberleinschule gesorgt. Beamte sprachen vor Ort mit einem Schüler, der jedoch alles abstreitet. Unklar ist, ob es sich um einen Fake-Account handelt.

21.10.2019