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Greifswald Gnadenfrist fürs Palmenhaus
Vorpommern Greifswald Gnadenfrist fürs Palmenhaus
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00:00 06.06.2014
Hofft auf ein Wunder zur Rettung der historischen Gewächshäuser: Professor Martin Schnittler spielt dafür sogar Lotto. Quelle: privat
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Greifswald

Die Greifswalder Palmen müssen doch noch nicht entsorgt werden. Denn das denkmalgeschützte Gewächshaus der Uni, in dem sie und andere wärmeliebende Pflanzen stehen, bekam eine Gnadenfrist. Ursprünglich sollte das Gebäude mit Anbauten in dieser Woche für jedermann geschlossen werden (die OZ berichtete).

„Die Gnadenfrist ist eine gute Nachricht“, freut sich Professor Martin Schnittler, Direktor des Botanischen Gartens an der Grimmer Straße. Ein Statiker hatte das 130 Jahre alte Palmenhaus besichtigt und den Aufschub gewährt. „Allerdings werden nur noch die Gärtner in die Hallen dürfen“, erklärt Schnittler. Aus Sicherheitsgründen würden sie für die anderen Besucher geschlossen — heute. Alle anderen Gewächshäuser sowie die Freilandanlage sollen aber weiter allen offen stehen.

In den beiden Jahren werde es der Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) voraussichtlich schaffen, einen Ersatzneubau zu errichten, so Schnittler. Dies habe die Universitätsleitung zugesagt.

„Dieser Ersatzneubau wäre eine Arche Noah für die Mehrzahl der kleineren Pflanzen und auch die kleinsten Bewohner der Häuser“, erklärt der Professor. Etwa für die Antillen-Pfeiffrösche, deren melodische Laute in warmen Sommernächten durch die Anlage schallen.

Doch de Palmen und die Wildbanane, eine botanische Rarität, wären verloren, betont der Direktor. Das sei die erste schlechte Nachricht. Die zweite könnte folgen: Wenn in den verbleibenden zwei Jahren kein Einstieg in eine Rekonstruktion oder Sanierung der 130 Jahre alten Stahlkonstruktion gefunden werde, würde aus diesem Meisterwerk der pommerschen Ingenieurskunst eine Ruine.

Das Palmenhaus war einst von der Greifswalder Firma Kessler errichtet worden. Die historischen Gewächshäuser entstanden auf Inititiative von Julius Münter, dem Vater des Botanischen Gartens. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es solche Konstruktionen kein zweites Mal. Die nächsten bekannten Beispiele sind das Palmenhaus in Frankfurt/Main von 1869, die Gewächshäuser von Karlsruhe (1863) und in Pillnitz bei Dresden (1859).

Auf der letzten Senatssitzung hatte die Rektorin gesagt, dass es „null Chancen“ für die Sanierung der Denkmale gebe. Schnittler sagt, viel öffentliche Unterstützung und auch politischer Wille sei notwendig, um geschätzte 2,5 Millionen für die Rekonstruktion der Gewächshäuser aufzubringen. „Wir wollen aber versuchen, ein kleines Wunder zu bewirken.“ Darum spielt er jetzt sogar Lotto. „Aber auf Wunder kann man sich natürlich nicht verlassen“, sagt der Gartendirektor. „Daher sollen parallel zügig die Planungen für den Ersatzbau erfolgen.“ eob



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