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Greifswald Solarpark in Wackerow bei Greifswald geplant
Vorpommern Greifswald Solarpark in Wackerow bei Greifswald geplant
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17:59 05.08.2019
Die Ruinen von Doris Diner bei Wackerow Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Wackerow

Auf insgesamt 32 Hektar soll in mehreren Ausbaustufen beiderseits der Bahnlinie nahe Wackerow ein Solarpark entstehen. Mit Hilfe der Photovoltaikanlagen können mehr als 30 Megawatt Ökostrom erzeugt und ins Netz eingespeist werden. Positiver Nebeneffekt: Die ausgebrannten Ruinen der Waggons von Doris Diner würden schon in der ersten Ausbaustufe von zehn Hektar verschwinden, kündigt Julian Merkel an. Er ist der zuständige Projektleiter der Wackerower Solarpark GmbH & Co. KG. Die Investoren sind Landwirte, darunter der Wackerower Bauer Arne Christiansen. Solarstrom sei heute weit wettbewerbsfähiger als Windstrom, so Merkel. Er verspricht großen Nutzen für die Natur durch extensive Bewirtschaftung, die Beweidung mit Schafen und ein schonendes Mähen. Merkel hat bereits eine ganze Anzahl von Solarparkprojekten umgesetzt, so bei Grimmen und Jatznick.

Neuer Bürgermeister will im September diskutieren

Bereits bestätigt wurde noch von der alten Gemeindevertretung unter Bürgermeister Manfred Hering der Beschluss zur Aufstellung des für den Solarpark nötigen Bebauungsplanes. Es gab auch schon zwei Einwohnerversammlungen. Bei der Wahl im Mai wurde Hering von Torsten Maaß (Wählergemeinschaft) abgelöst. In der Gemeindevertretung hat die CDU nicht mehr die Mehrheit. Maaß will den Solarpark im September zum Thema im Bauausschuss machen. „Es ist eine unglückliche Konstellation, dass für die CDU nur Arne Christiansen im Bauausschuss sitzt“, sagt Maaß. Dieser ist als Investor befangen. Für den Solarpark werde bestes Ackerland geopfert, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Alternativer Nobelpreisträger: Acker darf nicht geopfert werden

Genau da setzt die Kritik des Alternativen Nobelpreisträgers Michael Succow, selbst Bürger von Wackerow, an. Solarenergie sei heute die beste, effektivste Form der alternativen Energiegewinnung und den Windrädern überlegen, bestätigt er. „Aber wir werden in Zukunft alle Ackerflächen brauchen, um die Produktion von Nahrungsmitteln für Menschen und Tiere und von Rohstoffen zu sichern.“ Aus ökologischen Gründen sei es auch nötig, das Ertragsniveau um ein Viertel bis ein Drittel zu senken, weil der bisherige Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln nicht mehr vertretbar sei. Das bedeute nicht, dass die gesamte Landwirtschaft auf Öko umgestellt werden müsse. Dank des Küstenklimas seien die Äcker bei Wackerow trotz des Klimawandels noch recht ertragssicher.

Michael Succow schlägt Solaranlagen längs der A20 vor

Succow kann sich allenfalls vorstellen, dass auf ertragsarmen Böden die heute auch schon gebräuchlichen senkrechten Photovoltaikanlagen aufgestellt werden. „Ich empfehle, dass alle Städte und Gemeinden versuchen, auf freiwilliger Basis das enorme Potenzial von Solaranlagen auf Gebäuden zu nutzen“, so Succow. Er empfiehlt, chinesische Erfahrungen zu nutzen. „An Transrapidstrecken und Autobahnen werden dort Gestelle mit Solarpaneelen aufgebaut. Alle 200 Kilometer gibt es Ladestationen für Elektroautos.“ Auch die A 20 in Mecklenburg-Vorpommern könnte so ausgestattet werden. Außerdem spendeten die Paneele Schatten.

Ein kleiner Solarpark auf dem Doris-Diner-Gelände sei okay. Noch lieber wären ihm aber Bäume, die Schatten spenden, Taubildung ermöglichen und als Windschutz dienen.

Projektleiter: Solarpark gut für die Natur

Julian Merkel stimmt in vielem mit Michael Succow überein. „Wir wollen keine Debatte Strom oder Essen“, sagt er. Geeignete Flächen für Solarparks seien Gelände an Autobahnen, auch alte Flugplätze oder Industriebrachen. „So kamen wir zu Doris Diner“, sagt der Projektleiter. „Wir haben hier die Chance, regional Strom für die Bürger und Gewerbebetriebe der Region zu erzeugen. Die erste Ausbaustufe des Solarparks seien zehn Hektar, über sieben entfielen allein auf das frühere Restaurantgelände. Der Korridor für die Paneele beiderseits der Bahn sei nicht breiter als 110 Meter. Merkel wirbt mit neuen Brutplätzen für Bodenbrüter, mit blühenden Wiesen als Nahrungsgrundlage für Bienen und anderen Insekten. Bei einer Neigung von 15 Grad würden die Solarpaneele auch keine Bewohner benachbarter Häuser blenden. „Es wird aber ein Blendgutachten beauftragt“, verspricht er und setzt hinzu: „Ich würde sehr gern mit Michael Succow sprechen.“ Leider sei dieser zu den bisherigen beiden Informationsveranstaltungen nicht gekommen.

Eckhard Oberdörfer

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