Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Greifswald: Blinden und sehbehinderten Menschen Mut machen
Vorpommern Greifswald Greifswald: Blinden und sehbehinderten Menschen Mut machen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
17:11 07.10.2019
Texttafel in Blindenschrift: Alltag für die meisten blinden und sehbehinderten Menschen. (Symbolbild) Quelle: Petra Steuer/Agentur Joker
Anzeige
Greifswald

Kaffee kochen, nach dem Wetter schauen, schnell Brötchen vom Bäcker holen: ein normaler Morgen für viele Menschen. Doch für blinde und sehbehinderte Menschen können selbst diese alltäglichen Aufgaben eine Herausforderung sein.

In der Hansestadt gibt es etwa 150 Menschen, die blind oder behindert sind, sagt Bernd Uhlig, Vorsitzender der Greifswalder Ortsgruppe des Blinden- und Sehbehindertenvereins MV. „Wobei die Dunkelziffer sicherlich höher ist. Nicht alle geben sich zu erkennen und haben sich mit ihrer Situation angefreundet.“

Anzeige

„Tag des weißen Stockes“ mit Präsentation von Hilfsmitteln

Während der bundesweiten Aktion „Woche des Sehens“, die vom 8. bis 15. Oktober stattfindet, veranstaltet die hansestädtische Ortsgruppe in diesem Jahr gemeinsam mit der Universitätsaugenklinik am 9. Oktober den „Tag des weißen Stockes“. Neben Vorträgen von Prof. Dr. Andreas Stahl, Direktor der Universitätsklinik, und seinem Ärzteteam werden auch moderne Blindenhilfsmittel vorgestellt.

Ziel des Tages ist es, Menschen mit Sehbehinderungen zu unterstützen und zu informieren. „Selbst mit schlechter werdendem Sehvermögen und selbst mit Blindheit ist das Leben nicht zu Ende. Wir wollen damit zeigen, dass es eine Menge medizinische Möglichkeiten gibt, die das Sehvermögen erhalten können“, so Uhlig.

Neueste Technik für blinde und sehbehinderte Menschen

Der Verein sieht sich auch als Anlaufstelle, sobald die medizinischen Mittel ausgereizt sind, so Uhlig. „Wer Sehverlust erleidet, fällt zunächst in ein tiefes Loch. Sehende können sich das nicht vorstellen, wie das ist. Mit dem Erfahrungspotenzial zeigen wir, welche Hilfsmittel es gibt, um ein lohnenswertes und selbstständiges Leben zu führen.“

Technische Hilfsmittel gibt es heute so einige: Neben Smartphones mit Sprachsteuerung gibt es mittlerweile sogenannte Orcams. Das Gerät mit künstlicher Intelligenz wurde in Israel entwickelt. Es kann Menschen mit Sehbehinderung jeden Text vorlesen. Weiter erfasst die Orcam, die mit einer Kamera und einem Lautsprecher ausgestattet und nicht größer als ein Feuerzeug ist, Gesichter, Produkte und Geldscheine in Echtzeit. Mit einem Magnet-Clip kann sie an der Brille befestigt werden. Auch dieses Hilfsmittel wird am „Tag des weißen Stockes“ in Greifswald vorstellt.

Veranstaltung am 9. Oktober in der Unimedizin

Die Veranstaltung beginnt am 9. Oktober um 11 Uhr im Hörsaal Nord der Universitätsmedizin in der Ferdinand-Sauerbruch-Straße, in dem ab 11.30 Uhr der erste Vortrag, „Struktur, Ressourcen und neue Behandlungsmöglichkeiten in der Augenheilkunde der Unimedizin“, von Prof. Dr. Stahl zu hören sein wird. Um 12 Uhr erfolgt die Präsentation der Hilfsmittel im Seminarraum der Augenklinik.

Über die Autorin

Lesen Sie auch:

Wie blindenfreundlich ist Greifswald?

Theaterführung für Blinde: Ich höre was, was Du sonst siehst

Von Christin Lachmann

07.10.2019
06.10.2019