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Greifswald Ein Blick hinter die Kulissen bei ml&s in Greifswald
Vorpommern Greifswald Ein Blick hinter die Kulissen bei ml&s in Greifswald
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18:30 08.09.2019
Paul Schwerdt ist Fachtechnologe für Prüftechnikentwicklung. Der 34-Jährige erklärte, wie die Leiterplatten auf ihre korrekte Funktion geprüft werden. Quelle: Stefanie Ploch
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Greifswald

Es rattert und klickt in den Maschinen, die kleine Teile, einige nicht einmal einen Millimeter groß, Stück für Stück auf eine grüne Platte stecken. Hier werden Leiterplatten hergestellt, die später in elektronische Geräte verbaut werden. Die Betriebsstätten des Greifswalder Elektronikdienstleisters manufacturing logistics and services GmbH (ml&s) sind sonst vor der Öffentlichkeit verschlossen – am Wochenende öffnete das Unternehmen seine Türen. Die Tradition geht bis in die DDR zurück. Greifswald kann auf fünf Jahrzehnte Elektronikfertigung zurückblicken.

Grundgerüst für Stromspeicher

Viele Besucher staunten über die Produktvielfalt des Unternehmens: Leiterplatten für Monitore oder Bordcomputer für Landwirtschaftsmaschinen, Wasserpumpen oder Feuermelder. „Es ist erstaunlich, wie präzise die kleinen Teile auf die Platten verbaut, gelötet und lackiert werden“, sagt Janine Lombrecht, nachdem sie den Rundgang abgeschlossen hatte. Sie ist nur zufällig auf den Tag der offenen Tür aufmerksam geworden. „Mein Vater hat hier im ehemaligen Schiffselektronikwerk gearbeitet, da wollte ich mal schauen, wie es hier heute aussieht.“ Am spannendsten findet sie, dass es bereits möglich ist, Strom in den eigenen vier Wänden zu speichern und dass das Grundgerüst dafür in Greifswald hergestellt wird. „Und dass viele, wichtige Teile, mit denen die meisten Leute täglich zu tun haben, hier hergestellt werden, ist total faszinierend. Das bemerkt man so gar nicht“, staunt die 27-Jährige.

Pierre Frohne und Melanie Hornschuh lassen sich von Marion Bath erklären, wie die Bewegungsmelder im Werk von ml&s hergestellt werden. Quelle: Stefanie Ploch

Jede im Unternehmen hergestellte Leiterplatte, die anschließend in elektronischen Geräten verarbeitet wird, bekommt eine eigene Nummer, damit später jeder Produktionsschritt nachvollzogen werden kann, erklärte Paul Schwerdt, Fachtechnologe für Prüftechnikentwicklung im Unternehmen. Er prüft die Platten nach der Fertigstellung darauf, ob alle Funktionen ordnungsgemäß ausgeführt werden. „Dafür simulieren wir die Situation, in der diese Platte später verwendet wird“, sagt der 34-Jährige. Die Programme dafür programmiert er selbst.

Fertigung für Belgien und Südafrika

Die gelben Kästen entlang der Bahnschienen dürften schon vielen aufgefallen sein. Sie dienen beispielsweise der Kontrolle, ob nach 6,5 Kilometern noch alle Waggons am Zug sind, erklärt Tom Tschiltschke. Diese Kästen durchlaufen die Produktionshallen von ml&s. Doch nicht nur für die Deutsche Bahn gibt es solche Systeme, auch für Belgien, Frankreich und Südafrika werden diese Überwachungskästen hergestellt. „Bis zu 60 Stück pro Tag können wir davon anfertigen“, sagt Tschiltschke.

Seit 2002 gibt es ml&s in der Siemensallee, doch schon seit 50 Jahren wird an dem Standort produziert. Gestartet als „VEB Schiffselektronik“, wurde der Betrieb 1971 in „VEB Nachrichtenelektronik“ umbenannt, in dem unter anderem Taschenradios hergestellt wurden. 1991 übernahm die Siemens AG das ehemalige DDR-Unternehmen. Zur Firmengründung zählte ml&s rund 240 Beschäftigte, die Anzahl ist bis heute auf 500 Mitarbeiter angewachsen, informiert Sybille Stark. Von Anfang an dabei ist die Mitarbeiterin Roswitha Baumgard. Seit knapp 40 Jahren arbeitet sie in der Halle. „Die Arbeit macht mir Spaß“, sagt die 61-Jährige. „Jedoch hat sich die Arbeit im Verlaufe der Zeit verändert. Die Maschinen werden immer schneller, immer mehr neue Technik kommt zum Einsatz.“

Marcus Krüger ist im dritten Lehrjahr zum Elektroniker für Geräte und Systeme bei ml&s. Ani Manukayan (mitte) hat vor wenigen Wochen ihre Ausbildung begonnen. Beide zeigen Jemma Manukayan, wie man lötet. Quelle: Stefanie Ploch

Viele junge Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen und bildet auch Elektroniker für Geräte und Systeme aus. 27 Lehrlinge gibt es zurzeit, auch diese stellten sich am Wochenende vor. Der 3-D-Drucker war im Einsatz und Interessierte konnten sich am Löten probieren. Der 23-jährige Marcus Krüger ist derzeit im dritten Lehrjahr, arbeitete vor der Ausbildung schon im Betrieb. „ml&s hat mir als Arbeitgeber gut gefallen, deswegen habe ich auch die Ausbildung hier begonnen“, erklärt er. Er lobt, dass die Ausbildung sehr viel Praktisches beinhalte, viele Bereiche des Unternehmens können die Auszubildenden durchlaufen. „Außerdem haben wir eine super Ausstattung in unserem Haus.“

Von Stefanie Ploch

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