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Greifswald 100 neue Parkplätze im Zentrum Greifswalds
Vorpommern Greifswald 100 neue Parkplätze im Zentrum Greifswalds
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18:04 16.08.2019
Axel Hochschild misst die Anzahl der möglichen Anwohnerparkplätze in der Friedrich-Loeffler-Straße. Quelle: Echhard Oberdörfer
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Greifswald

Etwa 100 neue Anwohnerparkplätze könnten kurzfristig in der Friedrich-Loeffler-Straße entstehen. Das hat der Fraktionschef der CDU in der Bürgerschaft mithilfe eines Messrades ermittelt. Entscheidende Voraussetzung: Aus der Loefflerstraße wird eine Einbahnstraße. Unter Einbeziehung der Dom- und Wollweber- beziehungsweise der Kapaunenstraße würde der Verkehr in einer Art Ring laufen. „Der Verkehr Richtung Stralsund kann über die Steinbeckerstraße abfließen“, so Hochschild weiter. Wenn diese ebenfalls Einbahnstraße wird, könnten Anwohner auf beiden Seiten parken.

Vorschlag: Einbahnstraße Richtung Hansering

Ob das möglich ist, soll Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) prüfen. Damit er das tut, wollen die Christdemokraten am 4. November dieses Jahres diesen Auftrag von der Bürgerschaft beschließen lassen. Weil die Domstraße bereits in West-Ost-Richtung eine Einbahnstraße ist, biete sich für die Loefflerstraße eine Einbahnregelung Richtung Hansering an. Dass man den Ring über die Bahnhofstraße führen könne, glaubt Hochschild nicht. Denn das würde die Kreuzung am Einkaufszentrum Gleis 4 weiter belasten. „Aber das soll der Oberbürgermeister prüfen, ebenso wie die Führung des Radverkehrs.“ Auch mögliche Wirkungen auf die Zeit des Umbaus des Hanserings oder den Busverkehr solle der OB untersuchen. Alle Verkehrsarten sollten gleichberechtigt behandelt werden.Für die CDU-Politik sind Parkplätze im Zentrum ein Schwerpunkt.

So könnte künftig der Verkehr geführt werden Quelle: OZ

OB soll Ersatz für wegfallende Stellplätze schaffen

Bereits am 16. September soll die Bürgerschaft übrigens den OB beauftragen, „für Anwohnerparkplätze, die im Zuge von Umgestaltungen, Sanierungen oder der Änderung von Verkehrsführungen wegfallen, in unmittelbarer räumlicher Nähe Ersatz zu schaffen.“ Das beantragt die CDU. Zuvor beraten noch die Ausschüsse dazu.

Aktuell sind Anwohnerparkplätze in der Altstadt ein rares Gut. Axel Hochschild wohnt hier und hat einen Stellplatz in der Tiefgarage am Markt, die aber keine Reserven mehr für weitere Interessenten hat. „Meine Frau hat einen Anwohnerparkausweis und muss immer ganz schön suchen“, so der Kommunalpolitiker. Sie parke darum häufig nachts auf dem Gelände Gleis 4. Es gehe nicht darum, unter dem Schlafzimmerfenster zu parken, sondern in einer angemessenen Entfernung. Aktuell kommt auf zwei Anwohnerparkausweise ein Stellplatz.

Hotelbau verschärft die Situation

„Durch die Schließung von Baulücken und Neubauvorhaben wie den ,Hansehof‘ am Hansering wird die Zahl der Innenstadtbewohner weiter steigen“, argumentiert Hochschild. Damit werde es noch mehr Greifswalder mit Anspruch auf Anwohnerparkausweise geben. Zudem fielen durch Vorhaben wie den Umbau des Hanserings und des dort geplanten Hotelbaus weitere Stellplätze weg. „Das führt nicht nur zur Frustration bei Anwohnern und Besuchern, sondern zu noch mehr Parksuchverkehr mit all seinen negativen Auswirkungen.“ Entstehende Umwege hält der CDU-Politiker ebenso wie die Kosten für eine Beschilderung und eventuelle Markierungen für überschaubar.

Verkehrsuntersuchung immer noch nicht erfolgt

„Die neuen Bewohnerparkplätze wirken nach allen Erfahrungen nach verkehrsberuhigend“, argumentiert Hochschild weiter. Er geht ebenfalls von einer Milderung des Verkehrschaos durch Elterntaxis an der Kollwitzschule aus, wie es wieder bei der Einschulung beobachtet wurde.

Die Verkehrsführung in der Altstadt wird seit Jahren diskutiert. Dabei geht es zum Beispiel um die Umwandlung der Loefflerstraße in eine Fahrradstraße. Laut bisherigem Stand soll ein neues Parkhaus auf dem Nexöplatz echte Entlastung auch für Altstadtbürger bringen. Ferner ist der Wegfall von Kurzzeitparkplätzen im Zentrum zugunsten der Anwohner vorgesehen. Die Schaffung neuer Stellplätze auf dem Parkplatz Museumshafen Nord ist schon erfolgt. Greifswalds Bauamtsleiter Thilo Kaiser dachte im Mai 2019 schon öffentlich über den Bau eines Parkdecks nach.

Die Stadt plant zwar seit längerer Zeit eine Verkehrsuntersuchung in der Innenstadt als Grundlage möglicher Änderungen in der Verkehrsführung, inklusive Ausweisung von Radstraßen. Aber die ist bislang nicht erfolgt. Stadtsprecherin Andrea Reimann wiederholt nur die Antwort auf eine Anfrage der OZ vom 8. März. Es fehlten noch die nötigen Kapazitäten, insbesondere die personellen. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, strebe man die Vergabe des Auftrags für die Verkehrsuntersuchung noch 2019 an. Die sollte schon 2016 erfolgen, dann hieß es 2017, dann 2018.

Bisher gibt es in der Loefflerstraße am Tag nur die Kurzzeitparkplätze vor der Kollwitzschule Quelle: eob

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