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Greifswald Für „Zusammenhalt und Integration“: Greifswald ehrt Sportler und Vereine
Vorpommern Greifswald Für „Zusammenhalt und Integration“: Greifswald ehrt Sportler und Vereine
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19:09 15.11.2019
Die Preisträger des 28. Sportehrentages in Greifswald im Rathaus der Stadt. Quelle: Andree Hollandt
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Greifswald

„Es gibt nicht nur den Fußball“, sagt Patrick Bull vom Greifswalder Volleyballverein BSC Hanse. Er ist einer der Sportler, Übungsleiter und Sportfunktionäre, die beim 28. Sportehrentag der Stadt Greifswald im Bürgerschaftssaal des Rathauses am Donnerstagabend für ihre Verdienste rund um ihren Verein geehrt wurden. Ihm bedeute diese Auszeichnung sehr viel, denn Volleyball, so Bull, sei immer noch eine Randsportart. „Wir kämpfen immer um neue Sponsoren und Mitglieder, deshalb brauchen wir diese Aufmerksamkeit.“

17 Einzelsportler vom Fußball bis zum Rehasport erhielten Urkunden für ihre Leistungen im vergangenen Jahr. Neben ihnen ehrten Stadt, Sportbund und Sportförderverein, die die Veranstaltung gemeinsam ausrichten, auch die vier besten Nachwuchssportler. Zudem vergab der Sportförderverein das „Blaue Band“, einen Preis dotiert mit 1000 Euro, an den HC Vorpommern-Greifswald für die beste Nachwuchsarbeit.

„Wir sind eine sportliche Stadt“

Ziel des jährlichen Sportehrentages sei es nicht vorrangig, die sportlichen Leistungen der Akteure hervorzuheben, sagt Dirk-Carsten Mahlitz, Vorstandsvorsitzender des Sportbundes der Stadt Greifswald. Vor allem wolle man ihre ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen belohnen. „Die Vereine bewerben sich mit ihren Kandidaten auf unsere Ausschreibungen. Dadurch erinnern sie sich, wer im Verein was leistet“, so Mahlitz.

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Bürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) hob in seiner Rede den „wichtigen Beitrag“ hervor, den die Vereine der Hansestadt für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Integration leisteten. „Wir sind eine sehr sportliche Stadt und ich wünsche mir, dass wir die Tradition des Sportehrentages noch lange mit Leben füllen.“

Eine Liga für Männer und Frauen

Für Volleyballer Bull ist die Ehrung der Lohn für sein Engagement der vergangenen Jahre. Zusammen mit weiteren Sportbegeisterten gründete er vor drei Jahren die Vorpommernliga. Sie untersteht nicht dem Volleyballverband, sondern ist eine eigenständige Liga für Volleyballer von 14 bis Mitte 60, in der Männer und Frauen gemeinsam auf dem Feld stehen. „Wir wollen Talente fördern“, so Bull. „Jeder soll die Möglichkeit bekommen, bei uns an attraktiven Wettkämpfen teilzunehmen.“ Auch in den kommenden Jahren wolle er die Liga als einer von mehreren Organisatoren begleiten.

Patrick Bull vom Verein BSC Hanse im Vereinstrikot Quelle: privat

Der Verein als Ersatzfamilie

Als verdiente Sportlerin wurde auch Mandy Springer vom Rollsportclub Greifswald geehrt. Seit 2007 ist sie auf Rollschuhen unterwegs, nimmt an Wettkämpfen teil und trainiert seit Jahren den Vereinsnachwuchs. Für sie sei die Ehrung etwas ganz Besonderes. „Der Verein ist für mich wie eine Familie und war immer ein Zufluchtsort für mich“, erzählt Springer, die in einer Wohngruppe aufgewachsen ist.

Der eher unpopuläre Rollsport, der dem Eiskunstlaufen ähnelt, habe es ihr schon nach den ersten Rollversuchen angetan. „Es sind die Ästhetik und die Schönheit, die mich so begeistern.“ Erfolg und Schönheit konnte sie in ihrer Sportkarriere schon vereinbaren: So gewann sie schon mehrfach die Landesmeisterschaft und nahm dieses Jahr erstmals an der Norddeutschen Meisterschaft teil.

Mandy Springer vom Rollsportclub Greifswald bei einem ihrer Auftritte Quelle: privat

Traum von der Goldmedaille

Eine der Ehrennadeln des Sportbundes ging an die Jiu-Jitsu-Kämpferin Gamila Kanew vom Ringerverein. Für die mehrfache Deutsche Meisterin sei es das „i-Tüpfelchen“ eines erfolgreichen Jahres und zudem eine wichtige Anerkennung für den in Deutschland weniger bekannten Sport. „Ich versuche, Jiu Jitsu in Greifswald größer und bekannter zu machen und unterstütze das Team als Trainerin“, so die 24-Jährige.

Gamila Kanew (hinten) hat ihre Gegnerin beim Jiu Jitsu fest im Griff. Quelle: Marek Surdyk

Ihr größter Erfolg liegt noch nicht lange zurück. Bei der WM in Abu Dhabi kämpfte sie sich ins Finale, musste sich dort aber der Kontrahentin aus Schweden geschlagen geben. Durch eine hartnäckige Verletzung am Arm ist sie derzeit außer Gefecht gesetzt. Dennoch sei es ihr großes Ziel, bei der WM 2020 die Goldmedaille zu holen.

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