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Greifswald Greifswald: Jazz Evenings begeistern Festivalbesucher
Vorpommern Greifswald Greifswald: Jazz Evenings begeistern Festivalbesucher
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16:54 07.07.2019
39. Eldenaer Jazz Evenings mit Botticelli Baby Sänger Marlon Bösherz am Bass Quelle: HGW
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Greifswald

Junk steht für Abfall und gehört in den Müll. E-Mail-Schreiber haben damit ihre Erfahrung. Freunde der Eldenaer Jazz Evenings indes können jetzt auf eine ganz andere Erkenntnis bauen. Denn mit dem Titel des aktuellen Albums von „Botticelli Baby“ erfährt Junk eine völlig neue Bedeutung: Die siebenköpfige Truppe riss am Wochenende auch den letzten vor sich hindösenden Gast vom Stuhl, ließ die Mauern der alten Klosterscheune erzittern.

„Wir haben nicht den Anspruch, den Jazz zu reformieren. Aber wir wollen ihm die Dreckigkeit zurückgeben, die er früher mal hatte“, lautet das Credo von Sänger Marlon Bösherz. Und das sind keine leeren Worte. Seine schnoddrige, zugleich witzige Art lässt keinerlei Professionalität vermissen. Klavier, Bass, Trompete, Saxophon, Posaune, Schlagzeug und Gitarre vereinen sich zu einem lautstarken Sound, der mit allem Bekannten bricht. Ein wahnsinnig schneller, ein feuriger Beat vom ersten bis zum letzten Ton. Wenn temporeich ein Steigerung hat, dann ist es Botticelli Baby.

Dabei brauchten sich auch die weiteren fünf Acts der 39. Auflage des Festivals keineswegs zu verstecken. Im Gegenteil. Der Auftakt am Freitag mit Max Andrzejewskis Hütte und ihrem Tribut auf Soft-Machine-Legende Robert Wyatt stimmte auf zwei gewohnt vielseitige Konzertabende ein. Cansu Tanrikulu faszinierte mit einer „geilen Stimme“, urteilte Jazz-Liebhaber Frank Winderlich aus Rostock, der mit Freunden wiederholt zu den Jazz Evenings kam.

Ganz anders der Pianist David Helbock, der sich mit seiner experimentierfreudigen Tastenkunst nahtlos in die Herzen der Besucher einbrannte. Gemeinsam mit Raphael Preuschl und dessen Bassukulele sowie Schlagzeuger Reinhold Schmölzer entfachte er ein virtuoses Feuerwerk, das ebenso klassische wie verschrobene Elemente enthielt. „Das ist für mich Jazz: Rhythmus, Power, Spannung“, lobte ein hochzufriedener Götz Salisch aus Labenz bei Lübeck, der mit Ulla Redecker bereits das dritte Mal zum Festival kam.

Dem Helbock Trio folgte schließlich mit Andromeda Mega Express Orchestra (AMEO) ein 18-köpfiges Großensemble, dessen Arrangements so vielfarbig wie die Kleidung der Akteure waren. „Intergalaktisch, stilistisch nicht greifbar“, kommentierte Greifswalds Kulturamtsleiterin Anett Hauswald die Gruppe unter Leitung des Saxophonisten Daniel Glatzel. Eine Art Sinfonieorchester, das Stile mixt und wunderbar frei improvisiert.

Der Sonnabend begann und endete mit jeweils einem Quintett, auch wenn „Zuviert“ etwas anderes vorgaukelt. Die bei „Jugend jazzt“ preisgekrönten Musiker zwischen 18 und 20 Jahren sind Teil einer Big Band des Landesmusikgymnasiums Rheinland/Pfalz. Fünf Talente, die vielleicht etwas schüchtern starteten, dann aber zunehmend locker ins Spiel fanden, sodass auch sie nicht um eine Zugabe herum kamen.

Bei den „Girls in Airport“ schließlich handelte es sich um fünf gestandene Männer, die allen Erwartungen des Abschlusskonzerts gerecht wurden. Feinsinniger, professioneller Jazz aus Dänemark, der sich wie Klangwelten im Universum ausbreitete. Mal schauen, was die Hansestadt und Partner als Veranstalter zum 40. Festival 2020 präsentiert.

Ein tolles Festival ist Geschichte. Hunderte Besucher erlebten sechs hervorragende Formationen . Wegen des angekündigten Sturms fanden die Konzerte in der Klosterscheune statt.

Petra Hase

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