Greifswald: Kirchen planen zu Heiligabend gemeinsamen Gottesdienst
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Greifswald Heiligabend: Kirchen in Greifswald planen gemeinsamen Gottesdienst auf dem Marktplatz
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Greifswald: Kirchen planen zu Heiligabend gemeinsamen Gottesdienst

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09:06 09.12.2020
Im Dom wird es an Heiligabend um 15 und 22 Uhr Gottesdienste geben, wie das Pastorenehepaar Beate Kempf-Beyrich und Tilmann Beyrich erklärt.
Im Dom wird es an Heiligabend um 15 und 22 Uhr Gottesdienste geben, wie das Pastorenehepaar Beate Kempf-Beyrich und Tilmann Beyrich erklärt. Quelle: Alexander Kruggel
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Stille Nacht? Von wegen! Trotz Corona gibt es für Pastoren, Kantoren, Küster und Gemeindehelfer in diesem Jahr reichlich zu tun. Dichtes Gedrängel in den Kirchen wird es wegen der Pandemie an Heiligabend nicht geben. Stattdessen setzen die hiesigen Gotteshäuser auf ganz neue Formate, um die Weihnachtsbotschaft kreativ zu verkünden.

Erstmals haben sich die evangelischen Gemeinden mit der katholischen Kirche zusammengetan, um an Heiligabend auf dem Greifswalder Marktplatz gemeinsam einen Weihnachtsgottesdienst auszurichten.

Geplant sind um 17 und 18 Uhr zwei halbstündige Messen. „Wir gehen davon aus, dass 500 Menschen auf den Markt dürfen. Das Gelände wird eingezäunt, es wird zwei Ein- und Ausgänge geben sowie 100 Stühle für Personen, die sie benötigen. Geplant ist ein kurzes Krippenspiel“, erklärt Dompastor Tilmann Beyrich. Erwartet wird zudem Bischof Tilman Jeremias von der Nordkirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern.

Bei aller Kreativität bleiben Abstandsregelungen, Hygienemaßnahmen und Nachverfolgungslisten wesentliche Stichwörter. Um lange Warteschlangen zu verhindern, finden Besucher des Weihnachtsgottesdienstes auf den Flyern, die in den Kirchen, in der Stadtinfo und in einigen Buchhandlungen ausliegen, einen Abschnitt, auf dem die Daten direkt ausgefüllt werden können. Dieser wird dann am Eingang abgegeben.

In diesem Jahr sei zwar alles anders, sagt Bernd Magedanz, „aber wir sind froh, dass wir trotz des Teillockdowns Gottesdienste feiern dürfen“, so der Pastor der Mariengemeinde. Tatsächlich zählt Heiligabend zu den wichtigsten Terminen im Kalender der Gemeinden. Besonders am 24. Dezember strömen die Menschen gern in die Kirchen. In diesem Jahr werden die Gemeinden mehr Angebote machen als sonst, fügt Magedanz an. Allerdings bleibt es klein.

Mariengemeinde setzt auf zwei Veranstaltungsorte

Sechs Christvespern richtet die Mariengemeinde an Heiligabend aus. Diese finden an zwei verschiedenen Orten statt. „Einer davon ist in Schönwalde I der „Treffpunkt Kirche', den wir gemeinsam mit der Johannesgemeinde betreiben. Dort wird es um 14.30 und 15.30 Uhr jeweils eine halbstündige Christvesper geben“, sagt Bernd Magedanz. Normalerweise sei dort Platz für 50 Leute. An Heiligabend dürfen es lediglich 20 Besucher mit vorheriger Anmeldung sein.

Der zweite Veranstaltungsort wird die Marienkirche sein, in der aktuell bis zu 200 Menschen Platz finden. Geplant sind vier Christvespern um 14.30, 15.30, 16.30 und 17.30 Uhr. Die Platzreservierungen erfolgen ab dem kommenden Montag (15. Dezember).

Krippenspiele sind nicht geplant, fügt Magedanz an. „Aber es wird kurze Anspiele mit Kerzenbeleuchtung und Orgelmusik geben. Wir hoffen, dass wir mit den vier Christvespern der Nachfrage gerecht werden.“ Weil das Singen in den Kirchen untersagt ist, hat die Mariengemeinde eine CD mit Orgelmusik und Einzelstimmen herausgebracht. Am 25. und 26. Dezember lädt die Gemeinde um 10.15 und 11. 15 Uhr in die Annenkapelle zum Gottesdienst ein.

Domgemeinde bietet extra Gottesdienst für Risikopatienten an

An die 1000 Menschen besuchten in den vergangenen Jahren den Gottesdienst im Dom. Aktuell dürfen lediglich 200 Personen die Christvesper erleben. „Wir konnten nicht proben, deshalb wird es um 15 Uhr nur ein kürzeres Krippenspiel geben“, klärt Pastorin Beate Kempf-Beyrich auf. Die Plätze müssen im Vorfeld reserviert werden. Mögliche Restkarten wird es im Dombüro geben.

Am 25. Dezember wird es den gleichen Gottesdienst noch einmal um 10 Uhr geben. An Heiligabend um 22 Uhr erwartet die Besucher noch eine musikalische Christvesper.

Am 26.12. wird es einen besonderen Gottesdienst nur für Risikopatienten geben, „die sich nicht trauen, in größere Menschenansammlungen zu gehen“, wie Kempf-Beyrich erklärt. Die Teilnehmerzahl wird bei diesem Gottesdienst auf 60 Personen begrenzt.

Jacobi lädt zum „weihnachtlichen Weg“ ein

An die 500 Menschen seien in den vergangenen Jahren zum Gottesdienst in die Jacobi-Kirche gekommen, sagt Michael Mahlburg. „Wir sind die kleinste der drei Altstadtkirchen. Aktuell dürfen wir nur 70 Besucher reinlassen“, erklärt der Pastor weiter.

Deshalb hat sich auch die Jakobi-Gemeinde in diesem Jahr etwas Besonderes überlegt: Von 14.30 bis 16.30 Uhr lädt die Gemeinde an Heiligabend zu einem „weihnachtlichen Weg“ durch die Kirche ein. Dort wird die Geschichte um die Geburt Jesus Christus an verschiedenen Mitmach-Stationen eine Rolle spielen. Zusätzlich soll die Orgel erklingen. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich. Aber man sollte Wartezeit einplanen, fährt Mahlburg fort.

Der Einlass erfolgt laufend, so dass etwa 50 Personen gleichzeitig durch die Kirche gehen können. Zudem wird es am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag jeweils um 10.30 Uhr einen Gottesdienst geben. Mit Menschenmengen wie an Heiligabend rechnet Michael Mahlburg an diesen Tagen nicht.

Auch in diesem Jahr wird der Stern in der Jacobi-Kirche bei den Gottesdiensten strahlen. Quelle: Andreas Jülich

Katholische Kirche bietet vier Gottesdienste an Heiligabend an

Am 24. Dezember wird es vier Gottesdienste geben, sagt Pfarrer Frank Hoffmann von der katholischen Kirche der Pfarrei St. Otto: „Der größte wird sicherlich der gemeinsame auf dem Marktplatz sein.“ Aus der Gemeinde habe es dafür viel Zuspruch gegeben. „Wir machen dies zwar zum ersten Mal, aber meine Hoffnung ist, dass es nicht das letzte Mal sein wird“, so der Pastor.

Normalerweise sei das Krippenspiel in den Gottesdienst eingebettet. Doch dieses Jahr wird es um 15 und 16 Uhr nur zwei Krippenandachten geben, wie Hoffmann erklärt. Um 21 Uhr ist eine anderthalbstündige Christmette geplant. Lediglich 50 Personen können daran teilnehmen.

„Wir haben ein digitales Anmeldesystem auf unserer Homepage. Das ist bereits ausgebucht“, so Hoffmann. Aufgestockt wurden die Gottesdienste am 25. und 26. Dezember auf jeweils drei, „damit möglichst jeder kommen kann, der kommen möchte“. Diese finden um 9, 11 und 18 Uhr statt.

Christuskirche lässt Weihnachtsgeschichte aufleben

Die Christuskirche in Schönwalde II hat sich für den 24. Dezember einen Stationenweg ausgedacht. Im Vordergrund wird ebenfalls die Weihnachtsgeschichte stehen. So werden die Besucher an sechs Stationen unter anderem auf Josef, die noch schwangere Maria oder die Hirten treffen, verrät Pastorin Friederike Grube. „Wenn sie die Kirche verlassen, sehen sie die Krippenszene, wo das Christuskind bereits da ist. Wir wollen zudem noch ein Segenstor bauen, so dass die Besucher noch einen Segen mitnehmen.“

Um Anmeldung vorab wird gebeten, da im Kirchenhof aktuell nur Platz für 30 Personen ist und nur 15 Besucher gleichzeitig den Weg abgehen können. Von 15.30 bis 17 Uhr können die Besucher jeweils im Viertelstundentakt die Stationen ablaufen. Um 19 Uhr wird es zudem einen Gottesdienst in der Christuskirche geben.

Das Krippenspiel der Christuskirche. Quelle: privat

Johannesgemeinde plant Krippenspiel mit Übertragung auf Videoleinwand

Vor einigen Jahren verlegte die Johannesgemeinde die Christvesper samt Weihnachtsspiel nach draußen an den Thälmann-Ring. In diesem Jahr wird der Platz vor dem Discounter nicht ausreichen, um den nötigen Abstand einhalten zu können, schätzt Torsten Kiefer ein. „Daher werden wir auf unser Grundstück in der Kemnitzer Wende ausweichen“, erklärt der Pfarrer weiter.

Neben einer Bühne soll dort auch eine Leinwand aufgebaut werden. Weil der Gottesdienst open-air stattfindet, wird auch das gemeinsame Singen möglich sein, fügt Kiefer an. Auch ein Krippenspiel ist geplant. In den vergangenen Jahren waren zwischen 300 bis 350 Leute dort. Wie es in diesem Jahr sein wird, kann Kiefer nicht prognostizieren.

Bugenhagengemeinde verlegt Christvespern nach draußen

Weil das Singen in den Kirchen aktuell nicht gestattet ist, plant die evangelische Bugenhagengemeinde Greifswald Wieck-Eldena, den Weihnachtsgottesdienst komplett nach draußen in den Pfarrgarten zu verlegen, wie Pastor Johann Riedel sagt. Details stehen noch nicht fest, aber die Gottesdienste sollen um 14.30, 16 und 17.30 Uhr stattfinden. „Diese werden zusätzlich auch auf Youtube veröffentlicht“, fügt Riedel hinzu. Am 26. Dezember wird es zusätzlich um 10 Uhr noch einen weiteren Gottesdienst geben.

Von Christin Lachmann