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Greifswald Greifswald: Legendärer Barbesitzer gestorben
Vorpommern Greifswald Greifswald: Legendärer Barbesitzer gestorben
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20:23 13.05.2019
Tom Peter vor und in der neuen Bar "Tom's" am Mühlentor. Dem 51-jährigen Peter gehörte lange Jahre das "Ravic" in der Bachstraße. Quelle: Christopher Gottschalk
Greifswald

Die Nacht war sein Tag: Tom Peter, ehemaliger Besitzer des „Ravic“, eröffnete erst Mitte Februar seine neue Bar. Das „Tom’s“ im Schuhhagen sollte sein nächstes Lebensprojekt werden. Nun ist der Kneipenbesitzer mit 51 Jahren überraschend verstorben. Vor der dem „Tom’s“ erinnern Kerzen und ein Foto mit seinem Konterfei an den Mann, der Greifswalds Kneipenszene prägte.

Der Tod von Tom Peter bewegt seine letzten Weggefährten. Der Schock über den frühen Tod sitzt tief. „Er war ein warmherziger Mensch. Er hat viel erlebt und liebte es, seine Geschichten zu erzählen“, sagt Matthias Meyer, Geschäftspartner und enger Freund von Peter.

Sein großes Herz

Die Nachricht über den Tod des Barbesitzers erreichte Michael Hosang, heutiger Besitzer des „Ravic“, bereits am Samstagabend. „Sein Optimismus zeichnete ihn besonders aus.“ 2008 hatte Hosang, damals noch Student, Peter kennengelernt, später im „Ravic“ für ihn gearbeitet. „Er war ein außergewöhnlicher Mensch“, sagt Hosang.

Außergewöhnlich liest sich auch Peters Lebenslauf. Er war Leistungssportler und Rettungstaucher, arbeitete als Einzelhandelskaufmann und Diplom-Agraringenieur. Und er hatte ein besonders großes Herz, engagierte sich für verschiedene soziale Projekte. 2009 reiste Tom Peter nach Stutterheim (Südafrika) und sanierte dort einen Kindergarten. Eine faszinierende Erfahrung, wie er später sagte.

Sein Meisterwerk soll zu einem Denkmal werden

Im Jahr 2013 dann der Schicksalsschlag: Nachdem ein Tropensturm auf den Philippinen wütete und Peter sich dort als Helfer engagierte, infizierte er sich mit einem Virus. In der Greifswalder Uniklinik wurde er unter Quarantäne mit einer intensiven Antibiotika-Therapie behandelt. Ein weiterer Schlag folgte einige Jahre später mit einem Burn-Out. Das „Ravic“ übergab er an Hosang und konzentrierte sich wieder mehr auf sich.

Dieses Jahr wollte er es noch einmal wissen und eröffnete zusammen mit Matthias MeyerToms“ Bar. „Er sagte einmal, dies sei sein Meisterwerk. Dieses Meisterwerk wollen wir nun zu einem Denkmal machen“, sagt Meyer. Vor mehr als zehn Jahren lernte er Tom Peter kennen. Vor über einem Jahr entwickelte sich eine enge Freundschaft.

Das „Tom’s“ wird weitergehen. So hätte es Tom Peter wohl auch gewollt. Am Freitag wird es dort ein Benefiz-Konzert für Peters Angehörige geben.

Christin Lachmann

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