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Greifswald Protest gegen Jury: Ortsrat Schönwalde I trifft sich zur Sondersitzung
Vorpommern Greifswald Protest gegen Jury: Ortsrat Schönwalde I trifft sich zur Sondersitzung
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09:00 23.11.2019
Auf dem Kreisverkehr in der Lomonossowallee wird die „Heimkehr“ von Julia Kausch stehen. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

Nächste Runde im Streit um das Kunstwerk in der Lomonossowallee: Ibrahim Al Najjar (SPD), Vorsitzender der Ortsteilvertretung (OTV) Schönwalde I/Südstadt, kündigt eine Sondersitzung der OTV am 5. Dezember an. Dort soll es um das Kunstwerk im neu zu schaffenden Kreisel an der Kreuzung Einsteinstraße-Dubnaring-Lomonossowallee gehen.

Ortsrat sei übergangen worden, sagt Chef des Ortsrates

Erst am Donnerstag hatte eine Jury sich für eine Frauenstatue der Rostockerin Julia Kausch (34) entschieden. „Die Empfehlung unserer Orteilvertretung für die maritime Stele wurde dabei völlig übergangen! Sie spielte für die Mitglieder der AG praktisch überhaupt keine Rolle! Das wollen wir uns so nicht gefallen lassen“, heißt es in einem offenen Brief von Al Najjar und Peter Multhauf (für FDP/Bürgerliste/Kompetenz für Vorpommern in der OTV). Die Bürgerschaft solle in ihrer nächsten Sitzung die Entscheidung ändern.

Hochschild unterstützt Multhauf und Al Najjar

Unterstützung bekommen die beiden von CDU-Fraktionschef Axel Hochschild. „Der Sachverhalt sollte in der Bürgerschaft erörtert werden. Ich finde es schade, dass die Jury über die Empfehlung des Ortsrates hinweg gegangen ist. Die beiden Mitglieder der OTV hatten in der Jury keine Chance.“ Die Wahl findet er zudem einfallslos, weil die Statue der Frau stark an die Sportlersäule von Heinrich Zenichowski am Thälmannring erinnere.

Frauenstatue entspricht Forderungen der Ausschreibung

In der Jury saßen neben Vertretern verschiedener Ämter auch der Museologe Kai Kornow, die Künstlerin Sylvia Dallmann und der Kunsthistoriker Michael Lissok Mitglieder der Ausschüsse der Bürgerschaft sowie Peter Multhauf und Ibrahim Al Najjar. Zur Auswahl standen ferner nicht-figürliche Entwürfe von Anne Sewcz (Crivitz) und Anne Hille (Starkow). Für Kausch sprachen laut der Kulturamtsleiterin Anett Hauswald unter anderem die gute Fernwirkung, die schnelle Erfassbarkeit, Bezüge zum Straßennamengeber Lomonossow und die Orientierung an der vorhandenen Kunst im Stadtteil. Das sei auch in der Ausschreibung gefordert worden.

Heinrich Zenichowski vom Wettbewerb ausgeschlossen

Der Favorit des Ortsrates, die maritime Stele mit Fischen des Wieckers Heinrich Zenichowski (78) war zuvor mit Mehrheit wegen Nichteinhaltung formaler Kriterien gemeinsam mit einem Vorschlag von Reinhard Buch (Hirschberg) ausgeschlossen worden. Die Gründe für Zenichowskis Ausschluss seien weit hergeholt und nicht stichhaltig, sagt Peter Multhauf. Er kritisierte, dass das Kulturamt zehn Künstler für eine Idee angeschrieben hatte – fünf hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Der Ortsrat hatte vorgeschlagen nur Zenichowski, Thomas Radeloff (Katzow) und einen vom Kulturamt auszuwählenden Bewerber zur Teilnahme aufzufordern. Laut Multhauf entsprach das dem Willen der Bürger.

26.500 Euro stehen für Kunstwerk zur Verfügung

Für das Kunstwerk stehen 26.500 Euro zur Verfügung. 3.500 Euro kosteten der Wettbewerb und die je 400 Euro für die fünf Modelle. Die Frau wird aus Bronze gegossen, mit Sockel wird eine Höhe von 3,40 Meter erreicht. Julia Kausch hat einen Bildhauereiabschluss bei Thomas Jastram und ist seit 2012 freischaffend. Auf dem Kreisel mit 14 Metern Durchmesser sollen Fingerkraut, Spierskraut, immergrüne Heckenkirsche und Narzissen gepflanzt werden. Zehn Bürger, darunter sieben aus Schönwalde I, sahen sich übrigens die Kunstwerke in den zurückliegenden Tagen in der Goethestraße an. Sie hätten sich mit interessanten Beiträgen eingebracht, schätzt Susanne Papenfuß seitens des Kulturamtes ein.

Die Sondersitzung der OTV beginnt am 5. Dezember um 18 Uhr im Jugendzentrum „Takt“, Joliot-Curie-Straße 3.

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