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Greifswald Greifswald: Renaturierung des Ketscherinbachs verteuert sich
Vorpommern Greifswald Greifswald: Renaturierung des Ketscherinbachs verteuert sich
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16:53 08.11.2019
Dirk Conrad und Christian Pietschker von ASA Bau sind an der Koitenhäger Landstraße damit befasst, entlang des Ketscherinbachs den Spundwandholm fertigzustellen. Quelle: Petra Hase
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Greifswald

Die Bauarbeiten an der Koitenhäger Landstraße zur Renaturierung des Ketscherinbachs sind noch im Gange, da nimmt das umfangreiche Projekt schon an anderer Stelle Fahrt auf. Ab Januar geht es im Stadtpark weiter, werden zunächst Bäume und Sträucher gerodet, um danach auch in diesem Bereich den historischen Gewässerlauf wieder zu aktivieren. Und schon jetzt ist klar: Die ursprünglich für das dreijährige Bauvorhaben der Hansestadt avisierten 6,3 Millionen Euro reichen nicht aus. „Höhere Kosten für Bauleistungen verteuern die Maßnahme“, kündigt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) an. Die Stadtverwaltung gehe derzeit von etwa 670000 Euro Mehrkosten aus. Wobei die Ausschreibungen für den dritten Bauabschnitt erst begonnen haben und somit noch keine Klarheit über die tatsächlichen Ergebnisse herrsche. Das Land MV fördert das Gesamtprojekt nach jetzigem Stand mit 1,76 Millionen Euro.

Projektleiter Peter Franke und Oberbürgermeister Stefan Fassbinder mit der Bauzeichnung für den dritten Bauabschnitt im Stadtpark. Quelle: Petra Hase

Ziel der großen Investition ist es, die Regenentwässerung in den Stadtteilen Schönwalde I und II sowie im Ostseeviertel wesentlich zu verbessern. „Starkregenereignisse“, erinnert Stefan Fassbinder, „führten in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen.“ Eine der Ursachen war die mit zunehmender Bautätigkeit einhergehende Versiegelung von Flächen. Der in den 1970-er Jahren verrohrte Ketscherinbach, ein Kanal von 1,20 Meter Durchmesser, konnte die enormen Wassermengen so schnell nicht aufnehmen. Überschwemmungen waren die Folge. Daher ging die Stadt Anfang 2018 daran, den Ketscherinbach wieder an die Oberfläche zu holen. Der erste Abschnitt zwischen Wolgaster Straße und Ryck wurde im gleichen Jahr fertiggestellt. Auch Durchlässe an der Wolgaster Straße und am Treidelpfad gehörten dazu.

Arbeiten in der Koitenhäger Landstraße nähern sich dem Ende

Der für Greifswalder und Pendler wohl offenkundigste Bauabschnitt begann dann vor gut einem Jahr längs der Koitenhäger Landstraße. Der eingerichtete Einbahnstraßen- beziehungsweise Umleitungsverkehr über den Liebknechtring verlangte von Autofahrern über viele Monate Geduld und Nerven. Zwar gibt es mittlerweile wieder einen Zweirichtungsverkehr, doch noch künden Absperrungen und Sonderampeln von der Fortdauer der Arbeiten. Das beauftragte Unternehmen Asa Bau betoniert in diesen Tagen die 350 Meter lange Spundwand längs der Flusslaufs. Zeitgleich wird zwischen Wolgaster Straße und Lindenstraße der kombinierte Fuß-/Radweg neu gepflastert. „Wir rechnen mit einer Fertigstellung im Dezember“, sagt Projektleiter Peter Franke vom Greifswalder Abwasserwerk. Wobei möglicherweise das geplante Geländer südlich der Lindenstraße erst später errichtet werden könne.

Die Spundwand steht, letzte Arbeiten längs der Koitenhäger Landstraße laufen. Quelle: HGW

Derweil laufen die Arbeiten für den dritten und längsten Bauabschnitt im Stadtpark, der sich über 1,3 Kilometer hinzieht. Dort ist der natürliche Bachlauf für aufmerksame Passanten an einigen Stellen noch sichtbar, aber völlig verwildert. Da das Gewässer über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte keinerlei Pflege erhielt, konnten sich Büsche breitmachen und junge Pflanzen zu Bäumen emporschießen. Sie sollen jetzt gerodet werden, um den Ketscherinbach wieder zum Fließgewässer zu verhelfen – zum Teil auch mit neuer Trasse. „Die Fällarbeiten sind ausgeschrieben“, sagt Antje Köppe, Leiterin des Abwasserwerks. Etwa 1000 Bäume sollen weichen. „Von einem Baum spricht man aber auch schon ab einem Durchmesser von zehn Zentimetern“, begegnet Köppe möglichen Kritikern. Zudem seien Ausgleichsmaßnahmen in erheblichem Umfang geplant. „Neue Bäume werden sowohl am Bach als auch in Ladebow gepflanzt. Dort entsteht auf zwei Hektar ein neuer Wald“, kündigt Peter Franke an. Etwa 16800 junge Bäume sollen dort in die Erde.

Findlinge und Wurzeln für eine natürliche Entwicklung

Im Zuge der Bauarbeiten entsteht auch ein Einlaufbauwerk am westlichen Ende des Rodelberges, wo der Ketscherinbach in offener Bauweise beginnt. Außerdem werden an Wegen und Straßen Durchlässe mit kleinen Geländern entstehen, damit Radfahrer nicht versehentlich im Gewässer landen. Ob das Bachbett, das sieben Meter breit und anderthalb Meter tief sein werde, überhaupt immer Wasser führe, sei eher fraglich, so Franke. Auf jeden Fall wolle man mit kleinen Findlingen, Wurzeln und anderem mehr für eine möglichst natürliche Entwicklung des Ketscherinbachs sorgen. „Es wird keine Befestigung geben, sondern nur eine einfache Böschung“, sagt der Technische Leiter des Abwasserwerks. Zudem werde längs des Grabens ein unbefestigter Unterhaltungsstreifen für die künftige Pflege angelegt, um das Befahren – etwa mit einem Minibagger – zu ermöglichen.

Radfahrer und Spaziergänger werden sich im kommenden Jahr auf Einschränkungen im Stadtpark einstellen müssen. „Wobei wir darauf achten, dass immer Wege offen gehalten werden“, versichert Planer David Hühne von der IPO Unternehmensgruppe. Autofahrer sind in diesem Bauabschnitt von den Arbeiten nicht betroffen.

Der Verlauf des Ketscherinbachs. Quelle: Arno Zill

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Von Petra Hase

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