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Greifswald Greifswald: Theatersanierung wird teurer und beginnt später
Vorpommern Greifswald Greifswald: Theatersanierung wird teurer und beginnt später
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04:53 11.06.2019
Die Spielstätte des Theaters Vorpommern in Greifswald soll ab 2021 saniert werden. Theatersprecher Hans-Dieter Heuer zeigt Farbproben im 1. Rang. Quelle: Martina Rathke
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Greifswald

Farbproben im Zuschauerraum, freigelegter Putz im Foyer, Messmarken von Laserscans am Mauerwerk: Im Theater Greifswald sind immer mehr Vorzeichen der anstehenden Sanierung für die Zuschauer sichtbar. „Die Besucher fragen schon, ob wir die Maler nicht bezahlen wollen“, scherzt Theatersprecher Hans-Dieter Heuer angesichts der vielen Farbtupfer auf den Wänden. Noch vor einem Jahr hieß es von der Stadtverwaltung, dass 2020 mit den dringend notwendigen und bereits mehrfach verschobenen Sanierungsarbeiten begonnen werden soll. Inzwischen hält die Stadtverwaltung einen Baubeginn im Jahr 2021 für realistisch, wie Stadtsprecherin Andrea Reimann sagt. Auch das Theater stellt sich mit seiner Spielplan-Planung auf einen Baustart 2021 ein, wie Heuer sagt.

Begründet wird die Verzögerung mit den umfassenden Voruntersuchungen. „Diese haben das Ziel herauszufinden, was kann überhaupt oder was muss saniert werden, um in der Bauphase möglichst keine beziehungsweise wenige Überraschungen zu erleben und eine gewisse Kostensicherheit zu haben“, sagt Reimann. Denn es steht bereits fest, dass die zuletzt auf 24 Millionen Euro geschätzten Baukosten nicht ausreichen werden. „Darum wollen wir uns an das Land wenden, um möglicherweise noch einen höheren Zuschuss zu erhalten“, so Reimann weiter. Geplant war, dass die Stadt 14 Millionen Euro der Sanierungskosten übernimmt. Zehn Millionen Euro sollten aus Städtebaufördermitteln vom Land beigesteuert werden.

Die Grünen-Politikerin und Vize-Chefin des Theater-Aufsichtsrates, Ulrike Berger, hält eine weitere Finanzspritze vom Land für dringend erforderlich. Angesichts des Zeitverlustes sei die ursprüngliche Schätzung nicht mehr zu halten. Ähnlich wie beim Volkstheater Rostock sollte sich das Land mit 50 Prozent an den Baukosten beteiligen. „Doch auch dann würden die 14 Millionen Euro, die von der Stadt kommen sollen, nicht ausreichen“, sagt Berger. Aus der Aussage lässt sich schließen, dass die Stadt in internen Planungen bereits von Baukosten in Höhe von mehr als 28 Millionen Euro ausgeht. Eine Bestätigung gab es dafür bislang nicht.

Das Land reagiert verhalten auf die Wünsche aus Greifswald: Es stünde der Hansestadt selbstredend frei, im Rahmen ihrer jährlichen Anträge für die Städtebauförderung in den kommenden Jahren hier einen Schwerpunkt zu bilden, sagt die Sprecherin des Infrastrukturministeriums, Renate Gundlach. Die Hansestadt habe nach mündlichen Informationen an den Minister zugesagt, zunächst konkretisierende Unterlagen über die vorläufigen Ergebnisse der Planung und die darin erkennbaren zu erwartenden Kosten zu übermitteln.

Derzeit werden unter Leitung des Planungsbüros Dietrich/Untertrifaller Architekten GmbH im österreichischen Bregenz die Voruntersuchungen im Gebäude zur Statik, Bausubstanz, Schadstoffen und Denkmalpflege durchgeführt und unterschiedliche Sanierungsvarianten geprüft. Diese reichen von einer Minimalvariante bis zur Komplettsanierung, die allen denkmalpflegerischen sowie künstlerisch-technischen Bedürfnissen gerecht wird. Ende Juni entscheidet der Projektlenkungsausschuss, dem Planer, Vertreter von Stadt und Theater angehören, über das weitere Vorgehen.

Fest steht: Das Theater bedarf einer grundlegenden Sanierung. Die letzten größeren Renovierungsarbeiten wurden zwischen 1987 und 1989 durchgeführt. Damals seien das Bühnenhaus erneuert und der Zuschauerraum umgestaltet worden, erinnert sich Bühnenmeister Jens-Uwe Gut. Dennoch arbeiten die Bühnentechniker bis heute mit Hand- statt der heute üblichen Maschinenaufzüge. „Eine Technik aus dem 19. Jahrhundert“, wie der 57-Jährige kommentiert. Die Gebäudeebenen im hinteren Teil sind über viele Zwischenstufen miteinander verbunden. „Zudem ist uns wichtig, dass ein Lift eingebaut wird, damit Rollstuhlfahrer auch in den Rang und das Foyer im Obergeschoss gelangen können“, führt Heuer einige Wünsche des Theaters an. Auch die Kellerräume, in denen sich das Orchester für Konzerte einspielt und sich die Mitarbeiter-Duschen befinden, ist renovierungsbedürftig. Dort bröckelt der Putz von den Wänden, der Linoleumfußboden ist verschlissen, die Leitungen sind marode. „Es geht nicht um eine Luxussanierung“, stellt Heuer klar. „Aber es wird höchste Eisenbahn.“

Die Sanierungsarbeiten werden den Planungen zufolge zwei Jahre dauern. In der Bauphase sollen die Aufführungen in einer Ersatzspielstätte gezeigt werden. Gedacht ist an eine Halle, die in Nähe des Theaterfundus an der Thronpost errichtet und in der die mobile Sommerbühne aufgebaut werden könnte. Die Halle könnte nach der Sanierung als Lager genutzt werden – eine aus Sicht des Theaters kostengünstige und vor allem nachnutzbare Variante.

Martina Rathke

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