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Greifswald Greifswald: Ein Findling für Ernst Moritz Arndt?
Vorpommern Greifswald Greifswald: Ein Findling für Ernst Moritz Arndt?
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18:21 27.06.2019
Vor dem Stadtarchiv könnte das neue Arndt-Denkmal stehen. Quelle: Anne Ziebarth
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Greifswald

Der Bau eines Denkmals für den Autoren Ernst Moritz Arndt (1769-1860) ist wieder ein Stückchen näher gerückt. Nachdem die Bürgerschaft im April mit knapper Mehrheit beschlossen hatte, Möglichkeiten eines Arndt-Denkmals zu prüfen, legte die Verwaltung jetzt erste Vorschläge vor, wie und wo so ein Denkmal zu realisieren sei. Ein Findling, eine Eiche, oder ein von einem Künstler und Schülern der Arndt-Schule gestaltetes Kunstobjekt stehen zur Debatte, als Ort ist der Platz vor dem Stadtarchiv vorgesehen. Weil allerdings die drei Varianten wegen der geplanten Umgestaltung des Platzes bis 2021 nicht zeitnah umzusetzen sind, schlägt die Verwaltung als vierte Variante eine temporäre Installation im Kunstkubus am Karl-Marx-Platz vor. Diese ebenfalls von Schülern der Arndt-Schule gestaltete Kunst könnte dann auch pünktlich zum 250. Geburtstag Arndts am 26. Dezember stehen und bis Januar zu sehen sein. Als Ort für die Realisierung eines langfristigen Denkmals habe sich die Fleischervorstadt herauskristallisiert, so Kulturamtsleiterin Anett Hauswald. Insbesondere der Platz an der Ecke Arndtstraße/Goethestraße mit der der dortigen Regionalschule „Ernst-Moritz-Arndt“ sei prädestiniert.

Meinungen gehen auseinander

Die Greifswalder Bürgerschaftsmitglieder haben ganz unterschiedliche Ansichten zum Thema. „Ich bin persönlich noch nicht ganz überzeugt, dass wir überhaupt ein Denkmal brauchen. Wir sind doch mit Arndt-Schule und Rubenow-Denkmal gut ausgestattet“, findet Mignon Schwenke (Linke). „Ich bin mir noch nicht sicher, das wird keine leichte Entscheidung “Auch Monique Wölk von der SPD teilt diese Ansicht. „Bis vor Kurzem hätte ich noch gesagt, wir brauchen kein Denkmal“, sagt sie. „Aber es bewegt ja doch viele Greifswalder. Vielleicht ist die Gestaltung eines Denkmals für die Stadt auch eine Chance sich mit Arndt auseinanderzusetzen und das reine schwarz/weiß Denken endlich zu beenden.“ Das könnte durch ein von Kindern und Jugendlichen gestaltetes Kunstwerk gelingen.

Frank Hardtke von der Kompetenz für Vorpommern favorisiert die Idee eines Findlings. „In der Fraktion haben wir noch nicht darüber gesprochen, ich finde aber ein Stein würde an dieser Stelle gut passen“, meint er. Mit der Idee, eine temporäre Aktion im Kunstkubus durchzuführen, kann er sich aber nicht anfreunden. „Arndt und dieser Kubus – das passt doch nicht zusammen“, sagt Hardtke. „Arndt würde sich im Grabe umdrehen. Da sollte man eine andere Lösung finden.“

Ausstellungsort Kunstkubus umstritten

Dieser Meinung ist auch Gerd-Martin Rappen (CDU). „Bitte nicht im Kunstkubus. Und ich möchte auch ein dauerhaftes Denkmal für Ernst Moritz Arndt, nicht nur eine temporäre Geschichte“, stellt er fest. „Spontan gefragt finde ich, dass sich das Kunstwerk der Schüler spannend anhört. Aber entschieden habe ich mich noch nicht.“

Professor Christian Frosch von Caspar David Friedrich Institut können die Vorschläge noch nicht überzeugen. „Unabhängig vom Thema - das Vorgehen scheint mit etwas unprofessionell“, sagt er vorsichtig. „Es sollten unbedingt Fachleute bei der Planung und auch zur Entscheidung zu Rate gezogen werden. Man meint vielleicht: Kunst im öffentlichen Raum kann jeder, aber dem ist nicht so.“ Was genau ein Baum oder ein Findling mit Arndt zu tun haben, bleibt für ihn unklar. „Und bei den Jugendlichen sollte man vielleicht mal Nachfragen, ob Arndt überhaupt ein Thema ist, mit dem sie sich beschäftigen möchten.“ Er empfiehlt auch, dass die AG „Kunst im öffentlichen Raum“ sich noch einmal ausführlich mit dem Thema auseinandersetzt.

Die Entscheidung, ob Ernst Moritz Arndt ein Denkmal in Greifswald bekommt, muss die Bürgerschaft noch treffen. Zunächst werden die Vorschläge der Verwaltung in den Ausschüssen diskutiert.

Varianten für ein Arndt-Denkmal

1.) Ein Findling mit dem Namen Arndts und den Lebensdaten. Die Kosten beziffert die Verwaltung auf 6000 bis 7000 Euro.

2.) Ein Denkmal, welches von Schülern der Arndtschule gestaltet wird. Ein Künstler könnte das Projekt in einer Geschichtswerkstatt begleiten. Kosten: rund 30 000 Euro

3.) Die Pflanzung eine Eiche . Der Baum soll rund vier Meter hoch sein. Kosten: rund 5000 Euro

4.) Ein temporäres Projekt des Vereins ArtCube mit Schülern könne bereits ab Dezember im Kunstkubus stattfinden. Kosten: 2500 bis 3000 Euro

Als Platz für das Denkmal ist der Platz vor dem Stadtarchiv vorgesehen (Arndtstraße/ Goethestraße). Die ersten drei Varianten sind 2019 nicht umsetzbar.

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Anne Ziebarth

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