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Greifswald Uni Greifswald bekommt Moorprofessur
Vorpommern Greifswald Uni Greifswald bekommt Moorprofessur
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17:53 27.12.2018
Prof. Hans Joosten und Greta Gaudig begutachten im Labor das Wachstum von Moos unter ganz bestimmten Bedingungen. Davon erhofft man sich Erkenntnisse für den Anbau. Quelle: Eckhard Oberdörfer
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Greifswald

 Das Greifswalder Moor Centrum ist rund um den Globus als Berater aktiv, die hiesige Moorbibliothek ist die größte weltweit, die Moorforschung ist überregional anerkannt, die maßgeblich in Greifswald entwickelte Paludikultur international gefragt. Aber ein Lehrstuhl existiert nicht. Das ändert sich. An der Universität Greifswald wird es künftig eine Professur für Moorforschung /Peatland Sciences geben. Land und Uni haben dazu kurz vor Weihnachten in eine Zielvereinbarung vereinbart. Möglich wird die Einrichtung des Lehrstuhls durch mehrere Geldgeber. Das Bildungsministerium gibt ab dem Jahr der Stellenbesetzung jährlich 70.000 Euro, das Landwirtschaftsministerium 50.000 Euro pro Jahr. Die Universität Greifswald erhält voraussichtlich vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft Mittel in Höhe von 450.000 Euro für maximal fünf Jahre, informiert das Bildungsministerium. Dazu kommen insgesamt 100.000 Euro von der Michael-Succow-Stiftung.

Wie Rektorin Prof. Johanna Weber den Senat informierte, wurden die Bedingungen der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät mit diesem Finanzierungsmodell erfüllt. Eine Verstetigung deute sich an.

Die Moorforschung hat in Greifswald eine 200-jährige Tradition. Auch der Greifswalder Alternative Nobelpreisträger Michael Succow hat sich auf diesem Gebiet einen Namen gemacht. Die derzeitige Uni-Arbeitsgruppe Moorkunde und Paläoökologie wird von einem außerplanmäßigen Professor, dem „Moorpapst“ Hans Joosten, geleitet. Sie führt das Generalsekretariat der Weltorganisation der Moorschützer und erarbeitet weltweit Konzepte für den Umgang mit Mooren. Joosten ist außerordentlich erfolgreich bei der Einwerbung von Drittmitteln.

Das Land würdige mit seiner Unterstützung insbesondere die Bemühungen um die Paludikultur, die nasse Landwirtschaft, die die Moornutzung ohne Zerstörung ermögliche, so Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) in ihrer Erklärung. Die bundesweit anerkannte Moorforschung an der Universität Greifswald sei ein herausragendes Beispiel dafür, wie Verwaltung und Forschung an verschiedenen Stellen sehr gut zum Wohle des Landes kooperieren, betont Landwirtschaftminister Till Backhaus. „Mit der Einrichtung einer Moorprofessur wird dieser Forschungszweig langfristig auf ein verlässliches Fundament gestellt und der Wissenschaftsstandort Vorpommern weiter gestärkt“. Mecklenburg-Vorpommern hat etwa 300,000 Hektar Moor. Das entspricht etwa 13 Prozent der Landesfläche. Ein erheblicher Teil der Moore wurde in der Vergangenheit für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Deutschlandweit wurden 98 Prozent der Moore entwässert. Trockengelegte Moore sind mit Abstand die größte Treibhausgas-Einzelquelle des Landes, sie setzen Kohlendioxid frei. Ihre Wiedervernässung gilt als eine der effektivsten Methoden im Kampf gegen den Klimawandel. Hans Joosten arbeitet im Weltklimarat zum Thema Moore mit.

Eckhard Oberdörfer

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