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Greifswald Greifswald feiert ein buntes Fest der Weltoffenheit
Vorpommern Greifswald Greifswald feiert ein buntes Fest der Weltoffenheit
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00:00 02.05.2017
Ein Fest von Greifswaldern – für Greifswalder: Mitmachangebote, Musik und Reden sorgten für eine gute Mischung. FOTOS (2):PETER BINDER
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Greifswald

Bunte Fähnchen flattern in der Sonne, rote und blaue Pavillons trotzen der steifen Brise. Musik der Greifswalder Band „Krach“ und anderer Musiker schallt aus den Lautsprechern. Und überall freundliche Gesichter: Das Greifswalder „Kulturfest für Solidarität und Weltoffenheit“ zog gestern über den Nachmittag verteilt an die 4000 Hansestädter und Gäste auf den Marktplatz.

Initiativen, Vereine und Künstler gestalten den 1. Mai auf dem Markt

Über 30 Initiativen, Vereine und Parteien, Kirchen und Gewerkschaften beteiligten sich mit Infoständen und Mitmachaktionen am Feiertag. Aufgerufen hatten dazu das Bündnis „Greifswald für alle“ und der Deutsche Gewerkschaftsbund. „Heute passiert etwas Wunderbares“, würdigte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) als Schirmherr der Veranstaltung das Engagement der Akteure. Die ehrwürdige Tradition des 1. Mai werde mit einem bunten, lebendigen Kulturfest verbunden. „So ist meine Stadt, so ist unsere Stadt: vielfältig, hilfsbereit, engagiert, streitlustig, aber immer orientiert an Lösungen“, sagte er.

An die junge Geschichte des Festes erinnerte Eric Wallis vom Regionalzentrum für demokratische Kultur (RAA). 2016 hatte das „Bündnis für Greifswald“ erstmalig zu dieser Veranstaltung unter dem Motto „Wir sagen Moin und Merhaba“ eingeladen. Zusammen mit allen demokratischen Kräften sollte angesichts des großen Flüchtlingszustroms und eines erstarkenden Rechtspopulismus ein Zeichen für Toleranz und Willkommenskultur gesetzt werden. Seither ist vieles geschehen, so Wallis: „Es liegt an uns, den Menschen Heimat zu geben. Nur wenn es ihnen gut geht, geht es auch uns hier gut.“

Für ein demokratisches und geeintes Europa setzt sich Lucile Souquet aus Frankreich ein. Die 22-Jährige studiert an der Uni Greifswald Politikwissenschaft/Skandinavistik und beteiligte sich als Landesvorsitzende der Jungen Europäischen Föderalisten am Kulturfest. „Es ist wunderbar, dass so viele Leute mitmachen. Eine schöne Idee“, lobte sie die Organisatoren.

Das konnte auch Tom Allert, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Greifswald, unterstreichen: „Toll, dass so ein Fest in Greifswald auf die Beine gestellt wird. Wir suchen neue Mitglieder und nutzen den Tag, Leute zu motivieren“, sagte der 22-Jährige. Er und seine zehn Mitstreiter sorgten besonders bei den kleinen Gästen für Aufmerksamkeit, brachten sie doch ein Löschfahrzeug und die Drehleiter zum Anfassen und Staunen mit.

Während Ahmed Salama (23) und Rama Midani (26) von der „AG Medizin und Menschenrechte“ selbstgebackenen Kuchen nach ägyptischen, syrischen und deutschen Rezepten verkauften, kam Claudia Howe gleich nebenan mit Passanten über soziale Gerechtigkeit ins Gespräch. Die 29-Jährige arbeitet als Bundesfreiwillige im Greifswalder Weltladen und diskutierte angeregt mit Gästen über fairen Handel, Bildungschancen für Kinder und existenzsichernde Löhne in Entwicklungsländern.

Ein paar Meter entfernt freute sich Frank Prenzlau, Gewerkschaftssekretär von IG Metall, über das große Interesse an diesem 1. Mai. „Viele Kollegen aus Betrieben kommen und diskutieren mit uns“, sagte der 42-Jährige. Es sei schön zu erfahren, wie wichtig den Arbeitnehmern Gewerkschaften und Betriebsräte sind. „Denn wer, wenn nicht sie, achten auf die Einhaltung von Gesetzen und Tarifverträgen“, fügte DGB-Regionalgeschäftsführer Volker Schulz hinzu.

An dutzenden Ständen waren es vor allem junge Gesichter, die Besucher mit einem freundlichen Lächeln zum Gespräch einluden. Lea Becker (23) und Lena Heberlein (28) vom Naturschutzbund etwa fertigten mit Kindern kleine Samenbomben, aus denen bunte Wildblumen wachsen sollen. Und Anja Reuhl vom Kultur- und Initiativenhaus „Straze“ warb mit Gleichgesinnten für einen deutsch-polnischen Freiwilligendienst. „Noch haben wir einige freie Stellen – sowohl hier in unserer Region, als auch in Stettin“, berichtete die 35-Jährige.

Christoph Volkenand vom Bündnis „Greifswald für alle“ zeigte sich am Ende des Tages „total glücklich“. „Unsere politischen Botschaften sind zur Sprache gekommen. Und die Musiker sorgten für eine ausgelassene Stimmung.“

Petra Hase

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