Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Greifswald steigt auf Lastenfahrräder um
Vorpommern Greifswald Greifswald steigt auf Lastenfahrräder um
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 09.07.2019
Dank eines EU-Projektes werden ab sofort weitere Lastenräder die Greifswalder Straßen erobern. Im Bild Studierende der Universität, Vertreter von Pflegediensten und der Stadt. Quelle: HGW
Anzeige
Greifswald

Flott sehen sie aus und umweltfreundlich sind sie obendrein – die neuen Lastenräder mit Transportbox, die derzeit Greifswalds Straßen erobern. Seit einem Jahr testen Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie Angehörige der Universität das klimafreundliche Verkehrsmittel. Sie transportieren Bücherkisten der Stadtbibliothek zu Kitas und Schulen, hausinterne Akten von einem zum anderen Amt oder Messtechnik des Uni-Rechenzentrums. Jetzt finden auch andere Einrichtungen Gefallen an den Lastenrädern: Die ambulanten Pflegedienste der Johanna-Odebrecht-Stiftung und vom Unternehmen Heinrich & Heinrich testen ab sofort ebenso die schneidigen Gefährte wie der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität (Asta).

Möglich macht es das von der EU über einen Zeitraum von drei Jahren geförderte Projekt Cobium (Cargo bikes in urban mobility). An dem sind neben Greifswald drei weitere Städte des südlichen Ostseeraumes beteiligt: Växjö in Schweden sowie Gdynia und Słupsk in Polen. Zudem agieren die schwedische Energieagentur Energy Agency Southeast und der dänische Radtourismus mit. Ziel des Projektes sei es, den Autoverkehr und den Parkdruck in den Städten zu senken, Straßen zu entlasten sowie Luftverschmutzung und Lärmemissionen zu reduzieren. Ziele, die ganz im Sinne der Hansestadt seien, „weshalb wir das Projekt der Universität als assoziierter Partner begleiten“, sagt Greifswald Bausenatorin Jeannette von Busse.

Mit Hilfe der Projektmittel hat das federführende Institut für Geographie und Geologie nun mittlerweile sechs Lastenräder erworben, deren Fahrten allesamt wissenschaftlich überwacht werden. „Über einen GPS-Tracker können wir die Kilometer-Leistung, Geschwindigkeit, Nutzungsdauer und andere Parameter erfassen“, sagt Professor i.R. Wilhelm Steingrube. Denn der Evaluierung der gewonnenen Daten komme eine besondere Bedeutung zu. „Wir wollen erfahren, was gut und was schlecht läuft. Auch in den anderen Städten“, sagt Projektleiterin Dr. Kristin Ramthun. Letztlich sollen in der Perspektive weitere Orte von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren.

Verena Wende von der Odebrechtstiftung freut sich, dass ihre neunköpfige Mannschaft ein Jahr lang ein Projektrad testen darf. „Unsere Klienten wohnen im gesamten Stadtgebiet. Ein Lastenrad ist super, da wir in der abschließbaren Box Medikamente, Pflegehilfsmittel, Messgeräte und anderes mehr sehr gut verstauen können“, sagt die Teamleiterin des ambulanten Pflegedienstes. Und Jens Heinrich, Geschäftsführer von Heinrich & Heinrich, weiß, dass seine Mitarbeiter bereits ganz heiß aufs Lastenrad sind, „denn sie durften schon mal probefahren“. Besonders für die kurzen, in der Innenstadt zu absolvierenden Wege sei das Frachtrad ideal. „Ich fürchte, bald mehr davon anschaffen zu müssen“, sagt er mit vielsagendem Blick. Je nach Anzahl eine durchaus kostspielige Sache. Denn ein Exemplar mit E-Antrieb koste um die 5000 Euro, so Steingrube.

Wie sich so ein Zweirad fährt, sollen bald auch andere Interessenten testen können. Denn drei weitere Exemplare stehen den Greifswaldern voraussichtlich ab September künftig als Leihräder zur Verfügung – ähnlich wie beim Prinzip Carsharing die Autos. Wer eins davon nutzen möchte, könne es per Internet buchen. „Die Online-Plattform steht schon, muss dann nur noch freigeschaltet werden“, sagt Karl Hildebrand vom Stadtbauamt, Abteilung Umwelt. Die drei Frachträder werden voraussichtlich an der Stadt-Information, am Majuwi in Wieck und an einem Supermarkt nahe des Südbahnhofs stehen. „Wir hoffen, mit diesem Angebot Berührungsängste abzubauen“, sagt Jeannette von Busse.

Die gibt es bei den Studierenden erst gar nicht. „Unser Lastenrad wird sehr viel im Einsatz sein“, kündigte Goswin Schreck, Rad-Beauftragter beim Asta, während der Übergabe des Lastenrads am Dienstag auf dem Unicampus an. Denn es gebe eine Vielzahl von Kultur- und anderen Veranstaltungen, zu denen immer wieder Güter transportiert werden müssen. „Ob Markt der Möglichkeiten, Erstiwoche, Fachschaftstreffen ... da gibt es jede Menge Bedarf“, sagt er. Zudem seien Studierende garantiert dankbar, wenn sie das Frachtrad für eigene Umzüge nutzen könnten. „Das ist auf jeden Fall besser, als einen Kühlschrank im Einkaufswagen durch die Gegend zu fahren“, sagt Schreck augenzwinkernd. Auch andere Einrichtungen in Greifswald haben die Vorteile dieser Mobile längst erkannt. Die Kita der Gemeinde St. Marien etwa kaufte im Spätherbst mit Hilfe vieler Spenden gleich zwei Lastenräder zum Transport der Kinder.

Per Rad ganz neue Orte erkunden

Per Lastenfahrrad neue Orte entdecken

Petra Hase

Viele Hirsche, Biber, Reste alter Wälder, große Käfer... Naturschützer schwärmen vom Karlsburg-Oldenburger Holz, das zu den Flora-Fauna-Habitat-Gebieten gehört. Es wird noch schöner.

09.07.2019

Das Friedrich-Loeffler-Institut im Greifswalder Stadtteil Riems ist weltweit gefragt. Präsident Prof. Thomas Mettenleiter wünscht sich ein Institut für internationale Tiergesundheit.

09.07.2019
Usedom Erstes Interview mit der neuen Bürgermeisterin von Heringsdorf - Rosen, Schreibtisch und eine Ferienwohnung zum Beginn

Laura Isabelle Marisken beginnt am 1. August ihren Dienst als Verwaltungschefin im Ahlbecker Rathaus. Sie hat bereits erste Kontakte geknüpft und den charmanten Swinemünder Stadtpräsidenten getroffen.

09.07.2019