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Vorpommern Greifswald Greifswald sucht Helfer mit grünen Daumen
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17:03 10.09.2019
Die Adventgemeinde ist einer von 33 Grünpaten der Stadt Greifswald. Gemeindemitglied Pedro Tiesler harkt das erste Herbstlaub zusammen. Quelle: Martina Rathke
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Greifswald

Vor dem Grundstück der Adventgemeinde in der Anklamer Straße harkt Pedro Tiesler das erste Herbstlaub zusammen. Noch ist der Rasen karg, wachsen wenige Studentenblumen auf der Rabatte – und das hat einen Grund. Denn erst vor drei Monaten übernahm die Adventgemeinde über die städtische Grünfläche die Patenschaft.

Schon zum kommenden Frühjahr soll es auf dem 150 Quadratmeter großen Areal zwischen Kirche und Gehweg blühen und sprießen. In Abstimmung mit der Stadt will die Gemeinde eine niedrige Hecke pflanzen, kleine Blumenrabatten anlegen und pflegen und den Rasen mähen, wie Gemeindemitglied Tiesler berichtet. „Meckern ist einfach, aber viele Dinge kann man verändern, wenn man selbst etwas macht.“ Auch in der Adventgemeinde sei man anfangs sauer darüber gewesen, dass die Stadt die Fläche nicht in Schuss hält. Nun haben die Kirchenmitglieder das Problem gelöst, indem sie selbst zu Hacke, Harke und Gießkanne greifen.

Ehrenamtliches Engagement gern gesehen

In der Stadtverwaltung sieht man solch ehrenamtliches Engagement gern. „Wir sind personell nicht in der Lage, die Grünflächen in einem besseren Zustand zu halten als jetzt“, sagt der kommissarische Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes, Dieter Schick. Für die Pflege der 147 Hektar städtischer Grünflächen sind 15 Mitarbeiter zuständig.

Weil von Bürgern immer wieder der Zustand der Grünanlagen bemängelt wurde, brachte die Stadt im Jahr 2002 die Grünpatenschaften auf den Weg. Aktuell gibt es insgesamt 33 Grün- und Baumpflegepatenschaften. „Den richtigen Durchbruch haben wir noch nicht erzielt“, räumt Schick ein. „Wir haben versucht, das Problem in die Ortsteilvertretungen zu tragen. Die Bürger, die da waren, haben sich zwar über das hohe Gras an den Gehweg- und Straßenrändern beschwert, waren aber nicht bereit, eine Patenschaft zu übernehmen.“

Maschinen kommen nicht überall ran

Die Idee dahinter: Menschen übernehmen ehrenamtlich die Pflege von wohnortnahem Grün. Sie pflegen Rasen- und Pflanzflächen, befreien Wege von Wildwuchs, halten diese sauber oder gießen Bäume und Baumscheiben. „Das, was uns großen Aufwand bereitet, sind die Klein- und Splitterflächen. Wir kommen da mit unseren Maschinen nicht ran“, erklärt der Amtsleiter.

Wie werde ich Grünpate?

Wenn Sie ehrenamtlich aktiv werden wollen, setzen Sie sich mit dem Tiefbauamt (Tel. 038 34 / 85 36 42 81) in Verbindung. Die Mitarbeiter prüfen, welche Flächen in Nähe ihres Wohnortes zu vergeben sind und sprechen mit Ihnen ab, wie die Flächen gepflegt werden sollten. So ist beispielsweise der Einsatz von Kunstdünger und Giften wie auch der Baumrückschnitt verboten. Die Bepflanzung darf zudem nicht in den Verkehrsraum ragen. Das Engagement als Grünpate ist ehrenamtlich. Mit dem Vertrag ist der Pate über die gesetzliche Unfallkasse der Stadt abgesichert. Mit der Übernahme einer Patenschaft sind laut Stadt keine rechtlichen Verpflichtungen verbunden – für Straßenreinigung und Winterdienst bleibt weiter die Stadt zuständig.

Aktuell haben 23 private Grünflächen- und drei private Baumpaten, zwei Vereine und fünf Firmen Verträge abgeschlossen. Darunter ist auch die Reinigungsfirma Piepenbrock, die den Kreisel an der Gützkower Landstraße/Schönwalder Straße bepflanzt hat und pflegt. „Wir haben unseren Technikstützpunkt in der Herrenhufenstraße, also gleich um die Ecke“, erklärt der zuständige Bereichsleiter Jens Winkler. Als Gegenleistung für das ehrenamtliche Engagement durfte die Firma mit einem kleinen Schild auf dem Kreisel für sich werben.

Es gibt genug Flächen

Die Vertragsgestaltung hat sich nach Angaben der Adventgemeinde und des Dienstleistungsunternehmens Piepenbrock relativ unkompliziert gestaltet. Das bestätigt auch die in der Verwaltung zuständige Mitarbeiterin Claudia Förste. „Flächen gibt es genug. Wer will, kann kommen“, sagt sie. Neben Interessenten zur Pflege von wohnortnahem Grün sucht die Verwaltung Bürger, die sich um Grünanlagen am Wall oder an stark besuchten Plätzen, beispielsweise am Museumshafen, kümmern.

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Von Martina Rathke

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