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19:05 14.06.2019
Boshana Milkov und Robert Reichinek (vorne) sind zwei von 20 Teilnehmern bei „Cantate Bach“. Pianist Georg Wagner übt mit den Kandidaten. Mit dabei: der Juryvorsitzende Wolfgang Newerla und Wettbewerbsleiter Jörg Sievers vom Förderverein Kunst und Kultur (v.l.). Quelle: Christin Lachmann
Greifswald

Gesangswettbewerbe gibt es so einige. Allein in der deutschen TV-Landschaft wird regelmäßig nach den besten Sängern, Chören oder Volksmusikern gesucht. Doch in der Hansestadt findet ab Sonnabend ein ganz besonderer statt: Bei der fünften Auflage von „Cantate Bach“ begibt sich der Greifswalder Förderverein Kunst und Kultur auf die Suche nach dem besten Klassik-Sänger.

Durch Zufall zur Musik

20 von 50 Bewerbern schafften es in die Hauptrunde und wurden in die Hansestadt eingeladen. Darunter der 29-jährige Robert Reichinek. Für ihn ist es die erste Teilnahme an einem Gesangswettbewerb. Durch einen Zufall kam der Kölner zur Klassik. Als Kind war er in seinem Geburtsort Messdiener. Als er zwölf Jahre alt war, wurde er gebeten, die Stühle für ein Konzert in der Kirche aufzustellen. „Dafür wurde mir dann eine Karte versprochen. Nach dem Spielen draußen bin ich dann hin. Meine Kleidung war voller Dreck und ich durfte dann in der ersten Reihe Platz nehmen“, erinnert sich Reichinek und lacht.

Beim Konzert erklang die Johannes-Passion von Bach: „Das hat mich dann so umgehauen, dass ich danach zu meiner Mutter gesagt habe, dass ich Dirigent werden möchte.“ Auf die Ernüchterung, dass man dafür bereits im frühen Kindesalter mit Klavier spielen beginnen muss, besuchte der Tenor einen Chor, ging auf ein Musikgymnasium und studierte anschließend an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Vom Jazz zur Klassik

Nicht nur für Reichinek, auch für die anderen Teilnehmer ist der Greifswalder Gesangswettbewerb „Cantate Bach“ etwas Besonderes. „Oft muss man allein im Vorfeld viel Geld investieren, um an so etwas teilzunehmen“, weiß Boshana Milkov aus Erfahrung. Der Greifswalder Verein übernimmt Unterbringung und Verpflegung für die Kandidaten, die oft am Anfang ihrer Karriere stehen. Ein Glücksfall für die 26-jährige Milkov, die aus einer Musiker-Familie stammt. Dass sie irgendwann im Klassik-Bereich landen würde, damit hatte die Essenerin selbst nicht gerechnet.

„Begonnen habe ich mit Jazz. Dann habe ich mir überlegt, dass ich mehr Handwerk erlernen möchte.“ Während sie sich am Anfang ihres Studiums an der Folkwang Universität in Essen mit dieser Musikrichtung schwer tat, „machte es ab dem zweiten Semester bei mir Klick und ich habe gemerkt, wie großartig diese Art von Musik ist“, erzählt Milkov.

Start einer Karriere ermöglichen

Wie alle Kandidaten reichte die ausgebildete Sängerin eine DVD für den Greifswalder Wettbewerb mit einem Rezitativ und einer Arie nach freier Wahl von Johann Sebastian Bach ein. Eine Jury suchte die besten Kandidaten aus. „Es waren viele gute Sänger dabei, doch manche haben sich mit der Qualität der Aufnahme nicht ins beste Licht gerückt“, sagt Wettbewerbsleiter Jörg Sievers.

Der Wettbewerb, der alle zwei Jahre kurz vor der Bachwoche (in diesem Jahr vom 17. bis 23. Juni) stattfindet, solle den Sängern den Start einer Karriere ermöglichen, wie Sievers erklärt. Deswegen gibt es für die ersten vier Plätze Geldpreise: „Zusammengenommen sind es 10 000 Euro.“

Die Kriterien der Jury: von Stimmqualität über Technik und künstlerische Darbietung

Dass es einer der wichtigsten Gründe für die Ausrichtung des Wettbewerbs ist, bestätigt auch Wolfgang Newerla, Vorsitzender der Jury. So hätten drei Preisträger des vergangenen Wettbewerbs in der Klassik-Musikbranche Fuß fassen können. Der studierte Sänger verrät, worauf die fünfköpfige Kommission bei den Gesangsdarbietungen achten wird. „Wir bewerten in vier Kategorien, darunter Stimmqualität oder künstlerische Darbietung. Zusätzlich wird es einen Publikumspreis geben, der am Sonntag beim Finale in Dom St. Nikolai von den Zuschauern gewählt wird.“ Dafür erhalte jeder Besucher einen Stimmzettel. Dem Gewinner des Publikumpreises erwartet ein Wochenende auf der Insel Usedom für zwei Personen.

Programm und Infos zu „Cantate Bach“

Das Gesangswettbewerb findet am Sonnabend und Sonntag im Dom St. Nikolai statt.

Programm Sonnabend: Hauptrunde Alt 10.30 Uhr, Sopran 13.30 Uhr, Tenor und Bass 16.30 Uhr, circa 19.30 Uhr Bekanntgabe der Ergebnisse

Programm Sonntag: Finalrunde 20 Uhr mit einer Arie aus der Markus-Passion von Bach, circa 21.30 Uhr Bekanntgabe der Preisträger

Der Preisträger wird als Solist am Montag bei der Bachwoche bei der Markus-Passion mitwirken. Beginn um 20 Uhr

Christin Lachmann

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