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Greifswald Greifswald und Stralsund wollten olympische Segelwettbewerbe
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Greifswald und Stralsund wollten olympische Segelwettbewerbe

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10:11 22.12.2019
Die Greifswalder Südmole, vor 20 Jahren wurde hier ein Hotelbau für die olympischen Segelwettbewerbe erwogen Quelle: eob
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Greifswald/Stralsund

Zur Jahrtausendwende bewegte die deutsche Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 die Gemüter. An Deutschlands Küste bewarben sich Lübeck, Cuxhaven, Kiel, Rostock/Warnemünde und Stralsund/Rügen um die Segelwettbewerbe, falls die Spiele tatsächlich in Leipzig stattfinden sollten.

Auch in Greifswald gab es Bestrebungen für die Austragung der Segelwettbewerbe. Die Bürgerschaft sollte am 17. Dezember 2001 beschließen, die Verwaltung zu beauftragen, die „Voraussetzung zur Erstellung der geforderten Bewerbungsunterlagen zu schaffen“, heißt es der zugehörigen Vorlage.

700 Personen mussten untergebracht werden

Ein relativ kurzer Zeitraum, denn am 15. Mai 2002 mussten die nötigen Papiere beim Nationalen Olympischen Komitee vorliegen. Die Vorlage der Verwaltung nennt als Voraussetzungen unter anderem die Unterbringung von etwa 700 Personen, davon rund 400 Wettkämpfer im Olympischen Dorf (mit Zuschauerplätzen sechs bis acht Hektar erforderlich), 400 Liegeplätze sowie fünf Segelkurse mit einem Durchmesser von einer Seemeile.

Jürgen Drenckhan (mitte) an Bord der Greif Quelle: Peter Binder

Der damals zuständige Dezernent Jürgen Drenckhan (Grüne) und Sportamtsleiter Bernt Petschaelis hatten die Idee entwickelt. Wirtschaft, Segler, einige Ämter der Stadt schienen zunächst sehr angetan. Das Wasser- und Schifffahrtsamt sah keine Probleme, und auch die nötigen Flächen waren im Grundsatz vorhanden. Dass Greifswald gewinnt, hielten die Autoren der Vorlage für wenig wahrscheinlich. Aber die Bewerbung sei eine große Chance, sich „national und international zu präsentieren.“ Es „ist mit der Bewerbung ein relativ großer Werbeeffekt für die Stadt und damit verbundenes Interesse für zukünftige maritime Großveranstaltungen und mögliche touristische Aktivitäten zur Stadtentwicklung verbunden.“

Bohrtürme für Zuschauertribünen

Keine Strömung, genügend Platz, drei verlassene Bohrtürme, auf denen sich Zuschauertribünen errichten ließen, sprachen für Greifswald ebenso wie die geplante Marina in Ladebow (bis heute nicht realisiert) und das tatsächlich entstandene Jugenddorf in Wieck.

Sparkasse und Besitzer der Yachtwerft wollten Geld geben

Die Kosten wurden auf insgesamt etwa 150.000 Euro geschätzt, für die eigentliche Bewerbung zunächst 50.000 Euro. 25.000 Euro davon wollten die Sparkasse Vorpommern und Yachtchef Michael Schmidt übernehmen. Uta-Maria Kuder, damals Leiterin des Amtes für Wirtschaft und Finanzen, goss gehörig Wasser in den Wein, denn das Stadtsäckel sei leer. Letzten Endes kam die Verwaltungsvorlage nicht über eine Debatte im damals nichtöffentlich tagenden Hauptausschuss hinaus.

Greifswalder unterstützten Stralsund

Viele Greifswalder unterstützten in den folgenden Monaten die Bewerbung Stralsunds. 2500 Universitätsstädter warben mit ihrer Unterschrift für den vorpommerschen Bewerber, letztlich ohne Erfolg. Im April 2003 berichtete die OZ, dass Rügen und Stralsund nach dem Bericht der Evaluierungskommission auf dem vorletzten Platz gelegen hätte. „Die fehlende Erfahrung bei sportlichen Großereignissen und die Verkehrsanbindung wurde den Vorpommern negativ in Rechnung gestellt.“ Dank sehr guter Präsentation in München rückte Stralsund/Rügen hinter Rostock/Warnemünde und Kiel noch auf Rang drei vor. Im Rennen um die Spiele setzte sich schließlich London vor Paris durch, Leipzig kam nicht unter die ersten Fünf.

Bei der Stralsunder Segelwoche Quelle: Horst Schreiber

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